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Tschirky-FestnahmeEDA bestellt belarussischen Botschafter ein

Der Botschafter von Belarus in der Schweiz, Alexander Ganevich beim jährlichen Suworow-Gedenktag vom in der Schöllenschlucht bei Andermatt. (24. September 2020)

SDA

18 Kommentare
    Andreas Martin

    Lukaschenko wird vorläufig von Putin im Amt gehalten, und solange aus Europa schlimmstenfalls ein paar Sonntagsreden folgen, wenn man die eigene Bevölkerung niederknüppelt und Oppositionelle mundtot macht (teilweise liegt die Betonung da stark auf "tot"), gibt es keinen Anlass zu Veränderungen. Im Gegenteil, der Krieg in der Ostukraine ist längst aus dem öffentlichen Gedächtnis verschwunden, an die Opfer von Giftanschlägen und überraschenden Stürzen von Balkonen verblasst die Erinnerung nach wenigen Wochen. Dafür wird mit Nordstream2 nächstens ein Milliardendeal zwischen Deutschland und Russland abgeschlossen, womit dann Gas nach Europa und Milliarden nach Russland fliessen werden, bzw. man gewisse widerspenstige ehemalige Sowjet-Kolonien, durch welche heute bereits Gas nach Westen fliesst, umgehen kann. Somit ist alles bestens für die Herren in Minsk und im Kreml, es gibt viel Geld und - für Putin ebenso wichtig - man hat einen strategischen Hebel gegen Europa in der Hand. Lukaschenko wird er abservieren, wenn sichergestellt ist, dass ein entsprechender Nachfolger installiert ist. Das braucht dem Namen nach kein Diktator sein, ein Regierungschef bzw. eine entsprechend gepolte Partei reicht dafür auch schon. Für die Organisation entsprechender "Wahlen" verfügt man da über viel Erfahrung. Lang und schlecht: Die Reaktion der Schweiz auf die Verhaftung der Journalistin entspricht den politischen Gepflogenheiten, ist aber insgesamt irrelevant.