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Kultursommer LangenthalDoch kein Ersatz fürs Wuhrplatzfest

Nicht ein«Wupf», aber zumindest etwas Ähnliches in kleinerem Rahmen wollten die Chrämerhüsler heuer durchführen. Nun ist auch dieser Plan gescheitert.

Auf dem Wuhrplatz bleibt es Ende August ruhig. Das Chrämerhuus hat seine Pläne für ein Fest beerdigt.
Auf dem Wuhrplatz bleibt es Ende August ruhig. Das Chrämerhuus hat seine Pläne für ein Fest beerdigt.
Foto: Gaetan Bally (Keystone)

Noch Ende Juni zeigte man sich beim Kulturverein Chrämerhuus zuversichtlich. Ein Wuhrplatzfest, wie es die Langenthalerinnen und Langenthaler seit Jahrzehnten kennen nach den Sommerferien, werde es angesichts der Pandemie in diesem Jahr zwar keines geben, sagte damals der Chrämerhuus-Kulturverantwortliche Stefan Schischkanov. Zumindest eine kleine Festivität sei aber dennoch in Planung: in kleinerem Rahmen eben und erst Ende August.

Inzwischen ist aber auch dieses Ersatzfest gestrichen. «Nach diversen Versuchen, das Wuhrplatzfest der aktuellen unberechenbaren Situation im Veranstaltungsbereich trotzen zu lassen, müssen auch wir jetzt leider absagen», schreibt der Kulturverein auf seiner Website.

«In einer so unsicheren Lage ein Schutzkonzept aufzuziehen, schien uns fast nicht möglich.»

Stefan Schischkanov, Kulturverantwortlicher Chrämerhuus

Der Entscheid sei schon vor drei Wochen gefallen, erklärt Schischkanov. Zu jenem Zeitpunkt also, als die Corona-Fallzahlen wieder nach oben schnellten und erste Kantone erneute Einschränkungen diskutierten und einführten. Zwar hätten sie seitens der Stadt eine Bewilligung erhalten, sagt Stefan Schischkanov. Dies aber in der aktuellen Situation, die sich jederzeit wieder ändern könne. Was denn auch der Hauptgrund für die Absage des Festes sei. «In einer so unsicheren Lage ein Schutzkonzept aufzuziehen, schien uns fast nicht möglich.»

Der Kulturverein steht mit diesen Argumenten nicht allein da. Auch die Macher des Langenthaler Sommerkinos haben nach anfänglichem Optimismus vor gut drei Wochen entschieden, den Anlass 2020 gänzlich abzusagen.

Mit Zuversicht in den Herbst

Wie aber wirkt sich die weiterhin unsichere Situation auf den Kulturbetrieb im Chrämerhuus aus? Er plane die bevorstehende Herbstsaison weitestgehend normal, sagt Stefan Schischkanov. Auch wenn natürlich die Gefahr bestehe, dass Anlässe dann doch abgesagt werden müssten. Das Risiko schätzt der Kulturverantwortliche allerdings als weitaus kleiner ein als bei einem grossen Fest. Zumal das Programm im Haus deutlich weniger Publikum anziehe. Auch stünden und fielen die Anlässe im subventionierten Betrieb nicht mit den Besucherzahlen, was auch bewusst kleinere Veranstaltungen ermögliche.

Auf Partys werde sicher bis auf weiteres verzichtet, sagt Schischkanov. «Lieber planen wir vorerst Konzerte und beispielsweise Lesungen im weniger schweisstreibenden Bereich.»

khl