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Kurznachrichten werden etwas länger

Twitter schwächelt und wächst nicht schnell genug. Sanfte Änderungen sollen wieder Schwung ins Unternehmen bringen.

Hat fünfmal weniger Nutzer als der Rivale Facebook: Twitter. (Archivbild)
Hat fünfmal weniger Nutzer als der Rivale Facebook: Twitter. (Archivbild)
Richard Drew, Keystone

Der Kurznachrichtendienst ist weltweit bekannt, wächst aber weit schwächer als andere soziale Netzwerke. Nun sollen einige sanfte Änderungen neuen Schwung ins Unternehmen bringen.

Twitter gibt seinen Nutzern etwas mehr Spielraum, behält die Begrenzung der Kurznachrichten auf 140 Zeichen aber bei. Nur werden künftig bei der Zählung Fotos, Videos und andere Inhalte nicht mehr mitgerechnet werden, wie das US-Unternehmen am Dienstag in San Francisco mitteilte. Letztlich bleibt damit etwas mehr Platz für Wörter. Längere Texte können als Fotos verbreitet werden.

Twitter wächst nur langsam

In den vergangenen Monaten war heftig über die Aufhebung der strikten 140-Zeichen-Grenze spekuliert worden. Denn Twitter hat Schwierigkeiten: Im Vergleich zu anderen sozialen Netzwerken wächst der Dienst nur langsam. Die Neuerung soll die Nutzung erleichtern und mehr Kunden anlocken.

Dafür gibt es noch weitere kleine Änderungen. Auch das @-Zeichen in Twitter-Namen wird bei den 140 Zeichen nicht mehr mitgerechnet. Die Nutzer können ihre eigenen Kurznachrichten retweeten und zitieren.

Derzeit hat Twitter rund 310 Millionen Nutzer und damit nur etwa ein Fünftel seines grossen Rivalen Facebook, der auf 1,65 Milliarden Mitglieder kommt. Selbst das professionelle Netzwerk LinkedIn hat mehr Nutzer als Twitter. Viele Menschen kennen zwar den Namen und den Dienst, nutzen ihn aber nicht aktiv. Viele sind abgeschreckt durch die bei Twitter üblichen Sonderzeichen wie Hashtags und das Fachchinesisch.

Weitere Massnahmen

Vor den am Dienstag veröffentlichten Änderungen hatte das Unternehmen bereits an anderen Schräubchen gedreht, um stärker zu wachsen. So wurde Ende vergangenen Jahres der Mitgründer Jack Dorsey zurückgeholt. Belegschaft und Kosten wurden verringert und ein Kanal namens «Moments» gestartet, der heisse Themen zusammenführen soll. Auch veränderte Twitter in diesem Jahr die Sortierung der Timeline.

Dennoch gelang es dem Unternehmen nicht, den Verfall seines Aktienkurses zu stoppen. Dieses Jahr sank der Kurs bereits um 40 Prozent. Am Dienstag verloren Twitter-Aktien vier Prozent.

AP/chk

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