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Der neue Google Chromecast im Test

Der TV-Streaming-Stick geht in die dritte Generation. Ist der günstige Chromecast immer noch ein Pflichtkauf? Wir haben ihn ausprobiert.

Den Chromecast gibt es dieses Mal in Schwarz und Weiss. Vergleicht man ihn mit den Vorgängermodellen, ...
Den Chromecast gibt es dieses Mal in Schwarz und Weiss. Vergleicht man ihn mit den Vorgängermodellen, ...
zei
... unterscheidet er sich nur kaum vom 2015er Modell (Mitte). Der Original-Chromecast hatte noch kein flexibles HDMI-Kabel.
... unterscheidet er sich nur kaum vom 2015er Modell (Mitte). Der Original-Chromecast hatte noch kein flexibles HDMI-Kabel.
zei
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Als Google im letzten Oktober neue Geräte vorstellte, ging es um neue Telefone, neue Smart-Home-Geräte und ein neues Tablet. Für den neuen TV-Streaming-Adapter, den Chromecast, war in der einstündigen Präsentation kein Platz.

An der Zeit kann es nicht gelegen haben. Zwei Sätze hätten gereicht: «Wir haben auch einen neuen Chromecast. Er sieht etwas eleganter aus und ist ein kleines bisschen leistungsfähiger, aber im Alltag immer noch so wie immer.»

Bei den Neuigkeiten überrascht es nicht, dass ihn die Eventplaner aus dem Programm geworfen oder gar nie dafür in Betracht gezogen haben.

Markanter Strategiewechsel

Als Google 2013 den ersten Chromecast vorstellte, markierte er als erstes eigenes Hardware-Gerät des Techkonzerns einen markanten Strategiewechsel. Zur Erinnerung: Für Smartphones und Tablets setzte Google damals noch auf Hardware-Partner, mit denen gemeinsam Nexus-Geräte entwickelt wurden.

Der Chromecast war genial. Er machte aus jedem TV einen Smart-TV. Auf Knopfdruck konnte man Videos vom Handy auf den TV schicken und das Handy dann sogar ausschalten. Der Chromecast übernahm die ganze Arbeit. Vorausgesetzt, der Videodienst des eigenen Vertrauens war dabei. Aber mit Netflix, Youtube und vielen TV-Apps mangelte es nie an Angeboten.

Am Flughafen

Ich kaufte meinen Chromecast damals irgendwo an einem Flughafen. In die Schweiz kam der Stick nämlich erst mit reichlich Verspätung. Eine Unsitte, die sich bei Google-Geräten bis heute fortsetzt. Dass es von allen im Oktober 2018 vorgestellten Neuheiten nur der Chromecast in die Schweiz geschafft hat und das erst jetzt, spricht Bände.

In unserem Haushalt tut der über fünfjährige Chromecast von damals immer noch gute Dienste. In letzter Zeit hat zwar der Apple TV (dank der Fernbedienung) etwas die Oberhand gewonnen, aber der Chromecast steckt immer noch in unserem uralten Samsung-TV.

Darum fällt mir auch immer sofort der Chromecast ein, wenn mich jemand nach einem Tipp für einen Smart-TV oder gar für Gadget-Favoriten fragt. Die Installation ist kinderleicht, die Bedienung auch (egal ob mit Android oder iOS), und einmal eingesteckt, muss man sich nie mehr darum kümmern. Der Chromecast funktionierte all die Jahre ohne Probleme und ohne, dass ich je irgendwelche Einstellungen hätte verändern oder mich gar hätte ärgern müssen. Wer kann das schon von seinem Smart-TV behaupten?

Sorglos-Gerät

Der Chromecast ist und bleibt gerade für den Preis von rund 40 Franken eine Topempfehlung und ein absolutes Sorglos-Gerät. Das gilt nach wie vor für die erste Generation von 2013, die zweite von 2015und nun die neue von 2018.

Hätte jemand unseren Original-Chromecast von 2013 heimlich gegen den allerneusten getauscht, es wäre mir nie aufgefallen. In den technischen Details heisst es, der neue Chromecast sei leistungsfähiger, aber der Alte stiess nie merklich an Grenzen.

Wenig investiert

Dass ich mit meinem Chromecast von 2013 keine Lust verspüre, einen neuen zu kaufen, zeigt, wie wenig in den letzten Jahren in die Weiterentwicklung des Streaming-Sticks investiert wurde. 2015 kam ein Modell für Audio dazu (das wurde aber wieder eingestellt) und 2016 eines für 4K (dafür gabs aber seither keine Updates mehr).

Während Google bei der Weiterentwicklung des Chromecasts aufs Bremspedal tritt, sind Smart-TV besser geworden. Viele haben die Chromecast-Funktion (und bald auch Apples Airplay) schon eingebaut. Und auch spezielle TV-Boxen wie der Apple TV bieten deutlich mehr Funktionen.

Und noch eine Randnotiz: Dass der neue Chromecast immer noch einen Micro-USB-Anschluss hat, ist in Zeiten von USB-C ein letzter Beweis, wie weit nach hinten der Chromecast auf Googles Prioritätenliste gerutscht ist.

Fazit:Der neue Chromecast ist ein tolles Produkt für alle, die einen alten TV etwas smarter machen möchten. Aber die Chancen stehen gut, dass der, der so ein Bedürfnis hat, in den letzten fünf Jahren bereits einen Chromecast gekauft hat.

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