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Wo Samsung jetzt zulegen muss

Überholt und abgehängt? Apple scheint Samsung eine Nasenlänge voraus. Warum die Koreaner nicht geschlagen sind und wo bei der Aufholjagd der Haken liegt.

Rafael Zeier
Besucher besichtigen eine Ausstellung im Hauptsitz von Samsung in Seoul.
Besucher besichtigen eine Ausstellung im Hauptsitz von Samsung in Seoul.
Reuters

Apples Rekordzahlen kommen nicht von ungefähr. Im letzten Sommer hat Apple entscheidende Funktionslücken zu Android geschlossen (Apple nimmt der Konkurrenz die Argumente weg) und im Herbst dessen besten Wettbewerbsvorteil, die grossen Bildschirme, wettgemacht. Kommt dazu, dass sicher der eine oder andere iPhone-Besitzer mit einem Kauf gewartet hat, bis die grossen Bildschirme kommen.

Was hat Samsung in der Zeit gemacht? Die Koreaner haben mit dem Galaxy Alpha ein optisch etwas edleres, aber technisch mittelmässiges Smartphone vorgestellt. Dazu gab es zwei neue Modelle der Galaxy-Note-Reihe: beide dank Metallrahmen edler als die Vorgänger. «The next big thing», von dem Samsung in seiner Werbung gerne spricht, waren alle drei nicht.

Aber wie auch? Bei Smartphones ist ein Entwicklungsplateau erreicht (Das Plateau ist erreicht). Schon für unter 200 Franken bekommt man ein gutes Smartphone. Grosse Technologiesprünge bleiben aus. Ausser man macht es wie Apple und spart die Trumpfkarte «grosse Bildschirme» länger auf als die Konkurrenz. Wegen des Plateaus werden es 2015 Smartphone-Hersteller sehr schwer haben, die nicht mutig sind, keine gute Marketingabteilung haben oder nicht auf treue Fans zählen können.

Fokus aufs Design

Trotzdem darf man Samsung und damit das Android-Lager nicht abschreiben. Mit Android Lollipop hat Google sein Betriebssystem generalüberholt. In Sachen Design steht es Apple in nichts nach und beim Funktionsumfang sowieso nicht. Nur, aktuell findet man es kaum in neuen Smartphones und in älteren schon gar nicht.

Hier sind die Hersteller gefordert. Wer sich mit Apple messen will, darf sich keine Software-Schnitzer leisten. Aus Angst vor Google haben Hersteller in der Vergangenheit Android ihren Bedürfnissen angepasst und umgestaltet – was nicht immer eine Verbesserung war. In dem Bereich gibt es reichlich Verbesserungspotenzial.

Wer sich mit Apple messen will, muss aber auch beim Design mithalten können. Samsung hat das erkannt und Anfang Jahr den Chef seiner Design-Abteilung ausgewechselt. Um im Premiumbereich mitzumischen, muss ein Smartphone auch so daherkommen. So praktisch Plastik auch ist, einen edlen Eindruck macht es nicht.

Warten auf den März

Nachdem Apple im letzten Jahr über seinen Schatten gesprungen ist, ist es nun an den Android-Herstellern, dasselbe zu tun und schönere und elegantere Smartphones zu bauen oder sich fortan aus dem Premiumsektor zu verabschieden.

Anfang März wird sich zeigen, wie sich Samsung und Co. entscheiden. Am Mobile World Congress in Barcelona werden mehrere Hersteller ihre neusten Flaggschiff-Smartphones präsentieren.

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