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Online-Daten: Was gehört wo veröffentlicht?

Google will noch dieses Jahr in Deutschland Street View starten. Seit dieser Ankündigung ist eine heftige Diskussion um Datenschutz entbrannt. Die meisten Spuren allerdings hinterlassen die Nutzer selbst.

Online-Daten zu löschen, ist aufwendig - und der Versuch, die Hoheit über die eigenen Daten zurückzuerobern, ist nur selten von Erfolg gekrönt.
Online-Daten zu löschen, ist aufwendig - und der Versuch, die Hoheit über die eigenen Daten zurückzuerobern, ist nur selten von Erfolg gekrönt.
Keystone

Die Debatte um den Strassenbilder-Dienst Google Street View in Deutschland, aber auch in der Schweiz, macht vielen Nutzern Angst: Sie fürchten, ihre Daten im Internet nicht selbst kontrollieren zu können. Sehr häufig sind es allerdings die Internetnutzer selbst, die Datenspuren im Netz hinterlassen. Diese Daten werden sie kaum löschen können – denn das Netz vergisst nichts. Wir sagen Ihnen, was Sie selber für den Datenschutz tun können.

1. Wo hinterlasse ich beim Surfen im Internet überall meine Daten?

Die offensichtlichste Möglichkeit, im Internet persönliche Daten anzugeben, ist das Ausfüllen von Formularen auf Internetseiten – für Gewinnspiele, Newsletter, beim Einkaufen oder Online-Banking. Eine wichtige Rolle spielen sogenannte soziale Netzwerke – wie Facebook oder Xing. Dort legen Nutzer persönliche Profile an und verbinden sich virtuell mit Freunden, Verwandten und Kollegen. Internetnutzer geben beim Surfen aber auch Informationen preis, ohne es zu merken: Bei jedem Besuch einer Website wird die sogenannte IP-Adresse des Computers für den Betreiber der Seite sichtbar.

2. Welche Daten muss ich im Internet angeben?

Das hängt immer vom Zweck ab. Um von einem Anbieter Informationen per E-Mail zu erhalten, ist nur die Angabe der E-Mail-Adresse nötig. Anbieter von Gewinnspielen etwa sammeln teils mehr Daten als sie benötigen, um diese dann zu verkaufen. Wer online einkauft, muss andererseits natürlich seine Adresse angeben und oft auch seine Bankverbindung oder Kreditkartennummer.

3. Welche Daten sollte ich in sozialen Netzwerken veröffentlichen?

Wer ein Profil in einem Netzwerk anlegen möchte, muss persönliche Daten preisgeben. Wichtig sind dabei zwei Entscheidungen: Welche Daten gebe ich an – und wer darf diese Daten lesen? Wer soziale Netzwerke zur Jobsuche nutzt, sollte einen kleinen Einblick in seine persönlichen Interessen geben. Kritisch können aber etwa Fotos aus dem Privatleben sein: Denn so weiss schnell auch der Arbeitgeber, was auf der Feier am vergangenen Wochenende geschehen ist. Der beste Datenschutz ist natürlich, Daten gar nicht erst zu veröffentlichen. Und: Das nachträgliche Löschen von Daten nützt nichts – irgendwo finden sich immer noch Spuren der alten Informationen oder Fotos.

4. Was passiert mit den Daten, die im Internet über mich gesammelt werden?

Oft werden die Informationen für Werbung verwendet, die genau auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten ist. Arbeitgeber nutzen das Internet häufig auf der Suche nach Informationen über Bewerber. Die leichtsinnige Preisgabe persönlicher Daten kann aber auch finanzielle Folgen haben. So nutzen Kriminelle immer wieder Kreditkarten- und Bankverbindungsdaten, um illegal Geld abzubuchen.

5. Wie kann ich meinen Computer grundsätzlich sicherer machen?

Generell sollte auf jedem Computer, der zum Surfen im Internet und für Bankgeschäfte verwendet wird, ein Anti-Viren-Programm und eine Firewall installiert sein. Entsprechende Programme gibt es kostenlos im Internet. Die Programme müssen genauso wie das Betriebssystem und der Browser, der zum Betrachten von Internetseiten verwendet wird, regelmässig aktualisiert werden. Meist lässt sich einstellen, dass dies automatisch geschehen soll.

6. Was sollte ich bei Passwörtern beachten?

Passwörter sind der erste wichtige Schritt zum Schutz persönlicher Daten. Sind sie zu leicht zu knacken, können Unbefugte etwa E-Mails lesen, Umsätze im Online-Banking ansehen oder sich in die Konten anderer bei sozialen Netzwerken einloggen. Sichere Passwörter enthalten möglichst Klein- und Grossbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Je länger sie sind, desto schwieriger sind sie zu knacken. Zur Sicherheit sollte nicht immer dasselbe Passwort verwendet werden.

AFP/rek

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