Zum Hauptinhalt springen

«Hört auf, uns zu überwachen»

Angeführt von Firefox-Entwickler Mozilla, macht ein breit abgestütztes Bündnis gegen die US-Datenschnüffelei mobil. Bürgerrechtsorganisationen reichten in New York eine Klage ein.

Hat genug von der Geheimniskrämerei: Firefox-Entwickler Mozilla. (Archivbild)
Hat genug von der Geheimniskrämerei: Firefox-Entwickler Mozilla. (Archivbild)
Reuters

Der Firefox-Entwickler Mozilla stemmt sich gegen die Überwachung von Internet- und Telefondaten durch den US-Geheimdienst NSA. Er startete am Dienstag mit Rückendeckung von Bürgerrechtsorganisationen und anderen Firmen die Kampagne «Stop Watching Us».

Mozilla und seine Verbündeten sammeln unter dem Motto «Hört auf uns zu beobachten» auf einer Website Unterschriften für einen offenen Brief an den US-Kongress. «Diese Art der pauschalen Datensammelei kratzt an den amerikanischen Grundwerten von Freiheit und Privatsphäre», heisst es darin.

Dadurch würden Eckpfeiler der Verfassung verletzt. «Wir rufen den Kongress auf, sofort zu handeln, um diese Überwachung zu stoppen.» Zudem solle das Ausmass dieser «Spionage in der Heimat» offengelegt sowie die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Wir glauben an eine transparente Regierung

«Mozilla glaubt an ein Internet, bei dem wir nicht fürchten müssen, dass alles, was wir machen, von Unternehmen oder Regierungen nachverfolgt, überwacht und aufgezeichnet wird», schrieb Alex Fowler von Mozilla im Blog des Browser-Entwicklers. «Wir glauben auch an eine Regierung, deren Handlungen sichtbar, transparent und verantwortlich sind.»

Damit formiert sich in der Internetgemeinschaft immer grösserer Widerstand gegen die Datensammlerei der US-Sicherheitsbehörden unter dem Schlagwort der Nationalen Sicherheit. Der Internetkonzern Google forderte, die Anzahl und Tragweite von entsprechenden Anfragen publik machen zu dürfen. Bislang läuft alles im Geheimen ab.

Klage eingereicht

Parallel dazu reichte die Bürgerrechtsorganisationen American Civil Liberties Union in New York eine Klage gegen die Sammlung von Telefonverbindungsdaten ein. Mehr als 80 Organisationen, darunter die Bürgerrechtsgruppe Aclu, die Stiftung Mozilla und Greenpeace USA, riefen den Kongress am Dienstag auf, eine Untersuchung zu den Überwachungsprogrammen der Geheimdienste einzuleiten. Auf der Website Stopwatching.us («Hört auf, uns zu überwachen») starteten sie zudem eine Onlinepetition.

Die britische Zeitung «Guardian» und die «Washington Post» hatten die Existenz des Spähprogramms Prism aufgedeckt, mit dem der US-Geheimdienst NSA direkt auf Server grosser Internetkonzerne zugreifen und Netznutzer weltweit überwachen soll. Ausserdem veröffentlichte der «Guardian» einen geheimen Gerichtsbeschluss, der es der NSA erlaubt, im Antiterrorkampf wahllos Daten über die Handyverbindungen von Millionen Menschen in den USA zu sammeln.

(sda/AFP)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch