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Ein teurer Computerfehler

Über Jahre verschleppte Buchhaltungsfehler kosten den weltgrössten Reisekonzern TUI umgerechnet 160 Millionen Franken.

Böse Überraschung: TUI-Vorstandschef Michael Frenzel muss die Bilanz korrigieren.
Böse Überraschung: TUI-Vorstandschef Michael Frenzel muss die Bilanz korrigieren.
Reuters

Die Tochter TUI Travel PLC müsse 120 Millionen Euro abschreiben, weil es «fehlerhafte Prozesse beim Abgleich von Forderungsbeständen» gegeben habe, teilte TUI am Donnerstag in Hannover mit. Der Finanzchef von TUI Travel PLC, Paul Bowtell, trat wegen der Fehler zurück. Im Endeffekt wird das Eigenkapital der TUI um die falsch gebuchte Summe gesenkt.

Nach Informationen aus dem Umfeld des Konzerns hatten sich viele kleine Buchungen über Jahre zu dem Betrag aufgebaut. So wurden Umsätze oft automatisch gebucht, aber Stornierungen mussten per Hand erfasst werden. Das habe dazu geführt, dass teilweise auch stornierte Umsätze in der Bilanz verblieben seien. In Hannover hiess es, vor allem die Muttergesellschaft habe auf die Korrektur der Geschäftszahlen gedrängt.

Keine Auswirkungen auf das aktuelle Geschäft

In zwei Schritten sollen nun die 120 Millionen Euro mit dem Eigenkapital der TUI AG verrechnet werden. Auf das aktuelle Geschäft und auf die Aktionäre hätten die Vorgänge keine Auswirkungen, erklärte ein TUI-Sprecher. Die Ergebniserwartung für das Touristiksegment im Geschäftsjahr 2009/2010 bleibt unverändert gültig. TUI erwartet demnach weiter ein positives Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2009/2010.

Unterdessen lässt sich das Geschäft in der seit 30. September laufenden Wintersaison gut an: In allen grossen Ländern liegen die Buchungen über dem Vorjahresstand. In Deutschland wurden bisher 10 Prozent höhere Umsätze verbucht, in Skandinavien sogar 32 Prozent mehr.

Das Jahr 2009 hatte TUI nur mithilfe des Hapag-Lloyd-Verkaufs mit Gewinn abgeschlossen. Im neunmonatigen Rumpfgeschäftsjahr erzielte TUI einen Nettogewinn von 401 Millionen Euro. Darin enthalten ist der Netto-Erlös von 844 Millionen Euro aus dem Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der Containerreederei. Im Kerngeschäft Touristik verbesserte sich das TUI-Ergebnis um 5 Prozent auf einen operativen Gewinn von fast 700 Millionen Euro. Die Reederei Hapag-Lloyd fuhr einen hohen Verlust ein.

dapd/rek

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