Asimo und der Atommüll

Er kann joggen, Stimmen unterscheiden und Gesichter erkennen: Der japanische Honda-Konzern hat einen Einblick in die Zukunft der menschenähnlichen Roboter gewährt.

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Der Roboter von der Grösse eines Kindes kann sich nun schneller bewegen, auf unebenen Oberflächen besser die Balance halten, auf einem Bein hüpfen und sogar beinahe selbst denken, wie es am Dienstag bei der Präsentation im japanischen Forschungszentrum von Honda in Wako hiess.

Die Kritik

Die für Asimo entwickelte Technik werde auch bei der Entwicklung eines Robotergreifarms genutzt, der im schwer beschädigten Atomkraftwerk Fukushima etwa zum Öffnen und Schliessen von Ventilen benutzt werden könnte, hiess es weiter. Damit reagiert der Konzern auch auf Kritik, dass der 2000 erstmals vorgestellte Asimo kaum praktischen Nutzen habe und eigentlich nur ein Spielzeug und nettes technisches Schaustück für Honda Motor sei.

Honda-Präsident Takanobu Ito räumte ein, dass sogar daran gedacht wurde, Asimo in den Atomreaktor zu schicken, um bei den Arbeiten in Fukushima zu helfen. Das sei aber nicht möglich, weil sich der Roboter nicht in dem Schutt bewegen könne und weil die empfindlichen Computerbauteile durch die Strahlung zerstört würden.

Einiges dazugelernt

Aber Asimo hat einiges dazugelernt seit der letzten Version von 2005. So kann er nun mit etwa neun Kilometern pro Stunde joggen, statt nur sechs Kilometern in der Stunde. Auch bewegt er sich geschmeidiger als früher. Der Roboter kann jetzt auch die Stimmen von bis zu drei Personen unterscheiden, die gleichzeitig sprechen. Dazu analysiert er den Klang und nutzt auch eine Gesichtserkennung.

Der neue Asimo kann jetzt auch seine Hände besser benutzen und jeden Finger einzeln bewegen. So kann er sich auch über Zeichensprache verständlich machen. Er konnte in der Vorführung auch eine Thermoskanne öffnen und Saft in einen Pappbecher giessen. Wie Ito erklärte, nutzt Asimo jetzt auch eine künstliche Intelligenz, mit der er auch allein, ohne Fernsteuerung durch Menschen sicher manövrieren könnte. Aber bis zur Marktreife von Asimo sei es noch ein langer Weg, räumte Ito ein.

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

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