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Dieses Duo ist eingespielt

Hans Ulrich Schaad ­berichtet vom Bergsommer. Heute über ein fast unzertrennliches Duo: Sennerin Martina Lempen und Hund Rex.

Wo Martina ist, ist Rex nicht weit. Martina Lempen, die Sennerin auf der Alp Obriste Morgeten, und der Hund der Familie Siegenthaler sind ein fast unzertrennliches Duo – und ein gut eingespieltes zudem. Rex begleitet Martina beim Holen der Kühe am Morgen, beim Gang zum Kiosk auf dem Morgetenpass und wacht an ihrer Seite, wenn sie im Steilhang Steine einsammelt oder Unkraut mäht.

Der Hund mit seinem dicken Fell leidet bei dieser Hitze und hächelt Martina jeweils hinterher, wenn sie wie eine Bergziege die Hänge hochsteigt.

Wenn Martina weg ist, schaut Rex ganz traurig in die Welt. Niemand ist da, der nach Feierabend mit ihm spielt. Als die Sennerin mal einen Tag lang im Tal war, sei Rex «ganz mudrig» gewesen, erzählt Rosmarie Siegenthaler. Die Begrüssung bei der Rückkehr sei so intensiv gewesen, als ob Martina lange in den Ferien gewesen wäre.

Selbst nach einer kurzen Trennung von nur zwei Stunden kann Rex das Wiedersehen kaum erwarten. Auch jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, ist Martina gerade weg. Rex liegt mit traurigem Blick in der Küche – unter ihrem leeren Stuhl.

Einmal machte mir Rex Angst. Ich dachte schon, Martina sei etwas passiert. Sie war hoch oben in einem Steilhang am Unkrautmähen, als Rex plötzlich den Hang runter auf einen Geländevorsprung rannte und in Richtung Alphütte bellte.

Doch Martina stand nach wie vor hoch oben mit einer Sense. Später klärte sie mich auf: Rex hatte nur einen Gleitschirmflieger entdeckt. Alles, was am Himmel fliegt, erregt Rex’ Aufmerksamkeit.

Am Samstagmorgen war Rex mein Held. Ich war auf dem Weg von der Unterkunft zur Alphütte, als mir gegen zwei Dutzend Ziegen den Weg versperrten. Nur mit Mühe konnte ich mich zwischen den Tieren – sie kamen von einer weiter unten gelegenen Alp – durchkämpfen. Doch danach folgte mir die ganze Geissenherde mit gefühlten zehn Zentimetern Abstand.

Alles Fuchteln mit den Händen und Zurufen halfen nichts. Kurz vor der Hütte schickten Rosmarie Siegenthaler und Martina Lempen Rex zweimal in meine Richtung. Mit lautem Bellen konnte er die Ziegen wieder in die andere Richtung bewegen.

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