ZDF-Kahn rechnet mit Ronaldo ab

Portugals Superstar polarisiert auch an der EM. Schon vor dem Anpfiff gegen Island legte einer seiner Kritiker mächtig los.

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Thomas Niggl@tagesanzeiger

Oliver Kahn, der ehemalige deutsche Nationalgoalie, der auch als ZDF-Experte stets Klartext spricht, kam schon vor dem Anpfiff der Partie Island gegen Portugal mächtig in Fahrt. Der Champions-League-Sieger mit den Bayern kann kaum ein Fan des portugiesischen Superstars sein. Da drang auch eine gewisse Antipathie durch.

Denn was Kahn im ZDF-Studio sagte, kam einer Abrechnung gleich. Kahn spielte auf den Mann und legte gleich los, noch bevor Ronaldo überhaupt auf dem Platz stand. «Wenn ein Spieler wie er älter wird, muss er das mit der Zeit auch realisieren. Es ist langweilig, immer die gleichen Bilder zu sehen. Diese Selbstinszenierung, dieses Gehabe.»

Kahn schimpft Ronaldo einen Marketing-Fritzen

Ronaldo habe im Endspiel der Champions League gegen Atlético Madrid zwar den entscheidenden Elfmeter geschossen und auch verwertet, blickte Kahn kurz zurück und setzte gleich noch einen drauf. «Natürlich kann ich mir dann wieder das Trikot vom Leib reissen und wieder den Marketing-Fritzen machen. Aber gerade er, der so viel gewonnen hat und so eine Persönlichkeit ist, da wäre es doch auch möglich gewesen, mal kurz innezuhalten. Auch mal kurz an die Spieler von Atlético zu denken. Das würde ihn wirklich gross machen. Stattdessen immer dieses mediale Gedöns, das langweilt mich», fuhr der Münchner sichtlich genervt weiter.

Dann wurde Kahn etwas moderater und meinte immerhin: «Ich liebe diesen Spieler, was er kann. Aber es geht irgendwann als Fussballer, wenn du älter wirst, auch um andere Dinge.»

Nur 1:1 gegen Fussballzwerg Island und ein schwacher Cristiano Ronaldo obendrauf. Der Superstar, dem Basels Profi Birkir Bjarnasson mit dem Ausgleichstreffer die Show stahl, konnte keine Akzente setzten wie bei seinem Club Real Madrid. Nach dem Spiel analysierte Kahn die Leistung Ronaldos dann folgendermassen: «Er war eher unauffällig. Die Rolle, die er spielt, wurde aber auch extrem gut bekämpft.» Ein Kompliment an die Isländer.

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

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