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Riz Casimir – Niedergang eines Nationalgerichts

Das «gäle Züüg» stillte die Schweizer Sehnsucht nach der Ferne. Wie das Gericht die Schweiz eroberte – und leise verschwand.

Roger Sidler
Auf das Anrichten legte die Kochbuchautorin Wert: In den Reisring wird das Fleisch platziert. Im Bild die Variante Riz Colonial. Fotos: Fülscher-Kochbuch
Auf das Anrichten legte die Kochbuchautorin Wert: In den Reisring wird das Fleisch platziert. Im Bild die Variante Riz Colonial. Fotos: Fülscher-Kochbuch

Das Essen auf dem Teller ist meist auch ein Statement. Heute führen Wurst und weit gereiste Früchte zu langen Diskussionen über Klimawandel und Globalisierung.

Mitten im Kalten Krieg war das anders: Kalbfleisch und Ananas aus der Büchse zeugten von Weltläufigkeit und Konsumlust, und sie fanden zusammen in einem Gericht, das eine Zeit lang so populär ist, dass man in der Deutschschweiz an ihm nicht vorbeikommt: dem Riz Casimir. Kein Sport- und Ferienlager, in dem am Abschlussabend den Jugendlichen nicht «Riis Kasimir» offeriert wird. Kein Geburtstag oder Sonntagsbesuch bei den Eltern, an dem die Familie nicht gelbe Flecken auf Tischtuch und Servietten hinterlässt.

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