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Protest und Verantwortung

Die Proteste in Hongkong verdienen Unterstützung. Gewalttaten allerdings spielen Peking in die Hände.

Lea Deuber
Als stiller Protest platziert eine prodemokratische Demonstrantin Ziegelsteine auf einer Strasse vor dem Campus der Hong Kong Baptist Universität. Foto: Keystone
Als stiller Protest platziert eine prodemokratische Demonstrantin Ziegelsteine auf einer Strasse vor dem Campus der Hong Kong Baptist Universität. Foto: Keystone

Die prodemokratische Bewegung in Hongkong wirkt in diesen Tagen wie ein seltenes Gewächs. Weltweit scheint die Demokratie in der Krise. Autokratische Staaten sind auf dem Vormarsch. Die Menschen in Hongkong aber kämpfen für ihre Freiheit. Seit Monaten gehen sie auf die Strasse. Die Unverwüstlichkeit ihres Freiheitswillens ist bewundernswert. Ihre Widerstandsfähigkeit bringt Pekings Machthaber um den Schlaf. Hongkongs Freiheitskampf verdient Unterstützung.

Das macht die Bewegung aber nicht unangreifbar. Die Mehrheit der Hongkonger geht friedlich auf die Strasse. Sie beklagen zu Recht die Polizeigewalt. Die Regierung hat den Rechtsstaat ausgehöhlt. Die Gewaltenteilung und die freiheitlichen Grundrechte, die Peking der Stadt zugesichert hat, sind unter Druck. Gleichzeitig haben sich aber einige Demonstranten radikalisiert. Mehrfach haben sie Menschen gezielt angegriffen und verletzt.

Die friedlichen Demonstranten müssen sich deshalb von der Gewalt distanzieren. Ihr Schweigen schadet.

So wurde am Montag ein Regierungsanhänger mit einer entflammbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet. Die Gelände mehrerer Universitäten wurden am Dienstag zu Kampfzonen. Nach der Eskalation der Gewalt sollen am Donnerstag alle Schulen geschlossen bleiben.

Die Verzweiflung ist nachvollziehbar. Die Gewalt ist es nicht. Die friedlichen Demonstranten müssen sich deshalb von der Gewalt distanzieren. Ihr Schweigen schadet. Die Gewaltbilder dienen Peking als Munition.

Die Bewegung muss beharrlich bleiben. Die Menschen fordern aber politische Rechte ein. Das bringt auch Pflichten mit sich. Verantwortlichkeit gegenüber anderen gehört dazu.

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