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Sexy Zwingli

Die Zürcher ignorieren ihren Reformator selbst im Jubeljahr, weil sie in ihm einen Hohepriester der Lustfeindlichkeit sehen. Damit tun sie ihm Unrecht.

Düsteres Image: Das Schwert in der Hand, blickt die Zwingli-Statue vor der Wasserkirche streng Richtung Innerschweiz. Foto: Urs Jaudas
Düsteres Image: Das Schwert in der Hand, blickt die Zwingli-Statue vor der Wasserkirche streng Richtung Innerschweiz. Foto: Urs Jaudas

Ausgerechnet die alten Innerschweizer Katholiken haben es den Zürchern vorgemacht: Sie erkannten das touristische Potenzial von Huldrych Zwingli. Wohlgemerkt erst, nachdem sie ihm bei Kappel den Schädel eingeschlagen und seinen Körper gevierteilt hatten. Kaum war das getan, stellten sie seine Ausrüstung in Luzern zur Schau – ein solch übertriebener Haufen Kriegsgerät, dass ihn nur ein muskelbepackter Oger hätte tragen können. Aber gefragt war nicht Logik, sondern Grusel, und die Überreste des «Erzketzers» wurden prompt zu einem Pubilkumsmagneten.

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