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Glücksspiel für wehrlose Kinder

In der Hoffnung, das «Problem» auszusitzen, kümmern sich zu viele Kantone kaum um gute Bedingungen für die Flüchtlingskinder.

Ist die Rede von Flüchtlingen, denken viele an junge Männer. Doch immer häufiger erreichen auch Kinder die Schweiz – allein. In diesem Jahr machen sie bereits sechs Prozent aller Asylgesuche aus. Vor allem für jene Kantone, die mit der Unterbringung der erwachsenen Asylsuchenden bereits am Anschlag sind, sind diese Flüchtlinge eine grosse Herausforderung.

Er habe kürzlich ein Geschwisterpaar empfangen, erzählt der Migrationschef eines grossen Kantons. Die beiden Brüder waren sechs und zehn Jahre alt. Mittlerweile leben sie bei einer Pflegefamilie. Das Beispiel zeigt: Erstens ist die Verantwortung der kantonalen Behörden gross. Sie entscheiden über das Schicksal von Kindern, die häufig traumatisiert sind und intensive Betreuung benötigen. Zweitens haben diese Brüder Glück gehabt. Denn leider ist es für die minderjährigen Asylsuchenden nach wie vor eine Glückssache, in welchen Kanton sie vom Bund geschickt werden. Es gibt nämlich Kantone, in denen sie nicht wie Kinder, sondern bloss wie Asylsuchende behandelt werden: Dort werden sie dann zum Beispiel wegen Platznot in einem Asylzentrum für Erwachsene einquartiert.

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