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Olympiamilliarde würde verpuffen

Dank Winterspielen soll die Schweiz sportlich und touristisch profitieren. Was die Promotoren dabei verschweigen.

Die volkswirtschaftlichen Effekte dürften nur von kurzer Dauer sein, sagt Tourismusexperte Jürg Stettler. Foto: TA
Die volkswirtschaftlichen Effekte dürften nur von kurzer Dauer sein, sagt Tourismusexperte Jürg Stettler. Foto: TA

Der Bundesrat erwartet viel von Olympischen Winterspielen in der Schweiz. Sie sollen den Sport voranbringen, den Zusammenhalt im Land stärken und ganz allgemein die Gesundheit der Bevölkerung verbessern. Dafür ist er bereit, eine Milliarde Franken zu investieren. Jürg Stettler, Tourismusprofessor an der Hochschule für Wirtschaft in Luzern, hat diese Ankündigungen in einer Analyse über die volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Sion 2026 hinterfragt.

Stettler sieht zwar durchaus positive volkswirtschaftliche Effekte, viele dürften aber von kurzfristiger Dauer sein. Im Interview betont er, dass sowohl Tourismus wie Sport von direkten Investitionen stärker profitieren würden als über den Umweg von Olympischen Spielen. Vieles, was der Bundesrat als positive Effekte herbeizieht, verortet er im Reich der Wünsche. Von einem Sportgrossanlass profitiere vor allem der Sport. Er würde es begrüssen, wenn in der Schweiz auch ohne nationale Volksabstimmung eine breite Diskussion laufen würde, für was Olympische Winterspiele stehen sollten.

Vorerst wird diese Diskussion im Wallis geführt. Die kantonale Volksabstimmung vom 10. Juni dürfte die entscheidende Hürde werden für das Schweizer Olympiakomitee. Dessen Präsident, SVP-Nationalrat Jürg Stahl, erhält für seine Arbeit jährlich 120 000 Franken, der Vizepräsident, SP-Ständerat Hans Stöckli, 90 000 Franken. Stahl betont, dass sich die Entschädigung «in sehr vernünftigem Mass» bewege.

Der Kanton Wallis und Swiss Olympic wollen den Gastgeberstadtvertrag für die Olympischen Winterspiele 2026 gemeinsam mit der Stadt Sion unterzeichnen. Bei einem Defizit würde der Bund mit 215 Millionen Franken und eine Versicherung mit 300 Millionen Franken einspringen, gaben die Beteiligten gestern an einer Medienkonferenz bekannt. Abgesehen von den überzogenen langfristigen Erwartungen räumt Touristiker Jürg Stettler der Schweizer Kandidatur momentan gute Chancen ein. «Im Vergleich zur Konkurrenz ist Sion 2026 schon weit», ist er überzeugt.

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