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Chronik des Corona-ChaosDie zweite Welle kam – und niemand war bereit

Die Politik reagierte zu spät, zu zögerlich oder gar nicht auf die Explosion der Covid-Infektionen. Rekonstruktion eines politischen Systemversagens in fünf Akten.

Nach drei Wochen des Zögerns und Zauderns in der Schweizer Politik wird Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga heute schärfere Corona-Massnahmen verkünden.
Nach drei Wochen des Zögerns und Zauderns in der Schweizer Politik wird Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga heute schärfere Corona-Massnahmen verkünden.
Foto: Marcel Bieri (Keystone)

1. Die grausige Gegenwart

Die Einschläge kommen näher. 5949 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag gemeldet, die Positivätsrate liegt bei fast 30 Prozent. «Bleiben Sie zu Hause, wann immer es möglich ist», sagte Martin Ackermann, Präsident der wissenschaftlichen Covid-19-Taskforce des Bundes, vor den Medien und rechnete vor, dass die Spitäler in den nächsten zehn Tagen an den Anschlag geraten, falls nicht etwas passiert.

Es fühlt sich an wie vor einem halben Jahr, es war Mitte März und die Lage ähnlich. Mit einem grossen Unterschied: Die erste Welle hatte klarere geografische Grenzen, die Romandie war stark betroffen, das Tessin. Ländliche Gebietedie Deutschschweiz überhauptnahmen die Pandemie ganz anders wahr.

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