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Porziareal LangenthalDie Porzi kündigt ihren Untermietern

Der Einzug von Ducksch Anliker und die Fokussierung der Porzellanfabrik aufs Kerngeschäft hat Folgen für elf Mietparteien. Sie sollen aber auf dem Areal bleiben können.

Es gebe auf dem Porziareal weiterhin genügend Flächen für alle heutigen Untermieter der Porzi, heisst es bei den Eigentümern.
Es gebe auf dem Porziareal weiterhin genügend Flächen für alle heutigen Untermieter der Porzi, heisst es bei den Eigentümern.
Foto: Raphael Moser

Die Diskussion über die Zukunft des Porziareals ist in vollem Gange. Mehrere Hundert Personen haben die Gelegenheit genutzt, im Rahmen der Mitwirkung zur Testplanung mitzureden. Während der Gemeinderat nun auf den Mitwirkungsbericht wartet, um das weitere Vorgehen zu beraten, stehen auf dem Areal selber Veränderungen bei den Mietverhältnissen an. Konkret haben mehrere Untermieter der Porzellanfabrik Langenthal AG als Erstmieterin der Ducksch Anliker AG vor einem Monat die Kündigung erhalten.

Betroffen sind dabei nicht nur jene Mietparteien, die im ehemaligen Hauptgebäude der Fabrik eingemietet sind – in jenen Räumlichkeiten also, in welche die Hauptgrundbesitzerin 2021 ihren eigenen Firmensitz hinverlegen will. Die Kündigungen gingen an sämtliche Untermieter der Porzellanfabrik.

«Unsere Kernkompetenz ist aber nicht die Untervermietung, sondern das Porzellan.»

René Trösch, Geschäftsleiter Porzellanfabrik AG

René Trösch, Geschäftsleiter der Porzi, bestätigt die insgesamt elf Kündigungen per Ende Jahr. Wobei sich das Unternehmen aus ganz freien Stücken zu diesen entschieden habe. Die Porzi habe heute sehr viel Fläche gemietet auf dem Areal, und diese mangels eigener Nutzung untervermietet, erklärt er. «Unsere Kernkompetenz ist aber nicht die Untervermietung, sondern das Porzellan.» Auf dieses wolle man sich konzentrieren. Zumal Corona auch bei der Porzellanfabrik Sparbemühungen notwendig mache.

Der Archivteil bleibt bestehen

Die Porzi will daher fortan nur noch jene Flächen mieten, die sie auch selber nutzt: Neben dem Fabrikladen in der Elektrotunnelofenhalle sind das Büro- und Lagerräumlichkeiten. Ebenso den Teil des zweiten Stocks im Hauptgebäude mit dem unzähligen Archivmaterial wird die Fabrik vorerst weiterhin mieten.

Ins Hauptgebäude will die Ducksch Anliker AG 2021 selber einziehen.
Ins Hauptgebäude will die Ducksch Anliker AG 2021 selber einziehen.
Foto: Raphael Moser

Was aber bedeuten die Kündigungen für die heutigen Untermieterinnen und Untermieter? Gemäss dem Kündigungsschreiben, das diese von der Porzellanfabrik erhalten haben, ist seitens der Grundeigentümerin und ihrer Immobilienverwalterin zugesichert, dass «grundsätzlich alle Mieter übernommen werden, sofern (wo nötig) neue Flächen gefunden werden, welche für beide Parteien passen». Nicht alle Betroffenen müssten ihre Räumlichkeiten also aufgeben, sagt Trösch.

So haben die Ducksch Anliker Totalunternehmung AG und die Rieder Immobilien AG die Betroffenen inzwischen denn auch schriftlich informiert, dass sie bei der Lösungssuche Hand bieten, sofern die Gekündeten ihren Bedarf äussern. Im Schreiben bäten sie um Kontaktaufnnahme, erklärt Immobilienbewirtschafter Nicola Belfanti. «Ziel ist es, mit sämtlichen Mietern einen neuen Mietvertrag zu verhandeln.» Wobei die Grundeigentümerin ab 2021 alle Mietverträge direkt respektive via Rieder Immobilien bewirtschaften wolle und somit keine Untermietverhältnisse mehr bestehen sollen. An weitere, direkte Mietparteien seien seitens der Eigentümerin und deren Verwalterin denn auch keine Kündigungen ausgesprochen worden. Mit der Porzellanfabrik werde auf deren Wunsch ein neuer Vertrag erarbeitet.

Interesse auch von ausserhalb

Da die Porzellanfabrik neben jenen im Hauptgebäude auch weitere Mietflächen zurückgibt, geht Belfanti davon aus, dass für alle Betroffenen eine Lösung auf dem Areal selber gefunden werden kann. Bedarf angemeldet habe bisher aber erst ein Viertel der aktuellen Porzi-Untermieter.

Wobei die Nachfrage nach Mietflächen auf dem Areal grundsätzlich vorhanden sei, verweist Belfanti auf eine Liste mit rund 30 Anwärtern. «Wir merken, dass das Areal auf grosses Interesse stösst.»