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Bern–Heimiswil retourDie Odyssee eines Grabsteins

Die 25-jährige Suche nach einer definitiven Ruhestätte ist zu Ende: Das Grabmal des Mathematikers Ludwig Schläfli kann von Heimiswil zurück auf den Bremgartenfriedhof in Bern.

Der Grabstein des Mathematikers Ludwig Schläfli steht nahe dem Landgasthof Löwen in Heimiswil.
Der Grabstein des Mathematikers Ludwig Schläfli steht nahe dem Landgasthof Löwen in Heimiswil.
Foto: Beat Mathys

Eine Mathematikerin ist Barbara Kummer nicht, aber eine Kämpferin für einen der bedeutendsten Mathematiker, den die Schweiz jemals hervorgebracht hat: Ludwig Schläfli. Die Geschichte beginnt allerdings nicht mit ihm, sondern mit einer anderen Berner Koryphäe der Mathematik – Jakob Steiner. Der Sohn eines Kleinbauern, der 1796 in Utzenstorf zur Welt gekommen war und Professor in Berlin wurde, erkannte das Talent von Schläfli und förderte ihn deshalb. Bis kurz vor Steiners Tod 1863 verband die beiden Mathematiker eine tiefe Freundschaft.

Jakob Steiner wurde auf dem Monbijoufriedhof in Bern beigesetzt. Doch die Grabesruhe dauerte nur gerade gut zwei Jahrzehnte. So lange, bis dieser Friedhof, der sich im Bereich des heutigen Floraparks befand, einer Überbauung weichen musste. Steiners Gebeine wurden auf den Bremgartenfriedhof umgebettet. Just zu dieser Zeit wurde auch Ludwig Schläfli zu Grabe getragen. Im Tode wieder vereint, erhielten die beiden Mathematiker gemeinsam ein Ehrengrab: einen drei Tonnen schweren Grimselfindling, geschmückt mit einer Bronzeplakette des Künstlers Anselmo Laurenti.

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