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Näherei Zeller in SpiezDie Nachfolge ist gesichert

Seit dem 21. November ist die Näherei Zeller an der Oberlandstrasse 1 geschlossen. Mitte Januar gibts eine Nachfolgelösung.

Symbolische Geste: Erika Zeller schliesst die Eingangstür und beendet damit die Ära der von ihr geführten Näherei an der Oberlandstrasse 1.
Symbolische Geste: Erika Zeller schliesst die Eingangstür und beendet damit die Ära der von ihr geführten Näherei an der Oberlandstrasse 1.
Foto: Guido Lauper

Mit dem letzten Drehen des Eingangsschlüssels besiegelt Erika Zeller nach 13 Jahren das Ende ihrer selbstständig geführten Näherei mit Annahmestelle für Textilreinigung. «Als sich im Jahr 2007 die Firma Champoud GmbH gleich gegenüber an der Oberlandstrasse auflöste, entschloss ich mich nach reiflicher Überlegung, selbst anzufangen», erinnert sie sich an die Anfänge zurück. Zuvor war sie über zehn Jahre als Näherin dort angestellt gewesen.

«Die Spiezerinnen und Spiezer erwiesen sich als treue und dankbare Kunden.»

Erika Zeller, Näherei Zeller

«Die Räumlichkeiten, die seit Jahren nur noch als Werbung für die Sattlerei Turtschi genutzt worden waren, erwiesen sich als genau richtig für meine Näherei mit einem Angebot an Wolle und Mercerieartikeln», schaut sie auf die erfolgreichen Jahre zurück. Es sei ihr gelungen, in Spiez an zentraler Lage eine Marktlücke zu füllen.

«Die Spiezerinnen und Spiezer erwiesen sich als treue und dankbare Kunden», sagt die gelernte Damenschneiderin. Neben jüngeren Kundinnen und Kunden und alleinstehenden Herren seien es vor allem Frauen gewesen, die mit zunehmendem Alter auf Hilfe angewiesen gewesen seien. So reichten ihre Arbeiten vom Knöpfeannähen über das Ersetzen von Reissverschlüssen bis zu Reparaturen und Änderungen.

«Die Pandemie hat dem Betrieb nicht geschadet, doch sie hat mir den Entschluss leichter gemacht.»

Erika Zeller, Näherei Zeller

Dankbar ist Erika Zeller auch ihrem Ehemann Ruedi, der im Hintergrund agierte und «immer einsprang, wenn Not am Mann war».

Und so gehts weiter

Dass sie nun ihr Geschäft in andere Hände gibt und ihre Selbstständigkeit beendet, begründet die 69-Jährige mit dem Alter. «Die Pandemie hat dem Betrieb nicht geschadet», sagt sie, «doch sie hat mir den Entschluss leichter gemacht.»

Bereits seit der ersten Auszahlung der AHV-Rente hatte sie sich anderthalb Tage pro Woche durch Prisca Josi aus Frutigen vertreten lassen. Josi selbst wird im Folgebetrieb, in der «Textilpflege Bern», die nach baulichen Anpassungen Mitte Januar eröffnet werden soll, weiter beschäftig. Dort wird auch Erika Zeller einen Tag pro Woche als Angestellte arbeiten. Unter dem Namen Textilpflege Spiez wird im selben Gebäude des Besitzers Dieter Bischoff die Wäsche in einer neuen Anlage direkt vor Ort gereinigt.