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Leserreaktionen«Die Kantone geben sich knauserig. Sie treiben vor allem die innovativen Beizer in den Ruin»

Leserinnen und Leser äussern sich zu aktuellen Themen. Unter anderem zu den finanziellen Unterstützungen während der Pandemie.

Die Restaurants werden wohl noch eine Weile geschlossen bleiben. «Wo bleibt die finanzielle Unterstützung?», fragt die Leserschaft.
Die Restaurants werden wohl noch eine Weile geschlossen bleiben. «Wo bleibt die finanzielle Unterstützung?», fragt die Leserschaft.
Foto Keystone

Zu «Alain Berset holt sich die Lizenz zum Lockdown»

Bund und Kantone haben sich vertan mit ihrem Eiertanz basierend auf dem R-Wert. Dabei weiss man längst, dass der R-Wert eine veraltete Schätzung ist und weder für heutige noch für Entscheide in der nächsten Woche taugt. Der Bund, mit dem Finanzminister Ueli Maurer (SVP) voran, will die Härtefallhilfe nicht aufstocken, die Kantone geben sich auch knauserig. Sie treiben vor allem die innovativen Beizer in den Ruin. Ein Professor will die Impfungen strecken. Wir haben geglaubt, Swissmedic prüfe Sicherheit und Wirkung der Impfstoffe und beziehe sich auf die Daten der Hersteller, also auch jene für Erst- und Zweitimpfungen. Klar, der Experte weiss es besser. Bundesrätin Viola Amherd (CVP) zieht in Erwägung, die Schulen zu schliessen. Gute Idee, mal was zu planen. Wenn es nicht sein muss, umso besser. Das alles und mehr passiert in einem der reichsten Länder auf diesem Planeten, mit dem zweitteuersten Gesundheitssystem weltweit, aber auch mit der fast höchsten Übersterblichkeit. Die Schweiz hat es wirklich weit gebracht. Ernst Menet, Lyss

Nun holt sich Bundesrat Alain Berset (SP) die Lizenz zum Shutdown. Hier sei kurz erwähnt: Der Inzidenzwert lag in der Schweiz in der Kalenderwoche 51 bei 339, in Deutschland bei 180. Das ist praktisch die Hälfte! Die Deutschen leben mit dem Lockdown seit Mitte Dezember vor. Wieso schafft es ein zehn Mal kleineres Land nicht einheitlicher aufzutreten, striktere Verordnungen zu schaffen, sowie klar und verständlich zu kommunizieren? Die Larifari-Politik, die teilweise dermassen träge ist, braucht meiner Meinung nach eine klare Linie: eine rundum Überwachung der Lage umgrenzender Länder, Aktionspläne zur Hand, nicht lange fackeln und eine prompte, rigorose landesweite Umsetzung. Das Volk braucht eine fachmännische Leaderin oder einen fachmännischen Leader und keine weiteren Clubrunden mit langen Diskussionen. Karin Meyer, Hünibach

Zu «Wie gefährlich sind die neuen Viren?»

Unser altes Leben erhalten wir erst zurück, wenn wir akzeptieren, dass die Natur zuweilen stärker ist. AIDS war 30 Jahre lang tödlich und wir haben damit gelebt. Auch mit Menschen, die an Covid-19 sterben, müssen wir leben. Von den unter 50-Jährigen sind bis heute in der Schweiz gerade mal 152 Personen an dieser Krankheit gestorben. Mit über 60 Jahren (ich gehöre auch dazu) ist man dem Tod nun mal näher als der Geburt. Aber selbst mit über 80 Jahren überleben circa 80 Prozent eine Covid-Infektion. Warum aber sind die Todeszahlen bei uns höher als anderswo? Vielleicht haben wir in der Schweiz ein etwas unverkrampfteres Verhältnis zum Tod: Passive Sterbehilfe ist seit vielen Jahren erlaubt. Viele haben eine Patientenverfügung, selbst die gefürchtete Triage ist geregelt. Das erhöht im Fall des Falles das Todesrisiko – und senkt die Gefahr, nach wochenlanger Intensivpflege und Beatmung mit einem Hirnschaden ins Wachkomma zu wechseln. Urs Salvisberg, Langenthal

Zum Leserbrief von Elsbeth von Ballmoos «Gröbste Tierquälerei»

So einen Unsinn! Die Leserbriefschreiberin Elsbeth von Ballmoos ist wohl der Meinung, dass die Wölfe von 08:00 bis 18:00 Uhr keinen Hunger haben (gemäss ihrer Vorstellung: morgens bringen – abends wieder holen). Bezüglich Tierquälerei irrt sie sich erneut: Die wohl grösste Tierquälerei kommt vom Wolf selbst, und zwar dann, wenn er Schafe reisst, sie aber nicht mit einem finalen Biss tötet und elendig leiden oder sterben lässt. Die pawlowsche Anwendung (klassische Konditionierung) hätte vermutlich auch hier Erfolg: Das angreifende Tier würde ein-, zweimal mit Gummischrot getroffen, und das vielleicht aus 20 Metern Entfernung. Ich bin klar der Ansicht, dass der Schafschutz überhaupt von Profis situativ beurteilt und entsprechend gestaltet werden muss und nicht von unbeteiligten Laien. Hansruedi Haener, Wichtrach