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Riesen-SSD ausprobiertDie Festplatte hat bald ausgedient

Der SSD-Speicher ist schneller, effizienter und sicherer als althergebrachte Festplatten. Jahr für Jahr wird er billiger. Nun präsentiert Samsung ein neues Modell mit rekordverdächtigem Speicherplatz. Wir haben es ausprobiert und sagen, warum wir alle von dieser Entwicklung profitieren.

Die neue SSD von Samsung ist unscheinbar grau. Aber einmal verbaut, sieht man sie sowieso nicht mehr.
Die neue SSD von Samsung ist unscheinbar grau. Aber einmal verbaut, sieht man sie sowieso nicht mehr.
Foto: Rafael Zeier

Dass die Tage der klassischen Festplatte mit ihren rotierenden Scheiben gezählt sind, pfeifen die Spatzen nicht erst seit ein paar Jahren von den Dächern. In Smartphones und Tablet wäre so eine knarzende und stotternde Festplatte heute gänzlich undenkbar.

Auch in Laptops findet man sie kaum noch. Im Digitec-Sortiment etwa finden sich gerade noch 133 Laptops mit klassischen Festplatten. Demgenüber stehen rund 2000 Modelle mit modernem SSD-Speicher.

Immer noch (zu) teuer

Dass SSDs bei all ihren Vorzügen (Tempo, Effizienz, Sicherheit) die Festplatten noch nicht komplett verdrängt haben, liegt einzig und allein am Preis. Nach wie vor ist SSD-Speicher teurer. Darum setzen manche Hersteller und Kunden weiter lieber auf die drehenden Scheiben mit dem besseren Preis-Speicher-Verhältnis.

Selbst Apple verbaut beim iMac auch heute noch klassische Festplatten. Die Firma nennt das dann zwar Fusion Drive. Das ist allerdings nur eine elegante Bezeichnung und heisst nichts anderes, als dass ein SSD-Speicher die Aufgaben übernimmt, die nach Tempo verlangen, und eine klassische Festplatte dann zum Einsatz kommt, wenn es darum geht, Daten gemütlich zu archivieren.

Noch häufiger findet man klassische Festplatten in externen Modellen, die man per Kabel mit dem Computer verbindet. Wer viel archivieren möchte und nicht viel ausgeben möchte, greift auch heute noch zu den drehenden Platten. Und dann findet man Festplatten natürlich in älteren Laptops und PCs, die auch heute noch gute Dienste leisten.

Geräumiges Budget-Modell

Gestern sind wir dem Ende der klassischen Festplatte wieder einen Schritt näher gekommen. Samsung, das Unternehmen, das nebst Smartphones und Fernsehern auch SSDs zu seinen Spezialitäten zählt, hat ein neues Modell seiner Budget-Reihe vorgestellt.

Die neue 870 QVO kostet in der kleinsten Speichergrösse (1TB = 1000 GB) 150 Franken. Für mehr Geld gibt es auch mehr Speicher. Der Hingucker im Angebot ist ein Modell mit gigantischen 8 TB (8000 GB) Speicherplatz. Mit einem Preis von 999 Franken ist das zwar kein Spontankauf, aber wer schon lange auf so viel SSD-Speicher wartet, dürfte längst wissen, dass der nicht billig werden wird.

Wie immer gilt auch hier die alte Faustregel: Wer etwas zu teuer findet, braucht es auch nicht oder sollte sich mindestens gut überlegen, ob es wirklich nötig ist. Auf jeden Fall ist es spannend zu verfolgen, wie die SSD-Speichergrössen wachsen und die Preise fallen.

Dieser Trend dürfte sich in den nächsten Jahren auch in neuen Laptops, Tablets und Smartphones weiter fortsetzen. Die neue QVO ist einerseits ein erster Vorbote von neuen, noch geräumigeren Gadgets. Zum anderen ist sie aber zum Aufrüsten bereits gekaufter Computer gedacht.

Bereit zum Aufrüsten

Die neue SSD passt dank ihrer standardisierten Grösse (2,5") in viele PCs und Laptops. Für diesen Test musste ich daher tricksen. Mangels passendem PC oder Laptop habe ich mir bei einem Onlinehändler für rund 30 Franken ein Gehäuse mit USB-C-Anschluss gekauft.

Damit kann man nach kurzer Bastelei die SSD an jedem Computer und sogar am iPad Pro nutzen. Hier zeige ich, wies geht:

Da die neue QVO zur Samsungs-Budget-Linie gehört, darf man keine Temporekorde erwarten. Wer viel Tempo braucht und ein grosses Budget hat, fährt mit Samsungs teureren Speicherangeboten besser (rasend schnell und sagenhaft teuer).

Aber ganz ehrlich, für meinen Alltag und meine Anforderungen sind Geschwindigkeiten von etwas über 500 MB pro Sekunde mehr als schnell genug. Eine 12 GB grosse Filmdatei von der SSD aufs iPad zu ziehen, dauerte im Test 50 Sekunden.

Fazit: Wer nach einer preisgünstigen Methode sucht, seinen in die Jahre gekommenen Computer etwas zu beschleunigen oder vor allem dessen Speicher zu erweitern, sollte sich Samsungs neue QVO genauer anschauen. Wer sehr viel mehr Tempo möchte, sollte sich teurere SSDs anschauen. Alle anderen können sich darauf freuen, dass es künftig in neuen Geräten noch mehr Speicher zu immer tieferen Preisen geben wird.

19 Kommentare
    Olivier Mul’er

    Leider wird hier auch nicht darauf eingegangen, dass die QVO Serie als Budgetvariante dank erhöhter Nutzungsdichte des Speichers eine reduzierte Lebensdauer hat. Klar ist ein Backup bei jedem System ein Muss, aber bevor ich in ein Gerät eine neue Disk einsetze, welche eine tiefere prognostizierte (und garantierte) Lebensdauer hat, als die "Standard"-Disks, lasse ich es lieber bleiben.

    Ausserdem: Apples Fusiondisk-System ist etwas komplizierter, weshalb es auch Fehleranfälliger ist und wie es aus unseren Systemen verbannt haben. Das Konzept aber, ein schnelles System zu haben und die Daten, welche nicht ununterbrochen gelesen und geschrieben werden auf einer grösseren kostengünstigen und bewährten HDD zu speichern ist grundsätzlich gut. Denn eine 12 GB grosse Datei in 50 Sekunden zu kopieren ist Luxus. Eine 12 GB grosse Datei zu bearbeiten, einen Film aus einer SSD zu rendern, statt auf einer HDD etc., das macht Sinn.