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Laufen im eigenen QuartierDer GP Bern findet am Samstag statt – wenn auch nur virtuell

Der Grand Prix von Bern ist wegen der Corona-Krise abgesagt. Dennoch rufen die Veranstalter nun zum Rennen auf.

Aufnahme vom letzten GP im Jahr 2019.  Die offizielle Rennstrecke gilt es in diesem Jahr allerdings zu meiden.
Aufnahme vom letzten GP im Jahr 2019. Die offizielle Rennstrecke gilt es in diesem Jahr allerdings zu meiden.
Foto: Susanne Keller

Dass sich Läuferinnen und Läufer von der Corona-Krise nicht wirklich aufhalten lassen, haben die letzten Wochen bewiesen. Fast, als wäre alles wie sonst, begegnet man ihnen auf Waldwegen, an See- und Flussufern, auf den Pflastern von Innenstädten, Quartieren und Dorfkernen.

Diesem Sportsgeist wollen offenbar auch die Organisatoren des Grand Prix von Bern Rechnung tragen – und rufen zu einem «virtuellen GP» auf.

Komplett virtuell funktioniert der Wettkampf natürlich nicht – die Beinarbeit bleibt analog. Die Idee ist simpel: Athletinnen und Athleten laden sich vor dem Wettkampf eine App namens «viRace» aufs Smartphone. Diese misst mittels GPS die gelaufene Strecke und gibt Anweisungen per Kopfhörer.

Sie informiert die Teilnehmenden über den Streckenfortschritt und «bringt sogar das GP-Feeling mit», wie Beatrice Born vom GP-Organisationskomitee erklärt. So kläre einen die App beispielsweise darüber auf, dass man sich, würde man denn die echte Strecke rennen, etwa gerade beim Bundeshaus befinde oder den Aargauerstalden hinaufkämpfe.

Die Startzeiten sind die aus früheren Jahren bewährten: Um 14.15 Uhr startet der Altstadt-GP, um 16 Uhr der GP. Anders ist aber der Startort: Jeder Teilnehmer läuft von der eigenen Haustür aus los, und auf individuell wählbarem Terrain – der gewohnten Joggingstrecke etwa. Dieser Punkt ist den Organisatoren besonders wichtig: Läufer sollen auf keinen Fall die offizielle Strecke benutzen, sondern sich an die Massnahmen des Bundes halten und sich im Umkreis des eigenen Zuhauses bewegen.

Um den Wettkampfgeist unter Freunden, Kollegen oder Familienmitgliedern zu fördern, verfügt die App über eine Favoriten-Funktion. Damit werden Teilnehmende während des Laufes immer wieder über Kopfhörer informiert, an welcher Position sie im Vergleich zu den ausgewählten Kollegen liegen.

Auf eine Rangverkündigung verzichten die Organisatoren dieses Jahr. App-intern gibt es zwar sehr wohl eine Rangliste, aber da dürfte es bei so vielen verschiedenen Rennstrecken mit der Vergleichbarkeit etwas hapern.

Wie gut die App funktioniert und wie viel Wettkampf-Feeling beim virtuellen GP aufkommt, wird Jürg Steiner, BZ-Stadtredaktor und alter GP-Hase, am Samstag im Selbstversuch herausfinden.

ske

2 Kommentare
    jeker ruedi

    Hallo Herr Alphonse

    Ich glaube, Sie haben das Prinzip nicht verstanden. Jeder läuft hier alleine irgendwo, irgendwo auf seiner Heimrunde. Statt alleine wie sonst immer, dieses Mal virtuell mit den andern verbunden..