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Leserreaktionen«Dauerbelastung für Menschen mit Hörbeeinträchtigung»

Leserinnen und Leser äussern sich zu aktuellen Themen. Unter anderem beschreibt ein Leser die Schwierigkeiten von Schwerhörigen mit Masken.

Menschen mit Hörbeeinträchtigungen haben Mühe, zum Beispiel Verkäuferinnen mit Maske zu verstehen.
Menschen mit Hörbeeinträchtigungen haben Mühe, zum Beispiel Verkäuferinnen mit Maske zu verstehen.
Manuel Zingg

Zu «Sie kann Maskenträger nicht verstehen»

Wo Abstände nicht eingehalten werden können, ist eine Masken-Tragepflicht nachvollziehbar. Wir von der Beratung für Schwerhörige und Gehörlose Bern sehen aber eine Begleiterscheinung: Menschen, die durch ihre Hörbeeinträchtigung auf Lippenlesen und das Erkennen von Mimik angewiesen sind, stehen vor einer grossen Herausforderung. Wegen der Maske ist es für sie nahezu unmöglich, das Gegenüber zu verstehen. Das bedeutet eine dauerhafte Belastungssituation, denn es kann zu Missverständnissen führen oder eine gelingende Kommunikation verunmöglichen. Wie kann Kommunikation dennoch gelingen? Indem man versucht, genügend Abstand herzustellen, damit beide die Maske ausziehen können. Das BAG erlaubt dies in solchen Situationen. Oder man ist kreativ und benutzt sein Handy oder Papier mit Stift, um eine Botschaft zu notieren. Man kann auch seinen Körper nutzen, um Botschaften bildhaft darzustellen. Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung schätzen diese solidarisch-kreative Bereitschaft sehr. Cristian Cardoso, Sozialarbeiter BFSUG, Bern

Zum Leserbrief «Ein Maskenverweigerer gefährdet die Anderen»

Ein Corona-Skeptiker ist kein Corona-Lügner und auch kein Masken-Verweigerer wie Anne Sollberger in ihrem Leserbrief schreibt. Er hinterfragt lediglich gewisse Interpretationen und die daraus folgenden Massnahmen wie den Umgang mit dem PCR-Test. Gerade die Wissenschaft lebt doch davon, dass täglich hinterfragt wird. Skeptiker wie Galileo Galilei und Albert Einstein haben die Welt weitergebracht. Urs Lehmann, Belp

Zum Leserbrief «Es ist Pflicht der Kirche, Misstände anzuprangern»

Wie weit Kirchen «Parteipolitik» betreiben und Abstimmungskampagnen führen und unterstützen sollen, ist Ansichtssache und seit jeher umstritten. Als parteiloses, unabhängiges und ideologiefreies Kirchenmitglied bin ich dagegen, wenn Kirchensteuern von mir für Abstimmungspropaganda verwendet würden. Ohne Vergleiche zwischen Religionen und ohne unseren «heutigen» Landeskirchen Missions-, Hegemonie- oder Imperialismus-Absichten unterstellen zu wollen, stelle ich mit Befremden fest, dass noch heute die meisten Kriege, Konflikte, Vertreibungen und Terror religiös angezettelt, gesteuert, unterstützt oder beeinflusst werden. Toni Brunner, Münchringen

Zu «Biel legt Renten friedlich an»

Der Artikel über die Anlagepolitik der Pensionskasse der Stadt Biel ist höchst irreführend, gar falsch. Er gaukelt vor, die Pensionskasse erfülle die Forderungen der Kriegsgeschäfte-Initiative. Das stimmt aber nicht, wie Erich Fehr selber zugibt. Die Stadt Biel vermeidet Anlagen in Kriegsgeschäfte, solange Aufwand und Ertrag noch stimmen. Die Initiative hingegen verlangt ein konsequentes Finanzierungsverbot: Investitionen in Unternehmen, die mehr als 5 Prozent ihres Umsatzes im Rüstungsbereich investieren, werden untersagt. Investitionen in günstige und rentable Indexfonds sind nicht länger möglich. Alternativfonds, die Kriegsmaterial ausschliessen, gibt es nicht. Pensionskassen müssten jedes Unternehmen in ihrem Portfolio jährlich auf seinen Umsatz mit Rüstungsgütern überprüfen. Tamara Hardegger warnt zurecht vor den Verwaltungskosten. Amélie Evard, Stadträtin FDP, Nidau

Link zum Artikel: «Biel legt Renten friedlich an»