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«7 Fragen zu Spiez»Das Freie Spiez will weiterwachsen

An den Gemeindewahlen vom 8. November nimmt das Freie Spiez/GLP den sechsten Sitz im Gemeindeparlament ins Visier. Präsident Simon Schneeberger erklärt, man wolle mit der «spiezorientierten Haltung» punkten.

Simon Schneeberger, Präsident Freies Spiez/GLP.
Simon Schneeberger, Präsident Freies Spiez/GLP.
Foto: PD

Bei den Wahlen 2016 wurde mit fünf Sitzen im GGR und einem im Gemeinderat der Status quo erreicht. Welche Ziele hat sich das Freie Spiez/GLP für den 8. November gesetzt?

Simon Schneeberger: Unsere amtierende Gemeinderätin Pia Hutzli tritt zur Wiederwahl an. Die Zusammenarbeit im Ressort Sicherheit funktioniert tadellos. Unser Ziel ist, dass Pia Hutzli im Gemeinderat wiedergewählt wird. Im GGR möchten wir den Status quo plus 1 mit einer breit abgestützten Liste erreichen.

Was hat Ihre politische Gruppierung in den letzten vier Jahren konkret für Spiez erreicht?

Neben den Erfolgen im Grossen Gemeinderat, beispielsweise der überwiesenen Motion Uferweg Spiez–Einigen, konnte das Freie Spiez auch in Themen zur Erschliessung der Bucht Akzente setzen. Aktiv sind wir auch in einer Gruppe, welche die Seethermie in Spiez etablieren will. Wir zeichnen uns durch eine konsens- und vor allem «spiezorientierte» Haltung aus. Diese hilft vor allem in den Kommissionen, in denen viele Geschäfte vorverhandelt werden, die richtigen Hebel anzusetzen. Immer mit Fokus auf nachhaltige Verbesserungen für die Spiezer Bevölkerung, der Vereine, des Gewerbes und in der Nutzung von lokalen Ressourcen.

«Bei Tiefbauprojekten streben wir eine sinnvolle Priorisierung an, insbesondere mit Fokus auf Verbesserungen zugunsten des Langsamverkehrs.»

Simon Schneeberger, Präsident FS/GLP

Und was ist ihr (noch) nicht gelungen respektive hat sie verpasst?

Wir werden uns in der Familienpolitik dafür einsetzen, dass Spiez bei den Betreuungsgutscheinen nicht «nur» das Minimum bietet, sondern wirklich attraktiv für Familien wird. Auch sehen wir Gefahren für den Langsamverkehr. Wir haben deshalb eine überparteiliche Motion zur Verkehrsberuhigung im Spiezwiler eingereicht. Zudem gilt es, den öffentlichen Raum, insbesondere die Bucht und – im Hinblick auf die geplante Überbauung – auch den Kronenplatz, für die Öffentlichkeit nutzbar zu erhalten.

Neue Events, mehr Gäste: Spiez hat in den letzten Jahren spürbar im Tourismus zulegen können. Wo gilt es den Hebel in der nächsten Legislatur anzusetzen?

Viele Anlässe aus Sport und Kultur werden durch hiesige Vereine organisiert und getragen. Spiez lebt von und mit seinen Vereinen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Rahmenbedingungen für ein buntes gesellschaftliches Leben gleich gut bleiben, wenn nicht gar besser werden. Wir wollen nicht nur für den Tourismus, sondern auch für die hiesige Bevölkerung eine attraktive Gemeinde schaffen.

Wofür gibt Spiez zu viel oder auch zu wenig Geld aus?

Die Spiezer Finanzen sind dank einer umsichtigen Ausgabepolitik im Lot. Nicht sparen werden wir in der Bildung und den Angeboten für die ganze Bevölkerung in allen Lebensphasen. Es besteht gleichzeitig Nachholbedarf bezüglich der Nutzung von lokaler Energie und Ressourcen. In Spiez verfügen wir über grosses Know-how, wie mit Sonnen- oder anderer lokaler Energie die fossilen Brennstoffe abgelöst werden können. Wir werden dies fördern. Bei Tiefbauprojekten streben wir eine sinnvolle Priorisierung an, insbesondere mit Fokus auf Verbesserungen zugunsten des Langsamverkehrs.

Die Corona-Pandemie dürfte sich – wenn zwar in noch unbekanntem Masse, aber wohl dennoch schmerzlich – auf den Spiezer Finanzhaushalt auswirken. Wie soll darauf reagiert werden? Mit dem Rotstift oder dem Verzicht auf Investitionen?

Es ist zu früh, um mit dem Rotstift zu drohen und Investitionen aufzuschieben. Gerade in unsicheren Zeiten muss die Gemeinde eine stabile und berechenbare Partnerin sein. Geplante Ausgaben und Investitionen jetzt aufzuschieben, würde diversen Menschen und Branchen noch zusätzlich schaden. Wenn möglich, muss die Gemeinde antizyklisch agieren und allenfalls Reserven anzapfen.

Wäre, wenn nötig, für das FS/GLP auch eine Steuererhöhung denkbar?

In Krisenzeiten die Steuern zu erhöhen, ist das falsche Instrument. Wie bereits erwähnt muss die Gemeinde in stürmischen Zeiten Stabilität bieten und keine Schnellschüsse produzieren. Fallende Steuererträge werden vermutlich nicht sofort und alle auf einmal eintreten. Insofern muss hier mit ruhiger Hand die Entwicklung beobachtet werden.

Simon Schneeberger (34) ist seit 2016 politisch engagiert. Der ledige Mittepolitiker präsidiert die Gruppierung Freies Spiez/GLP, für welche er im Grossen Gemeinderat sitzt, seit 2018. Der Mobiliar-Schadeninspektor nennt das Co-Präsidium des Spiezer Läset-Sunntig, den Turnverein Spiez und das Bierbrauen als seine Hobbys.

1 Kommentar
    Sandra Jungen

    „...dass Spiez bei den Betreuungsgutscheinen nicht nur das Minimum bieten, sondern...“ dazu möchte ich als Mitglied der vorberatenden Sozialkommission sagen, dass Spiez bei den angesprochenen Betreuungsgutscheinen eine Maximallösung hat und diese von allen getragen wurde. Ich deute diese Aussage mal unter dem Kapitel „missverständlich“ ausgedrückt. Sollte es vielleicht eher heissen, dass diese Massnahme nur eine von weiteren sein sollte bei der Unterstützung von Familien. Dies würde ich genauso sehen. Wir brauchen noch mehr, um Familien und Alleinerziehende bei ihrer herausfordernden Aufgabe zu unterstützen.