«Da sieht man, was Shaqiri ausmacht»

Josip Drmic über die Feier nach dem Sieg gegen Honduras, die spezielle Beziehung zu Xherdan Shaqiri und Achtelfinal-Gegner Argentinien.

«Ich bin froh, dass wir so harmonieren. Wir konnten gegen Honduras umsetzen, was wir uns vorgenommen haben»: Josip Drmic über Xherdan Shaqiri.
Sebastian Rieder@RiederSebastian

Druck ist relativ und der Umgang damit eine Frage der mentalen Stärke. Für Josip Drmic war der Druck vor dem letzten Gruppenspiel gegen Honduras enorm. Nach dem ersten Sieg gegen Ecuador musste er für die Partie gegen Frankreich zuerst auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Gegen Honduras spielte Drmic wieder von Anfang an und bewies, wie gut er mit Druck umgehen kann. Nach dem 3:o hatte er dann doch etwas Mühe bei der Dopingkontrolle, sofort Wasser zu lösen. «Mit diesem Druck kann ich nicht so gut umgehen, ich bin nervös geworden, aber am Schluss hat es dann doch geklappt. Ich bin stolz auf mich», sagte er am Rande der Pressekonferenz in Porto Seguro und löste mit seinen intimen Ausführungen grosses Gelächter aus.

Zwei von drei Toren von Xherdan Shaqiri konnte Drmic zur Hälfte sich selber zuschreiben, das sah auch Shaqiri so und bedankte sich jeweils sofort bei seinem Sturmpartner. «Die Beziehung zu Xherdan ist sehr, sehr gut. Ich bin glücklich, dass er sich bei mir bedankt hat. Da sieht man, was ihn ausmacht. Er ist ein Teamplayer», so Drmic einen Tag nach der Hitzeschlacht in Manaus. «Ich bin froh, dass wir so harmonieren. Wir konnte gegen Honduras umsetzen, was wir uns vorgenommen haben.»

Die Harmonie zwischen Drmic und Shaqiri währt nicht erst seit der WM. Ottmar Hitzfeld setzte Shaqiri immer auf der rechten Seite ein, gegen Honduras spielte Granit Xhaka am Flügel, und der Bayern-Star konnte erstmals von Beginn weg in der Mitte auflaufen.

Rochade zeigte Wirkung

Die Rochade zeigte umgehend Wirkung im Schweizer Spiel. Shaqiri suchte und fand Drmic viel häufiger. Der taktische Wechsel hatte aus Sicht des Leverkusen-Stürmers «vieles geändert». Die Gründe sind für ihn offensichtlich: «Ich bin glücklich, dass er auf der Nummer 10 spielen kann und so seine Qualitäten sichtbar sind. Xherdan will immer anspielbar sein und nach vorne gehen, er kann schöne Aktionen kreieren, er unterstützt mich gut so. Ich hoffe, dass wird auch in Zukunft so sein.»

Die unmittelbare Zukunft heisst Argentinien in São Paulo am Dienstag. «Die Schweiz kann stolz sein, dass wir in die Achtelfinals gekommen sind. Jetzt wollen wir Lionel Messi stören und 1:0 gewinnen. Wir können etwas Grosses schaffen», sagt Drmic, der sich mit seinen Teamkollegen vom Sieg gegen Honduras und der anschliessenden Feier erholen muss. «Wir haben schon unter der Dusche getanzt, später im Flugzeug mit lauter Musik. Im Hotel gabs dann einen Apéro und feines Essen. Wir gingen alle sehr zufrieden zu Bett.»

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