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Coronavirus weltweit +++ Russland beantragt Zulassung für Sputnik V in der EU +++ Biontech-Impfstoff schützt wohl auch vor Mutant

er Anti-Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer ist ersten Untersuchungen zufolge auch gegen die englische Virusvariante wirksam. Russland reicht Impfstoffantrag bei Europäischer Arzneimittelagentur ein. Internationale Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In Grossbritannien und Südafrika ist eine mutierte Variante des Coronavirus aufgetaucht. In immer mehr Ländern wird die offenbar ansteckendere Mutation nachgewiesen.

  • Die USA bleiben das am stärksten betroffene Land; gefolgt von Indien, Brasilien, Russland und Frankreich.

  • Weltweit sind gigantische Impfprogramme angelaufen (Zum Vergleich).

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Russland beantragt Zulassung von Sputnik V in der EU

Die russischen Behörden haben eine Zulassung des Corona-Impfstoffs Sputnik V in der EU beantragt. Der Antrag sei am Dienstag bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eingereicht worden, teilte am Mittwoch ein Sprecher des russischen Staatsfonds RDIF mit, der die Entwicklung des Vakzins finanziert hatte. Es handle sich um «einen wichtigen Meilenstein».

Nach Angaben des Sprechers soll eine erste Überprüfung der eingereichten Unterlagen im Februar stattfinden. Die EMA bestätigte ein Treffen mit den russischen Impfstoff-Entwicklern am Dienstag. Sie will weitere Angaben machen, sobald die wissenschaftlichen Begutachtungen starten.

Russland hatte Anfang Dezember damit begonnen, Risikogruppen mit Sputnik V zu impfen und in dieser Woche eine grossangelegte Impfkampagne gestartet. Zugelassen worden war das Vakzin in Russland schon im August – noch vor dem Abschluss der dritten und damit letzten Phase der klinischen Studien. Dieses Vorgehen war international auf scharfe Kritik und Vorbehalte gestossen. Nach russischen Angaben, die von unabhängiger Seite bisher nicht überprüft werden konnten, hat Sputnik V eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent.

Eine Lieferung des russischen Impfstoffes Sputnik V kommt in Argentinien an.
Eine Lieferung des russischen Impfstoffes Sputnik V kommt in Argentinien an.
Foto: Getty Images
Niederlande verhängen erneut Flugverbote für Grossbritannien

Aus Sorge vor der schnellen Verbreitung der Virus-Mutationen verschärfen die Niederlande die Corona-Massnahmen drastisch und verhängen ein Flugverbot für Passagiermaschinen aus Grossbritannien, Südafrika und Südamerika.

Das Verbot gelte ab kommenden Samstag, teilte Ministerpräsident Mark Rutte am Mittwoch in Den Haag an. In den Gebieten seien die besonders ansteckenden Virus-Varianten stark verbreitet. Das Flugverbot gelte bis eine Quarantäne-Pflicht für Reisende aus diesen Ländern geregelt sei.

Die Niederlande wollen auch eine abendliche Ausgangssperre einführen. Vermutlich ab dem Wochenende sollen Bürger zwischen 20:30 und 04:30 Uhr nur noch in dringenden Fällen ihre Wohnungen verlassen dürfen, kündigte der Premier an. Seit Ausbruch der Pandemie hatte es nicht so eine schwerwiegende Massnahme gegeben.

Seit Mitte Dezember im Lockdown

Auch die sozialen Kontakte werden stark reduziert. Statt bisher zwei Personen dürfen sich Bürger nur noch mit einer Person ausserhalb des eigenen Haushalts pro Tag treffen.

Für die Einführung einer Sperrstunde braucht die Regierung die Zustimmung des Parlaments. Die Koalitionsregierung von Premier Mark Rutte ist nach dem Rücktritt der vergangenen Woche nur noch geschäftsführend im Amt.

Das Land befindet sich bereits seit Mitte Dezember im Lockdown. Geschäfte, Schulen und Gaststätten sind bis zum 9. Februar geschlossen und persönliche Kontakte stark eingeschränkt.

Corona-Mutanten und verzögerte Vakzin-Lieferungen bereiten weltweit Sorgen

Ansteckendere Coronavirus-Varianten und Verzögerungen bei den Impfkampagnen machen Ländern in aller Welt weiter zu schaffen. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch mitteilte, wurde die britische Corona-Mutante bereits in 60 Ländern nachgewiesen, auch in Chinas Hauptstadt Peking wurden erstmals solche Fälle registiert. Italien und Dänemark beklagten sich derweil über Lieferverzögerungen beim Biontech/Pfizer-Impfstoff. Israel und die Niederlande beschlossen wegen der Pandemie weitere Restriktionen.

Laut WHO wuchs die Zahl der Länder, in denen die britische Virus-Variante B.1.1.7 nachgewiesen wurde, innerhalb einer Woche von 50 auf 60. Auch Deutschland gehört dazu. Die Mitte Dezember erstmals nachgewiesene Mutante gilt als 50 bis 70 Prozent ansteckender als das Virus in seiner bisherigen Form. Eine weitere in Südafrika entdeckte und offenbar ebenfalls ansteckendere Virus-Variante wurde nach WHO-Angaben in 23 Ländern festgestellt.

Lesetipp: Corona-Impfmonitor – So weit sind die Kantone mit dem Impfen

Wie hoch sind die Impfquoten in den Kantonen und weltweit? Wie lange dauert es noch, bis alle geschützt sind? Wann treffen die nächsten Dosen von den Herstellern ein? Die Übersicht.

Biontech: Corona-Impfstoff schützt wohl auch vor Variante

Der Anti-Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer ist ersten Untersuchungen zufolge auch gegen die britische Mutante des Covid-19-Virus wirksam. Zu diesem Ergebnis kommen zwei vorläufige Studien, die am Mittwoch veröffentlicht wurden. Ein britisch-niederländisches Forscherteam erklärte, dass sich die «meisten Impfungen» gegen die sogenannte Variante B.1.1.7 als erfolgreich erwiesen.

Für die Untersuchung hatten die Wissenschaftler die Virus-Mutante in Blutplasma von 36 geheilten Corona-Patienten injiziert. In den meisten Fällen sei das Virus «neutralisiert» worden, bei drei Proben sei dies nur eingeschränkt der Fall gewesen.

Die Forscher sind derzeit vor allem hinsichtlich der Mutation E484K beunruhigt, die in Südafrika und Brasilien aufgetreten ist. Sie empfehlen daher, die Corona-Mutanten weiter streng zu überwachen.

Auch ein Team von Biontech und Pfizer kam zu dem Schluss, es sei «unwahrscheinlich», dass sich die englische Variante des Virus der Wirksamkeit des Impfstoffs entziehen könne. Das Team hatte klinische Tests an Blutplasmaproben von 16 Probanden mit dem Originalvirus aus Wuhan und der britischen Variante vorgenommen.

Ein Team von Biontech und Pfizer kam zu dem Schluss, es sei «unwahrscheinlich», dass sich die englische Variante des Virus der Wirksamkeit des Impfstoffs entziehen könne.
Ein Team von Biontech und Pfizer kam zu dem Schluss, es sei «unwahrscheinlich», dass sich die englische Variante des Virus der Wirksamkeit des Impfstoffs entziehen könne.
Foto: Keystone
Merkel ruft zu Unterstützung der Gesundheitsämter auf

Angesichts der weiterhin hohen Infektionszahlen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Fraktion zur Unterstützung der Gesundheitsämter aufgerufen. In einer Videoschalte mit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bat Merkel am Mittwoch laut Teilnehmern die Abgeordneten, Kontakt zu den Gesundheitsämtern vor Ort in den Wahlkreisen aufzunehmen und sich nach der Lage dort zu erkundigen. «Vielleicht kann ja jeder einen virtuellen Besuch bei seinem Gesundheitsamt machen», zitierten Teilnehmer die Kanzlerin im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP.

Die Abgeordneten sollten die Gesundheitsämter darauf hinweisen, dass sie auch Unterstützungen etwa vom Bund in Anspruch nehmen könnten, sagte Merkel den Angaben zufolge. Den Gesundheitsämtern obliegt in der Corona-Pandemie die Kontaktnachverfolgung bei Infizierten. Wegen der hohen Zahl der Neuinfektionen können die Ämter dieser Aufgabe derzeit aber nicht mehr umfassend nachkommen.

Deutsche Regierung fordert Länder zu «restriktiver» Umsetzung der Schulschliessungen auf

Unmittelbar nach dem Bund-Länder-Beschluss, die Schulen bis Mitte Februar geschlossen zu halten, flammt der Streit über das Thema wieder auf. «Die Bundesregierung geht davon aus, dass das so umgesetzt wird», und zwar mit «einer restriktiven Handhabung», mahnte Vizeregierungssprecherin Martina Fietz am Mittwoch. Baden-Württemberg will jedoch ausscheren. Auch in anderen Ländern gibt es zum Teil Präsenzunterricht.

Über den Umgang mit Schulen und Kitas war in der Bund-Länder-Runde am Dienstag heftig gestritten worden. Beschlossen wurde letztlich eine Verlängerung der seit Mitte Dezember geltenden Regeln bis Mitte Februar. Demnach «bleiben die Schulen grundsätzlich geschlossen beziehungsweise. die Präsenzpflicht ausgesetzt», heisst es im Beschlusstext. Ein zwischenzeitlich diskutierter Satz, wonach abweichende Regelungen für Abschlussklassen getroffen werden können, findet sich in der finalen Fassung nicht.

Vizeregierungssprecherin Fietz verwies am Mittwoch auf Anzeichen dafür, dass sich die mutierte Variante des Coronavirus stärker unter Kinder und Jugendlichen verbreite als das bisherige Virus. Deswegen sei auch in diesem Bereich «vorsorgendes Handeln» notwendig. Der Bundesregierung sei zugleich klar, dass die Schliessungen «harte Einschnitte für Millionen von Kindern und Jugendlichen» mit sich brächten.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sprach sich dafür aus, «einheitliche Regelungen» in Deutschland durchzusetzen. «Wir müssen jetzt einfach sehr konsequent sein bei den Einschränkungen» des Kita- und Schulbetriebs, sagte sie in Berlin. «Ich kann nur an alle appellieren durchzuhalten.»

Indien gibt Impfstoffe kostenlos an andere Länder

Indien will eigens produzierte Corona-Impfstoffe kostenlos an andere Länder abgeben. Zunächst sollen die Nachbarländer Bhutan, Malediven, Bangladesch, Nepal und Myanmar sowie die Seychellen ab Mittwoch mit den Hilfsgütern beliefert werden, hiess es aus dem Aussenministerium in Neu Delhi.

Aussenminister Subrahmanyam Jaishankar twitterte entsprechend: «Die Apotheke der Welt wird liefern, um die Covid-Herausforderung zu meistern.»

Indien wird oft – wie einst Deutschland – als die «Apotheke der Welt» bezeichnet, da im zweitbevölkerungsreichsten Land nach eigenen Angaben rund die Hälfte aller Impfstoffe weltweit hergestellt werden. Viele gehen in ärmere Länder. Für diese Staaten werden die Produkte aus Indien auch jetzt von grosser Bedeutung sein, denn anders als Deutschland und andere reiche Länder konnten sie sich nicht direkt viele Dosen sichern.

Bislang zwei Impfstoffe zugelassen

Zunächst sollen nun laut dem indischen Aussenministerium zwei Millionen Dosen nach Bangladesch, 150 000 ins Königreich Bhutan und 100'000 auf die Malediven gehen. Für weitere Lieferungen nach Sri Lanka, Afghanistan und Mauritius brauche es noch einige regulatorische Freigaben. In den Empfängerländern wolle Indien auch das Impfpersonal schulen, heisst es in einer Mitteilung.

In Indien sind bislang zwei Impfstoffe zugelassen, die vor Ort produziert werden. Allerdings gibt es um einen der beiden eine Kontroverse. Er wurde von der einheimischen Firma Bharat Biotech mit Unterstützung der Regierung entwickelt. Diese hatte ihm eine Zulassung erteilt, obwohl er sich noch in Phase drei der klinischen Studien befindet und noch keine Daten zur Wirksamkeit vorliegen. Ausserdem ist in Indien der von AstraZeneca gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelte Impfstoff zugelassen.

Indien braucht selbst viele Impfstoffe und hat kürzlich mit seiner Impfaktion begonnen, die laut Premierminister Narendra Modi die grösste der Welt ist. Bis zum Sommer sollen rund 300 Millionen Menschen in dem Riesenland geimpft werden. Das entspricht weniger als einem Viertel der 1,3 Milliarden Einwohner im Land.

WHO: Britische Corona-Variante bereits in 60 Ländern nachgewiesen

Die zuerst in Grossbritannien entdeckte Corona-Mutante hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation inzwischen in mindestens 60 Ländern ausgebreitet. Innerhalb einer Woche sei die Virus-Variante damit in zehn weiteren Staaten entdeckt worden, teilte die WHO am Mittwoch mit. Die Mitte Dezember erstmals nachgewiesene Mutation B.1.1.7 gilt als 50 bis 70 Prozent ansteckender als das Virus in seiner bisherigen Form.

Eine weitere in Südafrika entdeckte Virus-Variante wurde nach Angaben der WHO inzwischen in 23 Ländern festgestellt. Diese Mutation ist Experten zufolge ebenfalls ansteckender, ebenso wie die britische Variante aber offenbar nicht tödlicher als die ursprüngliche Form des Virus.

Weltweit starben inzwischen zwei Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Die WHO meldete am Mittwoch einen neuen Höchststand der wöchentlichen Opferzahl. 93'000 Infizierte seien binnen sieben Tagen gestorben. Zugleich seien in der vergangenen Woche 4,7 Millionen Neuinfektionen verzeichnet worden.

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Lockdown über Teile von Peking wegen neuer Corona-Fälle verhängt

Die chinesischen Behörden haben am Mittwoch wegen der Entdeckung einer Handvoll Corona-Fälle einen Lockdown über Teile der Hauptstadt Peking verhängt. Die Menschen in den fünf betroffenen Stadtvierteln wurden angewiesen, zu Hause zu bleiben. Unter anderem wurde der südliche Bezirk Daxing abgeriegelt, in dem allein 1,6 Millionen Menschen leben, die nun die Stadt nicht mehr verlassen dürfen.

Anfang Januar waren in der Provinz Hebei, die Peking umgibt, mehrere Corona-Infektionen aufgetreten. Im Zuge dessen wurde die Provinzhauptstadt Shijiazhuang sowie weitere Metropolen abgeriegelt.

In China war vor gut einem Jahr das neuartige Coronavirus weltweit erstmals festgestellt worden. Mit strikten Massnahmen wie der Abriegelung ganzer Städte und Regionen sowie Massentests hatte das Land das Infektionsgeschehen bis zum Frühjahr unter Kontrolle gebracht. In den vergangenen Wochen wurden einige hundert Corona-Infektionen in der Volksrepublik nachgewiesen, vergangene Woche starb zum ersten Mal seit Mitte Mai ein Mensch an Covid-19.

Die chinesischen Behörden ergreifen entschiedene Massnahmen zur Eindämmung des Virus, auch weil die Ferien zum chinesischen Neujahrsfest vom 11. bis 17. Februar bevorstehen. Aus diesem Anlass begeben sich üblicherweise Abermillionen von Chinesen auf Reisen zu ihren Familien.

Experten: Lockdown kostet Deutschland im Januar 60 Milliarden Euro

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet allein im Januar mit deutlichen Spuren des Coronavirus-Lockdowns im Bruttoinlandprodukt BIP für Deutschland. Dies geht aus einem Interview hervor.

«Wir haben berechnet, dass durch diesen zweiten Lockdown bis Ende Januar die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr 1,8 Prozent weniger beträgt – also knapp 60 Milliarden Euro weniger Wirtschaftsleistung.» Dies sagte DIW-Chef Marcel Fratzscher im Online-Portal der «Bild»-Zeitung am Mittwoch. Nach seinen Angaben hat das DIW aber noch nicht berechnet, um welche Summe die Verluste in Deutschland durch die Verlängerung des Coronavirus-Lockdowns bis Mitte Februar steigen, hiess es weiter.

Merkel begründet verschärften Lockdown

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar mit der Gefahr des mutierten Coronavirus begründet. «Wir müssen jetzt handeln», sagte Merkel am Dienstagabend nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Es sei nun noch Zeit, der Gefahr vorzubeugen. Sonst könnten die Zahlen stark steigen.

Lesen Sie dazu: Deutschland verlängert und verschärft Massnahmen erneut

Mehr als 400'000 Corona-Tote zum Ende von Trumps Amtszeit

Ein Jahr nach dem ersten gemeldeten Corona-Fall in den USA hat das Land einen weiteren düsteren Meilenstein passiert: Mehr als 400'000 Menschen sind seit Beginn der Pandemie bereits nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 gestorben, wie aus den Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Dienstag hervorging.

Die Zahl der täglich nachgewiesenen Neuinfektionen bewegen sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern weiter auf hohem Niveau. In den vergangenen Tagen wurden mehrfach mehr als 3000 Tote und mehr als 200'000 Neuansteckungen binnen 24 Stunden verzeichnet. In absoluten Zahlen gemessen sind die USA das Land mit den meisten nachgewiesenen Ansteckungen und Todesfällen. Mehr als 24 Millionen Infektionen wurden verzeichnet. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Frankreich verzeichnete 2020 niedrigste Geburtenzahl seit 1945

In Frankreich ist die Zahl der Geburten iim vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit 1945 gesunken. Zudem hat die Corona-Pandemie die durchschnittliche Lebenserwartung um mehrere Monate reduziert, wie das Statistik-Institut Insee am Dienstag mitteilte. Die Lebenserwartung bei der Geburt liege damit nun bei 85,2 Jahren bei Frauen und 79,2 Jahren bei Männern, ein Rückgang um fünf beziehungsweise sechs Monate.

Eltern demonstrieren mit ihren Kindern gegen eine Maskenpflicht an Schulen in Bayonne in Südwest-Frankreich.
Eltern demonstrieren mit ihren Kindern gegen eine Maskenpflicht an Schulen in Bayonne in Südwest-Frankreich.
Foto: Bob Edme (Keystone)

Die Zahl der Geburten lag 2020 bei rund 740'000. Die Geburtenrate pro Frau sank damit auf 1,84 Kinder im Vergleich zu 1,86 im Jahr 2019. Zum Vergleich: In Deutschland lag die durchschnittliche Geburtenrate je Frau laut Statistischem Bundesamt 2019 bei 1,54 Kindern.

Im ersten Jahr der Corona-Pandemie starben in Frankreich insgesamt 658'000 Menschen, 7,3 Prozent mehr als 2019. Damit wurden 2020 nur 82'000 Menschen mehr geboren als starben, verglichen mit 140'000 im Vorjahr. Das ist ebenfalls der niedrigste Wert seit 1945.

Brasilien startet Impfkampagne

Deutlich später als die USA, Europa oder andere lateinamerikanische Länder hat Brasilien seine Corona-Impfkampagne gestartet. Nach Beratungen mit den Gouverneuren sei entschieden worden, zwei Tage früher als geplant mit den Impfungen zu beginnen, sagte Gesundheitsminister Eduardo Pazuello am Montag. In der chinesischen Millionenmetropole Shijiazhuang wurde derweil am Dienstag an der Errichtung eines riesigen Quarantäne-Zentrums gearbeitet.

Alle 27 Bundesstaaten Brasiliens würden nun mit Impfstoff versorgt und könnten dann sofort mit den Impfungen beginnen, erläuterte Gesundheitsminister Pazuello.

Eine Angestellte im Gesundheitswesen indigener Abstammung zeigt in Manaus ihr Karte, nachdem sie geimpft worden ist.
Eine Angestellte im Gesundheitswesen indigener Abstammung zeigt in Manaus ihr Karte, nachdem sie geimpft worden ist.
Foto: Edmar Barros (AP/Keystone/18. Januar 2021)

Die brasilianische Aufsichtsbehörde Anvisa hatte am Sonntag dem Vakzin des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens Astrazeneca die Zulassung erteilt. Grünes Licht gab es auch für das vom chinesischen Hersteller Sinovac in Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Institut Butantan entwickelte Mittel CoronaVac. Vorerst ist aber nur dieser Impfstoff in Brasilien verfügbar.

Brasilien ist mit mehr als 210.000 Todesopfern nach den USA das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt.

Belgierin steckt sich in der Schweiz an: 5000 Personen in Quarantäne

Eine junge Belgierin steckte sich in ihren Skiferien in der Schweiz mit der mutierten Version an. Das hat nun schwerwiegende Konsequenzen: Weil sie bei ihrer Rückreise in ihre Heimat die Quarantäneregeln missachtete, stehen nun 5000 Personen im Raum Antwerpen in Quarantäne, wie die NZZ via belgische Medien berichtet. Die Schülerin steckte offenbar eine Mitschülerin an, die dann das Virus an ihre Mutter übertrug. Weil diese Frau Lehrerin ist, mussten am Ende zwei grosse Schulen in Belgien komplett geschlossen werden.

Grossbritannien verzeichnet weltweit höchste Corona-Todesquote

Grossbritannien verzeichnet derzeit relativ zur Bevölkerung die weltweit höchste Anzahl von Corona-Todesfällen. Im gleitenden Sieben-Tage-Durchschnitt waren es zuletzt mehr als 16,5 Tote pro einer Million Menschen.

Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Universität Oxford hervor, die sich auf Daten der Johns-Hopkins-Universität bezieht. Damit liegt Grossbritannien knapp vor Tschechien und Portugal und deutlich vor Deutschland und den USA, die beide in diesem Zeitraum im Schnitt mehr als neun Todesopfer pro einer Million Einwohner verzeichneten.

China baut riesiges Quarantäne-Zentrum in Shijiazhuang

Nach dem Auftreten von Corona-Infektionen in der chinesischen Millionenmetropole Shijiazhuang arbeiten hunderte Arbeiter rund um die Uhr an der Errichtung eines riesigen Quarantäne-Zentrums. Mit Hilfe von Kränen setzten am Dienstag hunderte Arbeiter vorgefertigte Teile für Behelfsunterkünfte auf einem riesigen Gelände in einem Vorort von Shijiazhuang zusammen. Die Bauarbeiten hatten am vergangenen Mittwoch begonnen.

Die Unterkünfte sollen mit Badezimmern mit Warmwasser, WLAN und Klimaanlage ausgestattet werden. Chinesischen Medien zufolge soll das Quarantänezentrum bereits in ein paar Tagen fertig sein, damit dort Menschen, die Kontakt mit Corona-Infizierten hatten, isoliert werden können. Es wird laut Staatsfernsehen Platz für bis zu 4000 Menschen bieten.

In Shijiazhuang arbeiten hunderte Arbeiter rund um die Uhr an der Errichtung eines riesigen Quarantäne-Zentrums (16. Januar 2021)
In Shijiazhuang arbeiten hunderte Arbeiter rund um die Uhr an der Errichtung eines riesigen Quarantäne-Zentrums (16. Januar 2021)
Foto: AFP

Im Grossraum Shijiazhuang leben etwa elf Millionen Menschen. Shijiazhuang ist die Hauptstadt der Provinz Hebei, die Chinas Hauptstadt Peking umgibt. Anfang Januar wurden Shijiazhuang sowie weitere Millionenmetropolen in Hebei nach der Feststellung einzelner Infektionsherde abgeriegelt. Ausserdem ordneten die Behörden Corona-Massentests an.

Israel verzeichnet Rekorde bei Corona-Impfungen und -Neuinfektionen

In Israel sind in der Corona-Krise Höchststände sowohl bei den Neuinfektionen als auch bei den Impfungen registriert worden. Der Corona-Beauftragte des Landes, Nachman Asch, sagte am Dienstag dem Armeesender, am Vortag seien erstmals mehr als 10'000 neue Fälle gemeldet worden. Die exakten Zahlen des Gesundheitsministeriums lagen zunächst nicht vor. Seit Beginn der Pandemie überstieg die Zahl der Neuinfektionen pro Tag erst fünf Mal den Wert von 9000, vier Mal davon in der vergangenen Woche.

Israel steckt inmitten einer dritten Corona-Welle. Das Gesundheitssystem hat die Belastungsgrenze erreicht. Das Land hat etwas mehr als neun Millionen Einwohner, Deutschland etwa neunmal so viele. Dort wurden binnen 24 Stunden zuletzt 11'369 neue Fälle registriert. Seit knapp zwei Wochen gilt in Israel ein Lockdown mit strikten Einschränkungen. Man darf das eigene Haus oder die eigene Wohnung nur in einem Umkreis von 1000 Metern verlassen. Am Dienstag wollte die Regierung über eine Verlängerung beraten.

Deutschland meldet mehr als 11'000 Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 11'000 Corona-Neuinfektionen und knapp tausend weitere Todesopfer gemeldet. Wie das RKI am Dienstagmorgen mitteilte, stieg die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus binnen 24 Stunden um 11'369 auf 2'052'028 Fälle. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 989 auf 47'622 Fälle.

Corona-Mutante offenbar nicht tödlicher

Die zuerst in Südafrika entdeckte Corona-Mutante ist Experten zufolge zwar ansteckender, aber offenbar nicht tödlicher als die ursprüngliche Form des Virus. Die neue Variante sei 50 Prozent ansteckender als das ursprüngliche Virus, sagte der südafrikanische Epidemiologe Salim Abdool Karim, der als Mitglied eines Expertengremiums die Regierung berät. Es gebe jedoch «keine Beweise» dafür, dass die mutierte Form auch tödlicher sei, fügte er hinzu.

Dr. Waasila Jassat, ein weiteres Mitglied des Expertengremiums, sagte, dass die Rate der Todesfälle in den Krankenhäusern sich im Vergleich zur ersten Welle nicht verändert habe, obwohl mehr Menschen eingewiesen wurden.

Die Experten analysierten zahlreiche Daten von den landesweit verbreiteten Virus-Clustern. Die mutierte Form des Virus gilt mittlerweile als der dominante Stamm in Südafrika.

SDA/AFP/red

3503 Kommentare
    Ernst Tschumi

    Söder verlangt ein EU abgestimmtes Lockdown vorgehen. Bin gespannt wie der Druck dann auf die Schweiz steigt, trotz sinkenden Zahlen die Massnahmen zu verschärfen.

    Es kann ja nicht sein, dass die Schweiz mit weniger strengen Massnahmen besser dasteht.

    Denn dann verlieren Merkel, Kurz und Co. die Argumentation gegenüber ihrer Bevölkerung.