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Coronavirus weltweit +++ Frankreich verlangt negativen PCR-Test +++ Mehr als 50'000 Corona-Tote in Deutschland

Ab Sonntag müssen Reisende, die aus Europa nach Frankreich wollen, einen negativen PCR-Test vorweisen. Es gibt aber Ausnahmen. Internationale Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In Grossbritannien und Südafrika ist eine mutierte Variante des Coronavirus aufgetaucht. In immer mehr Ländern wird die offenbar ansteckendere Mutation nachgewiesen.

  • Die USA bleiben das am stärksten betroffene Land; gefolgt von Indien, Brasilien, Russland und Frankreich.

  • Weltweit sind gigantische Impfprogramme angelaufen (Zum Vergleich).

Hier gelangen Sie zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

LIVE TICKER

Karneval in Rio fällt wegen Corona komplett aus

Der weltberühmte Karneval in Rio de Janeiro fällt wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr ganz aus.

Eine zunächst ins Auge gefasste Verschiebung der Sambaschulen-Umzüge auf Juli sei nicht machbar, teilte der Bürgermeister der brasilianischen Metropole, Eduardo Paes, am Donnerstag (Ortszeit) mit. «Es macht gegenwärtig keinen Sinn zu glauben, dass wir die Voraussetzungen haben werden, um den Karneval im Juli stattfinden zu lassen», schrieb er auf Twitter.

Er sei sich auch der wirtschaftlichen Bedeutung des Karnevals für die Stadt am Zuckerhut bewusst. Dieser zieht jedes Jahr Millionen Touristen an. Es sei derzeit aber unmöglich, die enormen Vorbereitungen zu stemmen, die für die Veranstaltung nötig seien. «Sicher werden wir 2022 (alle ordnungsgemäss geimpft) das Leben und unsere Kultur mit der ganzen Intensität feiern können, die wir verdienen», ergänzte Paes.

Mitglieder der Samba-Schule Beija-Flor de Nilopolis tanzen durch die zweite Nacht des Karnevals in Rio de Janeiro. (24. Februar 2020)
Mitglieder der Samba-Schule Beija-Flor de Nilopolis tanzen durch die zweite Nacht des Karnevals in Rio de Janeiro. (24. Februar 2020)
Foto: Buda Mendes (Getty Images)

Eigentlich sollte der Karneval in Rio im Februar stattfinden. Angesichts der Pandemie hatte die Stadt bereits den Strassenkarneval abgesagt, die berühmten Umzüge der Sambaschulen im Sambodrom aber lediglich verschoben. Der Verband der Sambaschulen (LIESA) hoffte auf einen Karneval im Juli und hatte Ende 2020 bereits bekannt gegeben, um was es bei den einzelnen Umzügen gehen solle. Der Verband äusserte nun jedoch angesichts der Ungewissheit über die Impfkampagne Verständnis für die Entscheidung, berichtete das Portal UOL.

Rekord in Israel: 224'000 Corona-Impfungen an einem Tag

In Israel ist ein Rekord an Impfungen gegen das Coronavirus verzeichnet worden. Wie Gesundheitsminister Juli Edelstein am Freitag bei Twitter schrieb, wurden am Vortag 224'000 Dosen verabreicht.

Insgesamt erhielten in dem Land mit seinen neun Millionen Einwohnern seit dem 19. Dezember rund 2,4 Millionen Menschen eine erste und etwa 850'000 Menschen auch schon die zweite Impfung.

In Israel gibt es ausreichend Impfstoff. Die Regierung hat früh entsprechend viele Dosen bestellt. In einer Kooperation mit dem Unternehmen Pfizer stellt das Land zudem im Gegenzug für Impfstofflieferungen Datenmaterial zur Verfügung. Experten führen den Erfolg der Impfkampagne auch auf das starke und digitalisierte öffentliche Gesundheitssystem zurück.

Lesen Sie dazu: Israel will die Corona-Pandemie Ende März hinter sich haben

Fast 4000 Corona-Tote binnen 24 Stunden in den USA

In den USA sind fast 4000 Menschen binnen eines Tages im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben.

Mit 3955 Toten lag die Zahl am Donnerstag aber unter dem bisherigen Höchstwert von 4462, der am 12. Januar verzeichnet worden war, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Freitagmorgen (MEZ) hervorging. Die Anzahl der registrierten Neuinfektionen erreichte demnach am Donnerstag 188'952. Der bisherige Tagesrekord wurde am 2. Januar mit 298'031 neuen Fällen registriert.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang rund 24,6 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 410'000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Mehr als 50'000 Corona-Tote in Deutschland seit Pandemiebeginn

In Deutschland sind seit Beginn der Pandemie mehr als 50 000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 859 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesfälle auf 50'642. Vor genau einer Woche waren 1113 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet worden. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden.

Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI ausserdem 17'862 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Vor genau einer Woche hatte das RKI 22'368 Neuinfektionen verzeichnet. Der Höchststand von 33'777 registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden war am 18. Dezember gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Corona-Test für Frankreich

Frankreich verlangt von Reisenden aus anderen europäischen Ländern ab Sonntag die Vorlage eines negativen PCR-Tests. Der Test müsse innerhalb von 72 Stunden vor der Abreise gemacht worden sein, teilte das Amt von Präsident Emmanuel Macron in der Nacht zum Freitag mit. Von der Testpflicht gelten demnach jedoch diverse Ausnahmen, darunter für Berufspendler, die in Frankreich arbeiten, aber nicht dort wohnen.

Reisende aus EU-Staaten mussten schon bislang für die Einreise nach Frankreich einen negativen Test auf das Coronavirus vorweisen. Dabei musste es sich jedoch nicht zwingend um einen PCR-Test handeln. Bei diesen Tests wird ein Abstrich im Labor untersucht.

Antikörper-Mittel senkt Covid-19-Risiko bei Pflegeheimbewohnern

Ein vom US-Pharmakonzern Eli Lilly entwickeltes Antikörper-Medikament hat einer Studie zufolge das Risiko einer Covid-19-Erkrankung bei Pflegeheimbewohnern um 80 Prozent gesenkt. «Wir sind ausserordentlich erfreut über diese positiven Ergebnisse», erklärte der Forschungschef des Unternehmens, Daniel Skovronsky, am Donnerstag. Mit dem Mittel Bamlanivimab könnten die «am meisten gefährdeten Mitglieder unserer Gesellschaft» vor einer Covid-19-Erkrankung besser geschützt werden.

Foto: Hersteller (AP)

An der von der US-Regierung geförderten klinischen Studie nahmen 299 Bewohner und 666 Mitarbeiter von Pflegeheimen teil, die negativ auf das Coronavirus getestet wurden. Sie erhielten entweder das Medikament oder ein Placebo. Nach acht Wochen war das Erkrankungsrisiko für die mit Bamlanivimab behandelten Studienteilnehmer um 57 Prozent geringer. Für Pflegeheimbewohner sank das Risiko sogar um 80 Prozent. In den USA hat das Antikörper-Mittel bereits eine Notfallzulassung erhalten.

Die Studie wurde noch nicht durch mehrere Fachexperten unabhängig voneinander begutachtet. Ohne ein solches Peer-Review-Verfahren zur Sicherung der wissenschaftliche Qualität ist die Korrektheit der Studie noch ungeklärt und ihre Aussagekraft deshalb begrenzt. Dennoch bezeichneten Experten die Ergebnisse als vielversprechend. Antikörper-Medikamente könnten in der Lage sein, die derzeit weltweit laufenden Impfkampagnen zu ergänzen, erklärte Eleanor Riley, Professorin für Immunologie an der Universität von Edinburgh.

Warnung vor nicht unbedingt notwendigen Reisen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie wollen die 27 EU-Staaten nicht notwendige Reisen weiter einschränken. Doch sollen die europäischen Grenzen für Waren und Pendler möglichst offen bleiben. Dies berichtete EU-Ratschef Charles Michel am Donnerstagabend nach einem EU-Videogipfel.

Die gefürchteten neuen Virusvarianten sollen gezielter aufgespürt werden und die Impfkampagne besser in Schwung kommen. Es soll einen EU-Impfpass geben, aber vorerst keine Vorteile für Geimpfte etwa beim Reisen.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen erläuterte, es solle eine neue Kategorie von «dunkelroten Zonen» eingeführt werden, wo das Coronavirus sehr verbreitet sei. Von Personen, die von diesen Zonen aus verreisen wollten, könnte vor der Abreise ein Test verlangt werden sowie Quarantäne nach der Ankunft. Von nicht notwendigen Reisen solle dringend abgeraten werden, fügte von der Leyen hinzu.

Frankreich will bis Ende August durchgeimpft haben

Frankreichs Regierung geht davon aus, bis Ende August die gesamte französische Bevölkerung impfen zu können. «Wir sind in der Lage, (...) 70 Millionen Menschen, die gesamte französische Bevölkerung, bis Ende August zu impfen (...), wenn alle bestellten Impfstoffe von den europäischen und weltweiten Gesundheitsbehörden genehmigt werden», sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstagabend im Interview mit dem Sender TF1.

Tschechien: Heftiges Gerangel bei Debatte

Die Debatte im tschechischen Parlament über eine Verlängerung des Corona-Notstands ist am Donnerstag eskaliert. Nachdem ihm wegen persönlicher Beleidigungen das Mikrofon ausgeschaltet worden war, lieferte sich der Abgeordnete Lubomir Volny ein heftiges Gerangel mit dem Sitzungspräsidenten Tomas Hanzel.

Andere Parlamentarier kamen diesem sofort zu Hilfe. «Wenn du hierher kommst, kriegst du Prügel», schrie Volny einen von ihnen an. Als gewählter Vertreter des Volkes habe er das Recht, sich äussern zu können: «So bringt ihr mich nicht zum Schweigen!»

Die Sitzung war live im Fernsehen zu sehen.

Volny wurde nach dem Zwischenfall des Saales verwiesen. Er ist Vorsitzender der ultrarechten Bewegung «Die Einigen – Alternative für Patrioten». Der 47-Jährige war bereits zuvor aufgefallen, weil er im Rednersaal anders als die übrigen Abgeordneten keine Maske trug. Die Polizei prüft nach eigenen Angaben, ob eine Ordnungswidrigkeit wegen Verstosses gegen die Hygieneregeln vorliegt.

Das Parlament hat einer Verlängerung des Corona-Notstands bis zum 14. Februar zugestimmt. Dafür votierten am Donnerstagabend 53 Abgeordnete; dagegen waren 19. Der Ausnahmezustand ermöglicht es der Regierung, Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen und Soldaten in Spitälern einzusetzen. Seit Pandemiebeginn gab es in Tschechien mehr als 917'000 bestätigte Infektionen und 14'973 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

Biden: USA verlangen von Einreisenden künftig Quarantäne

Reisende in die USA müssen sich wegen der Corona-Pandemie künftig nach ihrer Ankunft in Quarantäne begeben. Das kündigte der neue US-Präsident Joe Biden am Donnerstag im Weissen Haus an. «Jeder, der aus einem anderen Land in die USA fliegt, wird sich testen lassen müssen, bevor er das Flugzeug besteigt, (...) und sich in Quarantäne begeben müssen, wenn er in den USA ankommt.»

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte bereits vergangene Woche angekündigt, dass ab dem 26. Januar vor Flugreisen in die USA ein negativer Corona-Test verlangt wird. Zugleich empfahl die Behörde, in den sieben Tagen nach Einreise zu Hause zu bleiben – es handelte sich aber lediglich um eine Empfehlung.

Biden stellte am Donnerstag, einen Tag nach seinem Amtsantritt, eine nationale Strategie im Kampf gegen das Coronavirus vor. Er unterzeichnete dazu im Weissen Haus zehn Direktiven, die eine Reihe von Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie enthalten.

Biden: «Konnten uns nicht auf Regierung verlassen»

Mit seinem Aktionsplan will Biden die schleppende Impfkampagne beschleunigen, mehr Menschen testen lassen, mehr Personal im öffentlichen Gesundheitswesen einstellen, die Produktion von medizinischem Material steigern, eine sichere Wiedereröffnung von Schulen und Unternehmen ermöglichen und die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen das Virus stärken.

Biden prangerte zugleich Versäumnisse der Regierung seines Vorgängers Donald Trump an. «Im vergangenen Jahr konnten wir uns nicht auf die Regierung verlassen, um mit der notwendigen Dringlichkeit, Konzentration und Koordinierung zu handeln», sagte der Präsident. «Und wir haben die tragischen Kosten dieses Scheiterns gesehen.»

Biden verwies auf die inzwischen mehr als 408'000 Corona-Toten in den USA, die mit Abstand höchste Zahl weltweit. Die USA seien nicht «über Nacht» in diese Situation geraten. «Und es wird Monate dauern, bis wir die Kurve kriegen.»

Schwelle von 500'000 Corona-Toten wohl im Februar erreicht

Biden hat die Amerikaner zudem auf eine weitere Verschlimmerung der Corona-Lage im Land eingestimmt. Wahrscheinlich werde die Zahl der Corona-Toten im Februar eine halbe Million erreichen, sagte Biden.

Die Pandemie stelle für die USA einen nationalen Notfall dar, sagte Biden. «Es ist an der Zeit, ihn auch als solchen zu behandeln.»

Niederlande verhängen nächtliche Ausgangssperre

Die Niederlande verhängen wegen anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen eine nächtliche Ausgangssperre. Das Parlament stimmte dem umstrittenen Vorhaben von Ministerpräsident Mark Rutte am Donnerstagabend zu. Das Ausgangsverbot zwischen 21 und 04.30 Uhr tritt nach Regierungsangaben am Samstag in Kraft und soll bis mindestens 9. Februar gelten. Bei Verstössen droht eine Geldstrafe in Höhe von 95 Euro.

Damit verhängt das Land erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg eine Ausgangssperre. Rutte begründete den Schritt mit der «grossen, grossen Sorge, die wir alle haben», angesichts der deutlich ansteckenderen britischen Corona-Mutante. Der Vorstoss wurde unter anderem vom Rechtspopulisten Geert Wilders als «unverhältnismässig» kritisiert.

Leeres Wohngebiet im Norden Amsterdams. (18. Januar 2021)
Leeres Wohngebiet im Norden Amsterdams. (18. Januar 2021)
Foto: Ramon van Flymen (AFP)

Mitte Januar hatte die Regierung bereits den Lockdown, der eigentlich am 19. Januar enden sollte, bis 9. Februar verlängert. Schulen, Restaurants und alle nicht notwendigen Geschäfte sind geschlossen. Zudem ist es untersagt, mehr als einen Menschen in seiner Wohnung zu empfangen.

Die niederländische Regierung hatte Mitte Januar wegen eines Skandals um Kinderbeihilfen ihren Rücktritt erklärt. Bis zur Parlamentswahl am 17. März bleibt sie jedoch geschäftsführend im Amt.

Nordirland verlängert Lockdown bis 5. März

Die britische Provinz Nordirland verlängert den Lockdown wegen der Corona-Pandemie bis zum 5. März. Das entschied die Regionalregierung in Belfast am Donnerstag. «Wir haben Fortschritte gemacht, aber unser Krieg und Kampf gegen Covid ist noch nicht gewonnen», sagte Regierungschefin Arlene Foster. Die hart erkämpften Gewinne dürften nicht durch voreilige Lockerungen riskiert werden.

Zu den Massnahmen gehören die Schliessung von Schulen und nicht lebensnotwendigen Geschäften sowie weitreichende Ausgangs- und Reisebeschränkungen. Die Restriktionen sollen am 18. Februar überprüft werden. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass sie sogar bis Ostern in Kraft bleiben, wie die Zeitung «Belfast Telegraph» berichtete.

England vervierfacht Strafen für erste Corona-Verstösse

Die britische Regierung vervierfacht die Strafen für Corona-Verstösse in England. Künftig sollen 800 Pfund (gut 900 Euro) statt 200 fällig werden, wenn Menschen trotz Verbots Partys besuchen, wie Innenministerin Priti Patel am Donnerstag ankündigte. «Diese schweren Verstösse kosten Leben», sagte Patel. Die Strafe verdoppele sich bei jedem weiteren Verstoss bis zu einem Höchstbetrag von 6400 Pfund.

Der ranghohe Polizist Martin Hewitt betonte, Partys seien «gefährlich, unverantwortlich und völlig inakzeptabel». Die Polizei werde nicht ihre Zeit damit verschwenden, mit Menschen darüber zu argumentieren. Solche Leute gefährdeten die Leben anderer, sagte Hewitt. Als Beispiele nannte er eine Feier auf der Londoner Szenenmeile Brick Lane mit 40 Menschen, die sich feindselig gegenüber der Polizei verhalten hätten, sowie eine Party mit 150 Menschen in der Grafschaft Hertfordshire.

In England sind Treffen mit Mitgliedern anderer Haushalte weitestgehend verboten.

Johnson: Mehr als 5 Millionen Impfdosen in Grossbritannien verabreicht

Im Kampf gegen das Coronavirus sind in Grossbritannien nach Angaben von Premierminister Boris Johnson bisher mehr als fünf Millionen Impfdosen verabreicht worden.

«Stich für Stich schützen wir die Verletzlichsten und kommen dem Sieg über das Virus näher», twitterte Johnson am Donnerstag. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte, das Pflegepersonal impfe 200 Menschen in der Minute.

Die Regierung hatte angekündigt, bis Mitte Februar die am meisten gefährdeten Menschen wie über 70-Jährige, Pflegeheimbewohner und medizinisches Personal zu impfen, insgesamt etwa 15 Millionen Menschen.

Corona-Lage spitzt sich in Portugal dramatisch zu

Die Corona-Krise spitzt sich in Portugal drastisch zu. Aufgrund der stark anziehenden Zahlen kam die Regierung am Donnerstag in Lissabon zu einer ausserordentlichen Kabinettssitzung zusammen, um über eine Schliessung aller Kindertagesstätten, Schulen und Universitäten zu beraten.

Diese Massnahme soll nach Medienberichten gegebenenfalls schon am Freitag in Kraft treten. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde macht die britische Virusvariante derzeit 13 Prozent der Neuinfektionen aus.

Wegen der schlimmen Lage werden Forderungen nach einer Verlegung der für Sonntag angesetzten Präsidentenwahl laut.

Die Zahlen Portugals seien «besonders dramatisch», sagte Ministerpräsident António Costa. Das Land mit rund 10,3 Millionen Einwohnern hatte am Mittwoch einen neuen Höchstwert an Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet, 14'647 neue Fälle. Am Donnerstag wurden 13'544 Neuinfektionen gemeldet.

Mongolischer Regierungschef wegen Corona-Skandals zurückgetreten

Der mongolische Regierungschef Churelsuch Uchna ist wegen eines Corona-Skandals im Gesundheitswesen zurückgetreten. Es sei für ihn «herzzerreissend» gewesen zu sehen, wie eine Covid-19-Patientin und ihr Neugeborenes kurz nach der Geburt behandelt worden seien, begründete Churelsuch am Donnerstag seinen Rücktritt. Als Regierungschef müsse er dafür die Verantwortung übernehmen. Am Mittwoch hatte es vor dem Regierungsgebäude in Ulan Bator Proteste gegeben.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie eine Frau, die offenbar erst kurz zuvor entbunden hatte, zu einem Gesundheitszentrum transportiert wurde. Sie trug bei Temperaturen von minus 25 Grad lediglich Krankenhauskleidung. «Wir haben bei der Verlegung dieser Mutter leider Fehler gemacht», sagte Churelsuch. Insbesondere nach mongolischen Traditionen soll eine junge Mutter im ersten Monat nach der Geburt kalte Temperaturen und kaltes Essen meiden.

An den Protesten beteiligten sich am Mittwoch rund 5000 zumeist junge Menschen. Einige trugen gewickelte Bündel bei sich, die kleine Babys darstellen sollten. Wegen des Skandals waren bereits der Vize-Regierungschef und der Leiter der Krankenhausverwaltung zurückgetreten.

Europäische Zentralbank stockt Corona-Hilfen vorerst nicht weiter auf

Die Europäische Zentralbank (EZB) verstärkt ihre Corona-Hilfen trotz anhaltender Belastungen für die europäischen Wirtschaft vorerst nicht weiter. Auch die historisch niedrigen Leitzinsen im Euroraum bleiben weiterhin unverändert, wie ein EZB-Sprecher am Donnerstag nach der ersten geldpolitischen Ratssitzung im neuen Jahr mitteilte. Der zentrale Leitzins bleibt damit auf dem Dauertiefstand von 0,0 Prozent.

Der Einlagezins für Banken beträgt nach dem Beschluss vom Donnerstag weiterhin minus 0,5 Prozent. Bei kurzfristigen Kapitalspritzen und sogenannten Übernachtkrediten werden wie bisher 0,25 Prozent Zinsen fällig. EZB-Präsidentin Christine Lagarde äussert sich am Nachmittag zu den Ratsentscheidungen.

Erst im Dezember hatte die Notenbank ihr Pandemie-Anleihekaufprogramm PEPP um 500 Milliarden Euro auf insgesamt 1,85 Billionen Euro aufgestockt und bis mindestens Ende März 2022 verlängert. Auch auf weitere besonders günstige Langfristkredite für Banken hatte sich der 25-köpfige EZB-Rat geeinigt.

Frankreichs Parlament stimmt für Gesundheitsnotstand bis 1. Juni

Der Gesundheitsnotstand in Frankreich soll bis zum 1. Juni verlängert werden: Die französische Nationalversammlung billigte am Mittwochabend fortgesetzte Sondervollmachten für die Regierung in der Corona-Pandemie. Auf ihnen fussen die derzeit gültigen Schutzmassnahmen wie die landesweite nächtliche Ausgangssperre ab 18.00 Uhr und die fortgesetzte Schliessung aller Skilifte in den Alpen und den Pyrenäen.

Die Nationalversammlung billigte die Gesetzesvorlage mit der Regierungsmehrheit von 113 zu 43 Stimmen. Gesundheitsminister Olivier Véran nannte den Notstand ein wichtiges «Werkzeug zur Bekämpfung des Virus». Abgeordnete der Konservativen und aus dem linken Lager kritisierten, die Demokratie nehme durch die Einschränkung der Freiheitsrechte Schaden.

Die Vorlage geht nun in den Senat. Das Parlament soll die Verlängerung des Gesundheitsnotstands am 16. Februar besiegeln – an diesem Tag laufen die Sondervollmachten aus.

Sorgen wegen neuer Virusvarianten

In Frankreich steigen die Infektionszahlen seit der Jahreswende wieder an, zuletzt wurden rund 26'700 tägliche Neuinfektionen registriert. Die Regierung ist besorgt angesichts der Coronavirus-Varianten unter anderem aus Grossbritannien und schliesst bei einer deutlichen Verschlechterung der Lage auch eine erneute Schliessung aller Geschäfte nicht aus.

Am Mittwoch hatte die Regierung die vor Weihnachten beschlossene Schliessung aller Skilifte verlängert und eine Wiedereröffnung in dieser Saison als «sehr unwahrscheinlich» bezeichnet. In Frankreich wurden bisher mehr als 71'000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet.

Studie: Corona-Fallzahlen in England sinken trotz Lockdowns nicht

Trotz des Lockdowns in Grossbritannien nimmt die Zahl der Corona-Infektionen einer neuen Studie zufolge nicht ab, sondern hat zuletzt sogar noch zugelegt.

Demnach wurde im grössten Landesteil England zwischen dem 6. und 15. Januar jeder 63. Mensch positiv getestet, wie die Forscher des Imperial College London am Donnerstag mitteilten. Das waren 50 Prozent mehr als Anfang Dezember. Die Wissenschaftler werteten nach eigenen Angaben Abstriche von etwa 143'000 Menschen aus.

«Während der ersten zehn Tage des dritten Covid-Lockdowns in England im Januar 2021 war die Verbreitung von Sars-CoV-2 ohne Anzeichen eines Rückgangs sehr hoch», betonten die Forscher. Der Infektiologe Steven Riley sagte dem Sender Sky News zufolge, der Lockdown mit weitreichenden Ausgangs- und Reisebeschränkungen sei offenbar nicht so wirkungsvoll wie noch im Frühjahr 2020. Die Ergebnisse zeigten zudem, dass die in Grossbritannien entdeckte Virus-Variante schneller übertragen werde.

Fallzahlen sinken, Anzahl Todesfälle steigt

Nach Regierungsangaben hatte die Zahl der Neuinfektionen zuletzt abgenommen. Am Mittwoch wurden 38'905 neue Fälle gemeldet, deutlich weniger als in der Vorwoche. Allerdings war die Zahl der Todesfälle zuletzt stark gestiegen, auf den Tagesrekord von 1820 am Mittwoch. Die Forscher erklären sich die Unterschiede in den Zahlen damit, dass die Regierungsangaben von Tests aus der Zeit nach Weihnachten stammen. Ihre eigenen Untersuchungen seien aber vom Januar, als die Menschen nach den Feiertagen wieder mehr unterwegs waren. Aus der Regierung hiess es Medienberichten zufolge, die Studie spiegele nicht die Auswirkungen des Lockdowns wider.

Bidens Berater Fauci dankt WHO für Führungsrolle im Kampf gegen Corona-Pandemie

Der prominente US-Virologe Anthony Fauci hat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für ihre Führungsrolle im Kampf gegen die Corona-Pandemie gedankt. Bei der Sitzung des WHO-Exekutivrats bekräftigte Fauci am Donnerstag den Kurswechsel Washingtons. Die neue US-Regierung halte an der WHO-Mitgliedschaft fest und werde ihre finanziellen Verpflichtungen erfüllen, sagte der medizinische Chefberater des neuen US-Präsidenten Joe Biden.

Biden hatte direkt nach seinem Amtsantritt am Mittwoch den von seinem Vorgänger Donald Trump eingeleiteten Ausstieg der USA aus der WHO rückgängig gemacht. Trump hatte der Organisation im Streit um den Umgang mit der Corona-Pandemie den Rücken gekehrt. Er beschuldigte die WHO, eine «Marionette Chinas» zu sein und warf ihr Fehler im Umgang mit der Pandemie vor. Anfang Juli leitete er den WHO-Austritt seines Landes ein.

Die USA sind der grösste Geldgeber der Organisation. Im Finanzjahr 2018/2019 unterstützten sie die WHO mit 893 Millionen Dollar (804 Millionen Euro) und stemmten damit rund 15 Prozent des Gesamtbudgets.

SDA/AFP/red

3528 Kommentare
    Markus Dicht

    In der Schweiz wurden bisher 587 Fälle nachgewiesen, die mit der neuen Coronamutante angesteckt wurden. Doch hat jetzt auch gestern China Alarm geschlagen, denn die erste britische Coronamutante ist jetzt auch in China angekommen und zwar in einem Flugzeug in der nordchinesischen Gemeinde Tianjin. Der Patient, ein chinesischer Staatsangehöriger, der vor dem Flug in Ghana lebte, wurde sofort isoliert, und sämtliche Passagiere an Bord des Flugzeuges kamen für 14 Tage in Quarantäne, obwohl sie COVID-19-negativ waren. Das Flugzeug kam von Frankreich nach Tianjin. Dieser erste Coronafall in China mit der britischen Mutante sorgt natürlich für Schlagzeilen im ganzen Land und beunruhigt die Menschen. Doch in China gilt das Motto : Wehret den Anfängen und bei einer solchen Pandemie gibt nur noch Nulltoleranz.