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Coronavirus weltweit +++ Deutschland soll Kontaktbeschränkung verlängern +++ Über 5,5 Millionen Menschen infiziert

Gemäss der Agentur Reuters sollen die Beschränkungen in Deutschland bis zum 29. Juni gelten. In Russland verschärfen sich die Probleme. Internationale News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Weltweit haben sich mehr als 5 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Rund 328'000 Menschen sind bislang daran gestorben. Am stärksten betroffen von der Pandemie sind die USA.
  • Zahlreiche Länder lockern mittlerweile ihre Einschränkungen oder Ausgangsbeschränkungen wieder.
  • Die Wirtschaft wird vielerorts langsam wieder hochgefahren. Die EU hat ein 500-Milliarden-Hilfspaket für die von der Coronakrise besonders betroffenen Staaten geschnürt.
  • Ein Impfstoff gegen den Erreger ist noch nicht in Sicht.

Hier sehen Sie, wie die Massnahmen in der Schweiz wirken: Der Ausbruch im Vergleich mit anderen Ländern.

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Über 5,5 Millionen Personen infiziert

Nach einer Reuters-Zählung haben sich mittlerweile über 5,5 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt. Knapp 347'000 Erkrankte sind an Covid-19 gestorben. Die USA führen mit rund 98'000 die Liste der Coronavirus-Todesfälle vor Brasilien (knapp 23'500 Fälle) an.

Bund und Länder haben sich offenbar geeinigt

Die Kontaktbeschränkungen in Deutschland werden Regierungskreisen zufolge bis zum 29. Juni verlängert. Bund und Länder einigten sich am Dienstag auch darauf, dass die Länder den Aufenthalt im öffentlichen Raum ab dem 6. Juni mit bis zu zehn Personen oder den Angehörigen zweier Hausstände gestatten können, wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr.

Den Ländern solle mit diesem Beschluss auch die Möglichkeit gegeben werden, je nach Infektionsgeschehen bei der bestehenden restriktiveren Regelung zu bleiben, hiess es in den Regierungskreisen. Allerdings scherte Thüringen aus: Das Bundesland, das eine Aufhebung der allgemeinen Kontaktbeschränkungen ab dem 6. Juni bekanntgegeben hatte, unterstrich seine abweichende Meinung in einer umfassenden Protokollerklärung. Thüringen will dann anders als die anderen Bundesländer nur noch regional gültige Vorschriften machen.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hatte für seinen Vorstoss Kritik geerntet. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich für eine Verlängerung aus. Fortschritte sollten nicht gefährdet werden. Die Kontaktbeschränkungen gelten bislang bis zum 5. Juni.

So langsam kehrt der normale Alltag zurück: Ein Bad in Berlin ist wieder geöffnet worden.
So langsam kehrt der normale Alltag zurück: Ein Bad in Berlin ist wieder geöffnet worden.
(Keystone/25. Mai 2020)

Viele russische Ärzte sterben wegen Virus

Nach massiver Kritik russischer Ärzte an den Arbeitsbedingungen in der Corona-Krise gibt es nun eine offizielle Statistik über die Todesfälle beim medizinischen Personal. Demnach starben bislang mindestens 101 Ärzte, Krankenschwester, Pfleger und Fahrer von Rettungswagen. Das sagte die zuständige Expertin im Gesundheitsministerium, Ljudmila Letnikowa, am Dienstag der Staatsagentur Tass zufolge. Inoffizielle Zählungen gehen aber von mindestens dreimal so vielen Todesfällen aus.

Aktivisten haben bei Google eine «Liste des Gedenkens» angelegt. Darauf standen am Dienstagnachmittag 305 Namen von infizierten Klinikmitarbeitern, die in der Corona-Pandemie gestorben sind. Ärzte beklagen immer wieder fehlende Schutzausrüstung, die Behörden widersprachen solchen Berichten. Viele Mediziner werden dennoch krank. Die Behörden in St. Petersburg sprachen von bislang mehr 3000 Infektionsfällen beim medizinischen Personal.

Am Dienstag wurden in Russland mit 174 Toten so viele Sterbefälle wie bisher noch nie an einem Tag gezählt. Nach offiziellen Angaben haben sich landesweit mehr als 362 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 3807 Menschen starben. Es gab Kritik, dass diese Zahl bewusst geschönt sei. Die Behörden wiesen das vehement zurück.

Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes führt Tests bei Autolenkern in Moskau durch.
Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes führt Tests bei Autolenkern in Moskau durch.
(Keystone/25. Mai 2020)

Medien berichteten zudem in den vergangenen Wochen von mehreren mysteriösen Todesfällen, bei denen sich Mediziner aus Fenstern gestürzt haben sollen und gestorben waren. Sie sollen zuvor Kritik an dem Arbeitsumständen geübt haben.

Spanien gedenkt Opfer mit langer Staatstrauer

Mit einer ungewöhnlich langen, zehntägigen Staatstrauer wird Spanien der gut 27'000 Todesopfer der Pandemie gedenken. Die Trauer werde am Mittwoch um 12.00 Uhr mit einer Schweigeminute im ganzen Land beginnen, teilte die linke Regierung am Dienstag mit. Ministerpräsident Pedro Sánchez werde der Zeremonie im Regierungssitz Palacio de la Moncloa in Madrid vorstehen, sagte Regierungssprecherin María Jesús Montero.

Anschliessend sollen die Landesfahnen im ganzen Land auf Halbmast gesetzt werden. Es wird die längste Staatstrauer in Spanien seit dem Ende der Diktatur von Francisco Franco (1939-1975) sein. Regierungssprecherin Montero wies darauf hin, dass acht von zehn Menschen, die in Spanien an Covid-19 starben, älter als 70 gewesen seien. Sie hätten dabei geholfen, das Land beim Übergang in die Demokratie in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre aufzubauen.

Mit mehr als 235'000 Infektionsfällen und über 27'000 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder der Welt. Seit Mitte März gelten im Rahmen eines mehrfach vom Parlament verlängerten Alarmzustandes strenge Ausgehbeschränkungen und Regelungen, die erst seit kurzer Zeit schrittweise gelockert werden. Sánchez betonte mehrfach, diese Massnahmen seien dafür verantwortlich, dass die Zahlen seit Wochen immer besser werden.

Fahnen auf Halbmast in Spanien.
Fahnen auf Halbmast in Spanien.
(Keystone/26. Mai 2020)
Ryanair will Lufthansa-Rettungspaket anfechten

Der Billigflieger Ryanair will gegen das vereinbarte neun Milliarden Euro schwere staatliche Rettungspaket für die Lufthansa rechtlich vorgehen. «Ryanair wird gegen das jüngste Beispiel illegaler staatlicher Beihilfen an die Lufthansa Beschwerde einlegen», erklärte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Dienstag. Die Finanzhilfe werde der Lufthansa Preise unter Kosten ermöglichen und den Billigairlines Ryanair aus Irland oder Easyjet aus Grossbritannien den Wettbewerb erschweren. Der Wettbewerb werde massiv verzerrt.

Die Bundesregierung und die Lufthansa hatten sich am Montag nach wochenlangen Verhandlungen auf die Staatshilfe in Form von Krediten, stillen Einlagen und einem Einstieg des Staates bei der Lufthansa in Höhe von 20 Prozent geeinigt. Die EU-Kommission muss für eine Genehmigung prüfen, ob die Beihilfe den Wettbewerb im europäischen Luftverkehr beschränkt.

Britischer Staatssekretär tritt wegen Causa Cummings zurück

Aus Protest gegen das Verhalten des britischen Regierungsberaters Dominic Cummings in der Corona-Krise ist Staatssekretär Douglas Ross zurückgetreten.

Cummings Interpretation der Ausgangsbeschränkungen «können die meisten Menschen, die die Regeln der Regierung befolgen, nicht nachvollziehen», schrieb Ross am Dienstag an Premierminister Boris Johnson. In Johnsons Konservativer Partei hatte es schon zuvor scharfe Kritik an Cummings gegeben. Britische Kommentatoren schliessen weitere Rücktritte nicht aus.

«Ich habe Wähler, die sich nicht von ihren Liebsten verabschieden konnten, Familien die nicht zusammen trauern konnten, Menschen, die nicht ihre kranken Verwandten besuchten, weil sie die Regeln der Regierung befolgten», so der Staatssekretär für Schottland. Er könne doch nicht allen sagen, sie lägen falsch und Cummings richtig.

Not amused: Der britische Staatssekretär Douglas Ross, rechts neben Premier Boris Johnson, verurteilt Cummings Verhalten.
Not amused: Der britische Staatssekretär Douglas Ross, rechts neben Premier Boris Johnson, verurteilt Cummings Verhalten.
Foto: Daniel Leal-Olivas, Pool/Reuters

Cummings hatte am Montag in einer einstündigen Pressekonferenz Vorwürfe, er habe Ausgangsbeschränkungen mit einer Reise zu seinen Eltern ignoriert, strikt zurückgewiesen. Er bedaure sein Verhalten nicht und habe auch nie einen Rücktritt in Erwägung gezogen, so Cummings, der als hochintelligent und unberechenbar gilt.

Der Chefberater hatte als Grund für die Reise Ende März nach Durham im Nordosten Englands angegeben, dass er so die Betreuung seines kleinen Sohnes sicherstellen wollte: Seine Frau sei an Covid-19 erkrankt gewesen und er selbst habe mit einer Ansteckung gerechnet. Auf grosse Empörung stiess in Grossbritannien, dass er von dort zu einem etwa 50 Kilometer entfernten Schloss gefahren war, um nach eigenen Angaben seine Sehkraft nach der überstandenen Infektion zu testen. Der Vorfall war durch eine Anzeige ans Licht gekommen.

Es gebe grosse Bedenken beim staatlichen Gesundheitsdienst NHS, dass Cummings Äusserungen das Vertrauen in die Regierung und in Massnahmen zur Pandemie-Eindämmung schwächen könnten, sagte Niall Dickson von der Dachorganisation NHS Confederation. «Man kann es gar nicht oft genug sagen, dass die Handlungsanweisungen tatsächlich schon Tausende Leben gerettet haben», sagte er dem Sender BBC. Geistliche, die Cummings Verhalten kritisiert hatten, erhielten nach eigenen Angaben über soziale Medien Morddrohungen.

Masseninfektion in Südkorea wegen Partynacht

Mindestens 247 Personen haben sich in Südkorea im Zusammenhang mit einer Partynacht mit dem Coronavirus angesteckt. Im Zentrum steht ein 29-jähriger Partygänger mit Covid-19-Erkrankung. Der Mann war vor rund zwei Wochen durch Bars und Clubs des Seouler Multikulti-Viertels Itaewon gezogen. Dabei löste er mutmasslich eine Masseninfektion aus.

Medienberichten zufolge hat das koreanische Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten 83'000 Coronatests durchgeführt, um alle Infizierten im Zusammenhang mit dem 29-Jährigen zu finden. Rund 30 Prozent der positiv getesteten Personen zeigten keine Symptome.

Lesen Sie mehr dazu: Ein Partygast bringt das Gefühl der Krise zurück

Menschen tragen in Seoul Schutzmasken.
Menschen tragen in Seoul Schutzmasken.
Foto: Chung Sung-Jun/Getty Images

Rekordanstieg bei Corona-Toten in Russland

In Russland sind 174 weitere Menschen gestorben, bei denen das Coronavirus nachgewiesen wurde. Das sind so viele innerhalb von 24 Stunden wie nie zuvor. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit nach Behördenangaben auf 3807. Zudem seien 8915 Neuinfektionen registriert worden. Damit haben sich bislang 362.342 Menschen in Russland nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt.

Lufthansa-Tochter Eurowings baut 300 Stellen ab

Die Lufthansa-Tochter Eurowings will wegen der Flaute im Zuge der Corona-Krise etwa jeden dritten Arbeitsplatz in der Verwaltung abbauen. «Wir haben in der Verwaltung rund 1000 Stellen und davon werden wir rund 300 streichen», sagte Eurowings-Chef Jens Bischof am Montagabend in der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf.

Eurowings wolle die Kosten senken und auch dazu beitragen, dass die Muttergesellschaft das mit der Bundesregierung vereinbarte neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket möglichst schnell zurückzahlen könne (lesen Sie hier mehr dazu).

Eurowings wird wegen der Corona-Pandemie seine Flotte verkleinern.
Eurowings wird wegen der Corona-Pandemie seine Flotte verkleinern.
Foto: Martin Meissner/Keystone

Insgesamt beschäftigt der Billigflieger etwa 4000 Mitarbeiter. Zahlen für einen Jobabbau in anderen Bereichen nannte Bischof nicht. Der Manager verwies auf Prognosen, wonach es bis 2023 dauern könne, ehe die Branche wieder das Niveau von 2019 erreichen wird.

Daher werde Eurowings auch seine Flotte verkleinern. «Wir werden voraussichtlich statt den 2019 geflogenen 139 Flugzeugen 2021 perspektivisch nur gut 90 Flugzeuge in der Luft haben. Natürlich hängt das jetzt von einigen Prognosen und natürlich auch von den Reisebeschränkungen und dem Nachfragedruck ab.»

Eurowings hat wie die gesamte Branche starke Einbussen durch die Folgen der Coronakrise. Normalerweise habe Eurowings 70'000 bis 80'000 Fluggäste pro Tag, berichtete Bischof. Den Tiefpunkt habe die Airline im April mit 1000 Fluggästen am Tag gesehen. «Wir haben im April Umsatzeinbussen von 95 Prozent gehabt und konnten unsere Kosten um knapp 70 Prozent reduzieren, so dass immer noch am Tag knapp zwei Millionen bei Eurowings alleine aus der Kasse geflossen sind, die wir nicht kompensieren konnten.»

Macron kündigt massive Ausweitung der Staatshilfen für Autobranche an

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat eine «massive Ausweitung» der Hilfen für die von der Corona-Krise gebeutelte Autobranche angekündigt. Die Gesundheitskrise habe die französischen Autobauer «massiv und brutal» zum Stillstand gebracht, schrieb Macron am Dienstag auf Twitter. «Dies ist ein Teil unserer Wirtschaft, Tausende Arbeitsplätze.» Einzelheiten zu der Unterstützung nannte Macron zunächst nicht.

Es wurde erwartet, dass die Regierung im Laufe des Tages ein Hilfspaket für die Autobranche bekanntgibt. Auch für andere Teile der Industrie sind staatliche Hilfen vorgesehen.

Emmanuel Macron soll im Laufe des Tages ein Hilfspaket für die Autobranche bekanntgeben.
Emmanuel Macron soll im Laufe des Tages ein Hilfspaket für die Autobranche bekanntgeben.
Foto: Francois Mori/Keystone

Deutschland will Reisewarnungen aufheben

Die deutsche Regierung will die weltweite Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für 31 europäische Staaten aufheben. Dies soll geschehen, falls die weitere Entwicklung der Coronavirus-Pandemie es zulässt. Neben den 26 Partnerländern Deutschlands in der Europäischen Union gehören dazu das aus der EU ausgetretene Grossbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein.

Dies geht aus dem Entwurf für ein Eckpunktepapier mit dem Titel «Kriterien zur Ermöglichung des innereuropäischen Tourismus» hervor, der möglicherweise bereits am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll und der Nachrichtenagentur DPA vorliegt.

Rechtzeitig zur Sommersaison

Der deutsche Aussenminister Heiko Maas hatte die weltweite Reisewarnung am 17. März ausgesprochen – ein bisher einmaliger Schritt. Bisher wurden Reisewarnungen nur bei einer Gefahr für Leib und Leben vor allem in Kriegsgebieten wie Syrien oder Afghanistan verhängt.

Die Aufhebung der Reisewarnung soll nun gerade rechtzeitig vor der Ferienzeit das Startsignal für grenzüberschreitende Sommerferien in Europa geben. Man lasse sich dabei von dem Gedanken leiten, «dass die Wiederbelebung des Tourismus wichtig ist sowohl für Reisende und die deutsche Reisewirtschaft als auch für die wirtschaftliche Stabilität in den jeweiligen Zielländern», heisst es in dem Entwurf aus dem Auswärtigen Amt.

Die Reisewarnung soll durch individuelle Reisehinweise ersetzt werden, die für jedes einzelne Land die Risiken aufzeigen sollen. Um einen möglichst guten Schutz der Touristen vor einer Coronavirus-Infektion zu gewährleisten, will sich die deutsche Regierung in der EU für eine Reihe gemeinsamer Kriterien einsetzen.

Deutsche Post will alle Mitarbeiter testen lassen

Die Deutsche Post wird als erster deutscher Konzern tausende Mitarbeiter ohne konkreten Anlass auf das Coronavirus testen lassen. Das Unternehmen schlage den Weg einer «prophylaktischen Teststrategie» ein. Deutlich mehr als 10'000 Mitarbeitern solle angeboten werden, sich vorsorglich testen zu lassen, «dies vor allem in grösseren Betriebsstätten», kündigte Geschäftsleitungsmitglied Tobias Meyer in der «Rheinischen Post» an.

Nach Angaben Meyers werden die Betriebsärzte der Post die Tests voraussichtlich in einem Teil der 36 Paketzentren und möglicherweise auch in Briefverteilzentren anbieten. Das Unternehmen habe in Deutschland zuerst rund 4000 Mitarbeiter getestet, nachdem es in deren direktem Umfeld zu einer Infektion mit dem Coronavirus gekommen sei. Dabei habe es keine ungewöhnlichen Ergebnisse gegeben.

20 positive Resultate

Auch habe es bei rund tausend Mitarbeitern in zwei Paketzentren rein vorsorgliche Tests gegeben, obwohl dort nur sehr wenige Fälle von Coronavirus-Infektionen aufgetreten seien, sagte Meyer. Unter diesen Getesteten hätten mehr als 20 ein positives Ergebnis gezeigt.

Auffällig sei gewesen, dass bei diesen Tests eine unerwartet hohe Anzahl von Infizierten gefunden worden sei, die keinerlei Symptome gezeigt hätten, sagte der Post-Manager. Deshalb sei zu vermuten, «dass wir mehr infizierte Menschen im Umkreis unserer Betriebsstätten haben als bisher vermutet».

Brasilien hat mehr Todesfälle binnen 24 Stunden als USA

Brasilien verzeichnet nach Angaben des Gesundheitsministeriums erstmalig binnen 24 Stunden mehr Covid-19-Todesfälle als die USA. An den Folgen der Lungenkrankheit sind in Brasilien am Montag 807 Menschen gestorben, in den Vereinigten Staaten 620.

Das lateinamerikanische Land verzeichnet nach offiziellen Angaben mit 374'898 Fällen weltweit den zweitgrössten Ausbruch des Coronavirus, hinter den USA mit 1,637 Millionen Erkrankten. Die Gesamtzahl der Todesfälle in den USA liegt gemäss einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters bei 97'971, im Vergleich zu Brasilien mit 23'473.

Die Situation in Brasilien hat wohl dazu geführt, dass die US-Regierung am Montagabend den Beginn der Einreisebeschränkungen für Nicht-US-Bürger aus Brasilien auf einen früheren Termin lege. Die Regelung trete nun ab dem 26. Mai um 23.59 Uhr (US-Ostküstenzeit) in Kraft und nicht erst ab dem 28. Mai, teilt das Weisse Haus mit.

Britische Regierung lockert Massnahmen

In England dürfen zahlreiche Geschäfte im Juni wieder öffnen. Das kündigte Premierminister Boris Johnson am Montag in London an. So dürfen dann unter anderem Bekleidungsgeschäfte, Möbelläden, Fachgeschäfte für Elektronik oder Bücherläden, Auktionshäuser und Schneidereien ihre Dienste anbieten. Bereits vom 1. Juni an können Märkte im Freien wieder ihre Waren verkaufen. Johnson hatte am 23. März alle Läden, die nicht wie Supermärkte und Pharmazien der Grundversorgung dienen, zur Pandemie-Eindämmung schliessen lassen.

Bereits am Sonntag hatte der Premier angekündigt, ab Juni die Schulen für einzelne Jahrgangsstufen zu öffnen. Die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland gehen im Kampf gegen das Coronavirus ihren eigenen Weg. Grossbritannien ist das Land mit den meisten Opfern in Europa. Bislang wurden 36'914 Todesfälle registriert, teilte Johnson am Montagabend mit. Es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

Das Leben auf der Insel soll sich wieder normalisieren: Boris Johnson am Montag in London. (Keystone/25. Mai 2020)
Das Leben auf der Insel soll sich wieder normalisieren: Boris Johnson am Montag in London. (Keystone/25. Mai 2020)

WHO setzt Tests mit Malaria-Mittel aus

Nach dem kritischen Bericht über die Wirkung der Malaria-Arznei Hydroxychloroquin bei Covid-19-Erkrankten hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tests mit dem Medikament vorerst ausgesetzt. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte am Montag in Genf, das zunächst möglichst viele Daten zu diesem und dem ähnlichen Wirkstoff Chloroquin ausgewertet werden sollen.

Die Hydroxychloroquin-Tests fanden bisher im Rahmen einer von der WHO geführten internationalen Forschung statt. Dabei soll herausgefunden werden, ob verschiedene Medikamente gegen Malaria, HIV, Ebola und Multiple Sklerose einen Effekt gegen Covid-19 haben. Laut einer WHO-Expertin soll in einer oder zwei Wochen erneut über die Tests mit Hydroxychloroquin beraten werden. Entsprechende Chloroquin-Tests wurden in diesem

US-Präsident Donald Trump hatte Chloroquin wiederholt als Wundermittel gepriesen. Zuletzt sorgte er für Aufregung mit der Aussage, er nehme das Medikament prophylaktisch ein, um sich vor dem Virus zu schützen.

Überdies warnte die WHO am Montag erneut vor einer zweiten Corona-Welle.

Das Logo der WHO in Genf.
Das Logo der WHO in Genf.
(Keystone/Martial Trezzini/April 2020)

2000 Tote weniger als gezählt in Spanien

Spanien korrigiert die Zahl der Corona-Toten im Land um fast 2000 auf 26'834 herunter. Eine Überprüfung der Daten habe ergeben, dass einige Todesfälle zwei Mal gezählt worden seien, teilt das Gesundheitsministerium mit. Bei weiteren Fällen habe sich gezeigt, dass im Gegensatz zur ursprünglichen Annahme keine Infektion mit dem Coronavirus vorgelegen habe. Die Zahl der bestätigten Ansteckungen wurde um 372 Fälle auf 235'400 herunterkorrigiert.

Unzufrieden: Spanisches Gesundheitspersonal protestierte gegeben bessere Bedingungen.
Unzufrieden: Spanisches Gesundheitspersonal protestierte gegeben bessere Bedingungen.
(Keystone/Emilio Naranjo/25. Mai 2020)

Trump droht mit Umzug für Parteikonvent

US-Präsident Donald Trump droht wegen der Corona-Abstandsregelungen mit dem Umzug des für August geplanten Parteikonvents der Republikaner. Per Twitter fordert er den demokratischen Gouverneur von North Carolina, Roy Cooper, auf, sofort zu klären, ob die Halle voll belegt werden könne oder nicht. Andernfalls werde die Partei einen anderen Austragungsort wählen, «mit all den Arbeitsplätzen und wirtschaftlichen Entwicklungen, die damit verbunden sind».

Die Veranstaltung gilt als Startschuss für den Endspurt zur US-Präsidentenwahl im November. Coopers Büro ist zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Präsident Donald Trump will rasch wissen, wo der Parteitag der Republikaner durchgeführt werden kann.
Präsident Donald Trump will rasch wissen, wo der Parteitag der Republikaner durchgeführt werden kann.
(Keystone/Shawn Thew/Archiv)

Mehr als 4000 Todesfälle in Schweden

In Schweden sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden vom Montag bislang 4029 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Damit ist die Rate der registrierten Sterbefälle um ein Vielfaches höher als etwa in Norwegen.

Anders als in vielen anderen Ländern hatte die Regierung in Schweden beispielsweise nicht die Schulen geschlossen, sondern die Bürger lediglich gebeten, Abstand zu halten und die Hände zu waschen.

In Schweden kamen bislang 40 Todesfälle auf 100'000 Einwohner. In Norwegen sind es 4,4, Die schwedische Strategie ist deshalb heftig umstritten. Staatsepidemiologe Anders Tegnell sieht die Entwicklung dennoch positiv. Die Zahl der Ansteckungen und der Todesfälle in den Altersheimen sei rückläufig. Rund 34'000 Infektionen wurden bislang registriert.

Spezieller Weg: Anders Tegnell (l.) informiert die Medien in Stockholm.
Spezieller Weg: Anders Tegnell (l.) informiert die Medien in Stockholm.
(Keystone/Jonas Ekströmer/25. Mai 2020)

Erneut Ansteckung von Nerz auf Mensch in Niederlanden

In den Niederlanden hat sich erneut ein Mensch bei einem Nerz mit Coronaviren infiziert. Landwirtschaftsministerin Carola Schouten teilte am Montag in Den Haag mit, dass ein Nerz auf einer Farm mindestens eine weitere Person angesteckt habe.

«Aufgrund der vorliegenden Informationen ist es höchstwahrscheinlich, dass mindestens eine von drei infizierten Personen durch einen Nerz angesteckt wurde», schrieb die Ministerin dem Parlament. In der vergangenen Woche war auf einer anderen Zuchtfarm ein vergleichbarer Fall bekannt geworden. Daraufhin waren strenge Schutzmassnahmen angeordnet worden.

Auf einer Nerzfarm in den Niederlanden steckte sich erneut eine Person bei einem Tier mit dem Virus an. (Symbolbild)
Auf einer Nerzfarm in den Niederlanden steckte sich erneut eine Person bei einem Tier mit dem Virus an. (Symbolbild)
Foto: Fabian Bimmer, Reuters

Nach dem zweiten Fall nimmt der Druck auf die Ministerin zu. Tierärzte werfen ihr vor, das Ansteckungsrisiko herunter zu spielen. Farmen mit besonders hoher Zahl von infizierten Tieren müssten geräumt werden, fordern sie. Ministerin Schouten lehnt drastische Massnahmen aber vorerst ab. Sie will zunächst die Ergebnisse einer laufenden Untersuchung bei allen Zuchtbetrieben abwarten.

Bis 2024 ist definitiv Schluss

Das Virus war bereits Ende April in zwei Zuchtbetrieben in der Provinz Noord-Brabant unweit der deutschen Grenze festgestellt worden. Um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, wurden beide Farmen in einem Radius von 400 Metern abgeriegelt. Das Landwirtschaftsministerin ordnete zudem eine Meldepflicht für Nerzzüchter und Tierärzte bei Coronasymptomen an.

In den Niederlanden gibt es rund 150 Nerz-Farmen vorwiegend im Osten des Landes nahe der deutschen Grenze. Unabhängig von der Corona-Pandemie müssen alle niederländischen Nerzfarmen laut Gerichtsbeschluss bis 2024 den Betrieb einstellen.

Südkorea führt Maskenpflicht im ÖV ein

Wer in Südkorea künftig Bus, U-Bahn oder Taxi ohne Mund- und Nasenschutz besteigen will, kann von den Fahrern abgewiesen werden.

Als Massnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus soll von Dienstag an landesweit das Tragen einer Schutzmaske für die Fahrgäste in öffentlichen Transportmitteln vorläufig Pflicht werden, teilten die Gesundheitsbehörden am Montag mit. Von Mittwoch an wird die Maskenpflicht auch auf In- und Auslandsflüge ausgedehnt.

Weil es nach dem Ausbruch von Covid-19 im Land vorübergehend zu einer Maskenknappheit im Land gekommen war, wurde Anfang März eine Art Zuteilungssystem eingeführt. Jeder Einwohner kann seitdem an einem Tag der Woche an ausgewählten Stellen wie Apotheken zwei bis drei Masken kaufen. Die Menschen müssen dafür einen Ausweis oder im Fall von Ausländern eine Aufenthaltskarte vorzeigen.

(red/sda/reuters)