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Coronavirus in der Schweiz+++ Bündner geben nach: Terrassen gehen zu +++ 1343 Neuinfektionen – leicht steigende Tendenz

Im Vergleich zu letzter Woche haben die Fälle von neu gemeldeten Ansteckungen leicht zugenommen. News aus der Schweiz im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit dem 18. Januar ist die Schweiz im zweiten Lockdown. Die neuen Massnahmen gelten bis zum 28. Februar.

  • Im März sollen vorerst Geschäfte sowie einige Kultur- und Freizeitinstitutionen wieder den Betrieb aufnehmen dürfen.

  • Die Zahlen zu den Corona-Mutationen aus Grossbritannien und Südafrika steigen rasch an. Dazu kommt eine neu entdeckte brasilianische Variante.

Hier geht es zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

Und hier gelangen Sie zur grossen Übersicht der Impfquoten in den Kantonen: So weit ist die Schweiz mit dem Impfen.

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Bündner schliessen die Terrassen wieder

Die Bündner Regierung hat sich von den Beschlüssen des Bundesrates im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie schwer enttäuscht gezeigt. Terrassen in den Skigebieten müssen nun wieder gesperrt werden.

Die Bergbahnen in Graubünden würden am Freitag informiert, dass bei den Take-Away-Angeboten in den Skigebieten die Terrassen wieder geräumt werden müssten, sagte Regierungsrat Peter Peyer (SP) am Mittwoch in Chur in einer ersten Reaktion auf die Bundesratsbeschlüsse. Skitouristen würden nun wieder unkontrolliert im Schnee sitzen, statt kontrolliert an Tischen.

Teststrategie nicht gewürdigt

Der Kantonsregierung fällt es laut Peyer nicht leicht, positive Signale des Bundesrates zu erkennen. Den Bündnern missfällt insbesondere, dass die Landesregierung die kantonale Teststrategie nicht würdigte. «Wir sind in Graubünden auf einem guten Weg. Der Bundesrat hätte mutiger entscheiden können», betonte Peyer.

Die Fallzahlen im Kanton würden seit Anfang Februar sinken. Die Wirtschaft brauche deutlich mehr Perspektiven, sagte Regierungsrat Marcus Caduff (CVP). Die positiven Aspekte der Bündner Teststrategie seien jedoch unberücksichtigt geblieben.

Eine einzige positive Note

Volkswirtschaftsdirektor Caduff gab weiter bekannt, dass die Teststrategie, mit der Ansteckungslinien erkannt und unterbrochen werden sollen, weiter praktiziert wird. Neu wird der Kanton dafür sämtliche Kosten übernehmen. Bisher mussten Firmen pro Test 8.50 Franken bezahlen.

Eine positive Note gewann die Kantonsregierung in Chur einzig dem Entscheid des Bundesrates ab, wonach Jugendliche unter 20 Jahren wieder mehr Freiraum gewährt wird.

1343 neue Infektionen

Dem BAG sind innerhalb der letzten 24 Stunden 1343 neue Ansteckungen gemeldet worden. Es gab 43 neue Spitaleinweisungen und 16 Todesfälle. Zum Vergleich: Am Mittwoch vor einer Woche waren es 1253 Fälle, 66 Spitaleinweisungen und 22 Todesfälle; vor zwei Wochen 1602 Fälle, 92 Spitaleinweisungen und 18 Todesfälle.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,6 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 162,1 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 0,92.

Insgesamt wurden bis Montagabend 866'425 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 675'556 Dosen verabreicht. 173'407 Personen sind bereits vollständig geimpft. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 4'968'502 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 552'698 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Von den mutierten Varianten des Coronavirus sind in der Schweiz bisher 8756 Fälle entdeckt worden. 3257 betrafen die britische Variante (B.1.1.7), 135 die südafrikanische (B.1.351) sowie sieben die brasilianische (P.1). 5357 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden.

23'310 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 9256. Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich laut Angaben des BAG 8925 Menschen in Isolation und 14'169 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befanden sich 3566 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

Malediven und Toskana ab 8. März auf Quarantäneliste

Reisende aus Risikoländern müssen bei der Rückkehr in die Schweiz sieben Tage in Quarantäne. Ab dem 8. März gilt dies auch für Rückkehrer unter anderem aus Luxemburg oder den Malediven. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Mittwoch die Länderliste aktualisiert.

Neu auf der Liste stehen auch Antigua und Barbuda, Barbados, Chile, Kuwait, Moldawien und Peru. Neu sind auch mehrere zusätzliche Regionen in Österreich und in Italien betroffen. Ab dem 8. März betrifft die Quarantäne-Pflicht Reisende aus insgesamt 37 Ländern sowie 22 Regionen.

Hier geht es zu unserer interaktiven Quarantäneliste.

Sonntagsverkäufe sollen Verluste teilweise kompensieren

Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) möchte die Härtefallmassnahmen im Covid-19-Gesetz auf jüngere Firmen ausweiten. Ausserdem sollen die Kantone in diesem und im nächsten Jahr bis zu 12 Sonntagsverkäufe durchführen dürfen.

Mit einer knappen Mehrheit von 7 zu 5 nahm die Kommission einen Antrag an, der es den Kantonen erlauben würde, in den Jahren 2021 und 2022 pro Jahr bis zu 12 offene Verkaufssonntage durchführen zu können. So könnten die Geschäfte teilweise die Verluste kompensieren, die ihnen durch die Corona-bedingten Schliessungen entstanden seien.

Härtefall-Bestimmungen ausweiten

Neu sollen alle Unternehmen von den Härtefallmassnahmen profitieren können, die vor dem 1. Oktober 2020 gegründet wurden, wie die Parlamentsdienste am Mittwoch mitteilten. Bisher wurden nur diejenigen Firmen berücksichtigt, die vor dem 1. März 2021 existierten.

Ausserdem soll der Finanzierungsanteil des Bundes an den Härtefallmassnahmen für Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis zu 5 Millionen Franken von 70 auf 80 Prozent erhöht werden. Dadurch entstünden zusätzliche Kosten in Höhe von 600 Millionen Franken, weshalb auch der Verpflichtungskredit um diesen Betrag erhöht werden müsste.

Unternehmen mit einem Jahresumsatz über 5 Millionen Franken hingegen sollen in bestimmten Fällen erhaltene À-fonds-perdu-Beiträge von mehr als 1 Million Franken zumindest teilweise wieder zurückzahlen müssen. Die Verwaltung wurde beauftragt, eine entsprechende Bestimmung auszuarbeiten. Diese will die WAK-S dann zu Beginn der Frühjahrssession beraten.

Weiter beantragt die Kommission, die Regelung für die Kurzarbeitsentschädigung bei tiefen Einkommen um drei Monate auf Ende Juni 2021 zu verlängern. Ansonsten wurden die meisten Anträge des Bundesrats angenommen.

Hausärzteverband unzufrieden mit Abgeltung für Impfung

Der Berufsverband der Hausärzte ist unzufrieden mit der vereinbarten Abgeltung für die Covid-19-Impfung in den Hausarztpraxen. Diese sei mit 24.50 Franken pro Impfung nicht annähernd kostendeckend, kritisiert die Vereinigung Haus und Kinderärzte Schweiz (mfe).

Die Organisation sei komplex, da der Impfstoff in kurzer Zeit verimpft werden müsse und die geimpften Personen nach der Impfung noch bis zu 30 Minuten überwacht werden müssten. Da brauche es «eine faire Abgeltung».

«Grundleistungen abgegolten»

Die GDK und der Krankenkassenverband Santésuisse hielten am Mittwoch fest, wenn in den Arztpraxen eine separate Beratung erfolge durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt bei Personen mit besonderen Risiken, könne der entstandene zusätzliche Beratungsaufwand separat gemäss der Tarifstruktur Tarmed abgerechnet werden. Dieser werde von der Grundversicherung übernommen und unterstehe der Kostenbeteiligung von Franchise und Selbstbehalt

Mit der Impfpauschale seien alle Grundleistungen im Zusammenhang mit der Impfung abgegolten, schrieben GDK und Santésuisse weiter. Das umfasse die Information zur Impfung, die Überprüfung des Impfstatus, Impfanamnese und Kontraindikationen, die Einholung des Einverständnisses, die Verabreichung der Impfung, die Ausstellung der Impfbescheinigung und die Dokumentation.

Bündner Skigebiete bleiben bis Ende Saison offen

Die Bündner Skigebiete bleiben bis zum Ende der laufenden Wintersaison offen. Die Regierung verlängerte ihre entsprechende Bewilligung.

Zum Entschluss beigetragen hätten das umfangreiche Testkonzept sowie die Beurteilung der epidemiologischen Lage, teilte die Kantonsregierung in Chur am Mittwoch mit. Die Auswertung der Daten der Pilot-Flächentests hätten gezeigt, dass mit regelmässigen Flächentests die Pandemie eingedämmt werden könne.

Lesen Sie dazu auch: Bündner Massentests zahlen sich aus.

Ein Jahr Coronavirus in der Schweiz
Am 25. Februar 2020 meldete das Tessin den ersten Corona-Fall im Land. Es folgten Ausbruch, Lockdown und zweite Welle: Biels Stadtpräsident Erich Fehr, Unternehmerin Yen Han, Spitaldirektorin Franziska Föllmi-Heusi und Tamedia-Nachrichtenchef Matthias Chapman schauen zurück.
Bundesrat Berset hält wohl an seinem Lockerungsplan fest

Informationen, die CH Media aus bundesratsnahen Kreisen erhalten hat, zeigen: Gesundheitsminister Berset steigt wohl mit jenem Lockerungsplan in die Sitzung, den er vergangene Woche bei den Kantonen in die Vernehmlassung gab.

Trotz enormen Lobbying will der SP-Bundesrat nicht schneller öffnen, dies vor allem mit Verweis auf den immer höheren Anteil von mutierten Viren: Gemäss Bersets Departement machen diese bereits 47 Prozent der Infektionen aus. Die Ansteckungszahlen sind zwar gefallen, auf gut 1000 pro Tag, aber zuletzt wurde der Rückgang gebremst. Laut Berset passiert jetzt das, was er letzten Mittwoch vorausgesagt hat. (Lesen Sie dazu unseren Artikel: Exit-Strategie: Das ist der Öffnungsplan des Bundesrats).

Darum sollen ab 1. März nur Läden, Museen und Bibliotheken wieder öffnen können, ebenso die Aussenbereiche von Zoos, botanischen Gärten sowie Sport- und Freizeitanlagen. Im Freien sollen private Veranstaltungen mit bis zu 15 Personen statt nur mit 5 Personen erlaubt sein, und Jugendliche bis 18 Jahre sollen etwas mehr Freiheiten erhalten.

Keine Strategieänderung plant Berset bei den Restaurants. Sie sollen erst ab 1. April öffnen dürfen, und zwar einzig draussen. Am Mittwoch verkündet der Gesamt-Bundesrat seine Entscheide zu den möglichen Lockerungen der Massnahmen.

Hält offenbar an seinem Plan fest: SP-Bundesrat Alain Berset.
Hält offenbar an seinem Plan fest: SP-Bundesrat Alain Berset.
Foto: Alessandro della Valle (Keystone/18. Februar 2021)
Kommission fordert Lockerungen bei Kultur und Sport

Der Bundesrat soll konkrete Kriterien für den Lockdown-Ausstieg bei Kultur und Sport festlegen. Das verlangt die ständerätliche Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK-S). Zudem ersucht sie die Kommission für Wirtschaft und Abgaben ihres Rats dazu auf, die Obergrenze für Beiträge an Kultur und Kulturschaffende zu streichen.

Den Mitbericht zugunsten der Aufhebung der Maximalbeitäge an Kulturunternehmen, -verbände und -schaffende verabschiedete die Kommission mit 12 zu 0 Stimmen bei einer Enthaltung, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. So vergrössert sich gemäss der Mitteilung der Spielraum, sollten Nachtragskredite nötig werden.

Mit sechs zu sechs Stimmen und Stichentscheid des Präsidenten Hannes Germann (SVP/SH) beantragt die Kommission den Verzicht auf eine Einschränkung bei den A-fonds-perdu-Beiträgen an professionelle oder halbprofessionelle Sportklubs.

Einstimmig verabschiedete die WBK ein Schreiben an den Bundesrat, in dem sie eine raschere und einfachere Vergabe der Covid-19-Hilfsgelder an die Kulturschaffenden verlangt.

Stichentscheid in der Kommission: Der Schaffhauser SVP-Ständerat Hannes Germann.
Stichentscheid in der Kommission: Der Schaffhauser SVP-Ständerat Hannes Germann.
Foto: Alessandro della Valle (Keystone/Archiv)
Armee verkauft überflüssiges Schutzmaterial in der Schweiz

Die Armee verkauft überflüssiges Schutzmaterial zu «sehr stark reduzierten Preisen» an Kantone, Gemeinden und an Pflegeeinrichtungen. So soll vermieden werden, dass das Material vernichtet werden muss.

Die Armeeapotheke hat während des vergangenen Jahres zahlreiche medizinische Güter beschafft. Der Verbrauch im Gesundheitswesen sei nun aber geringer als ursprünglich angenommen, teilte die Armee am Dienstag mit. Sie habe deshalb am Montag den Kantonen und Gemeinden in einem Brief Masken und Desinfektionsmittel angeboten, die per Ende 2022 ablaufen. (Lesen Sie dazu auch: Millionen unbrauchbarer Masken in Schweizer Lagern).

Die Masken sollen einen Rappen pro Stück kosten, das Desinfektionsmittel soll kostenlos bezogen werden können.

Pflegeinstitutionen erhalten die Information über die Gemeinden oder die kantonalen Verbände der betroffenen Branchen. Zudem sollen Masken an schweizerische Hilfsorganisationen auf Anfrage kostenlos abgegeben werden. Das Material darf nicht weiterverkauft werden.

Gewerkschaften gegen zu frühe Lockerungen

Einen Tag vor dem bundesrätlichen Entscheid über Lockerungen der Corona-Massnahmen haben sich sechs Gewerkschaften gegen zu frühe Lockerungen ausgesprochen. Sie wollen, dass statt die Forderungen der Arbeitgeber wissenschaftliche Erkenntnisse als Entscheid-Grundlage dienen. Die Zahl der Neuansteckungen liegt derweil immer noch bei über 1000 pro Tag.

Weite Teile der Arbeitgeberverbände würden eine Kampagne für eine möglichst schnelle Lockerung der Massnahmen führen, schrieben sechs Gewerkschaften am Dienstag in einer Mitteilung. «Der Angriff» der Arbeitgeber auf die geltenden Massnahmen berge das Risiko einer dritten Welle. Die Mitarbeitenden gehörten geschützt, fordern der Verband des Personals öffentlicher Dienste VPOD, der Pflegeverband SBK, die Gewerkschaften Unia und Syna, die Berufsorganisationen im Gesundheitswesen SVBG und der Berufsverband der biomedizinischen Analytikerinnen und Analytiker Labmed.

Gegen zu frühe Lockerungen: Teilnehmerinnen bei einer Demo der Gewerkschaften VPOD, Syna und Berufsverband SBK im vergangenen Herbst in Basel.
Gegen zu frühe Lockerungen: Teilnehmerinnen bei einer Demo der Gewerkschaften VPOD, Syna und Berufsverband SBK im vergangenen Herbst in Basel.
Foto: Georgios Kefalas (Keystone/Oktober 2020)

Die Regierung solle sich bei ihrem Entscheid daher nicht auf diese Stimmen, sondern auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützen, hiess es weiter. Einer der wichtigen Indikatoren dabei ist die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Diese Zahl lag gemäss den am Dienstag aktuellen Angaben am 12. Februar bei 0,92. Sie ist damit seit dem 6. Februar wieder auf das Niveau von Ende Januar gestiegen. Um die Verbreitung des Virus einzudämmen, muss die Reproduktionszahl kleiner als 1 sein.

BAG registriert 134'325 neue Impfungen in den letzten 7 Tagen

Bis und mit Sonntag sind in der Schweiz innert Wochenfrist 134'325 Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht worden. Dies geht aus den Angaben hervor, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag auf seiner Website veröffentlichte.

Pro Tag wurden damit durchschnittlich 19'189 Impfungen durchgeführt. Im Vergleich zur Woche davor stieg die Impfkadenz um 5 Prozent. Insgesamt wurden bis Sonntag 675'556 Impfungen durchgeführt. Bislang sind 173'407 Personen vollständig geimpft, das heisst 2 Prozent der Bevölkerung haben bereits zwei Impfdosen erhalten. Bei 328'742 Personen wurden bislang nur die Erstimpfung durchgeführt. Bereits an die Kantone ausgeliefert, aber noch nicht eingesetzt, sind momentan 190'869 Impfdosen. Zudem sind noch 17'600 Impfdosen beim Bund gelagert.

BAG meldet 1131 Neuinfektionen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem BAG am Dienstag innerhalb von 24 Stunden 1131 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 14 neue Todesfälle und 43 Spitaleinweisungen.

Am Dienstag vor einer Woche waren es 1075 Neuinfektionen.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,8 Prozent bei den PCR-Tests und bei 4,2 Prozent bei den Antigen-Schnelltests. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 162,19 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet.

Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 12. Februar bei 0,92.

Insgesamt hat das BAG 8366 bestätigte Ansteckungen mit einer mutierten Coronavirus-Variante registriert. Davon entfielen 3122 auf die britische Variante, 132 auf die südafrikanische sowie sechs auf die brasilianische. 5106 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden.

Bis Sonntagabend wurden 866'425 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 675'556 Dosen bereits verabreicht. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 4'939'727 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 551'355 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

23'267 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 9240. Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich laut Angaben des BAG 11'022 Menschen in Isolation und 18'588 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befanden sich 2899 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

Hier gelangen Sie zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

Bund soll regelmässige Corona-Tests und Corona-Ausweis prüfen

Der Bundesrat soll prüfen, ob der Bund die Kosten für einen regelmässigen Corona-Test in der Bevölkerung übernehmen soll. Zudem soll er untersuchen, ob ein digitaler «Covid-Free»-Nachweis geschaffen werden kann. Das empfiehlt die Gesundheitskommission des Ständerats (SGK-S).

Geprüft werden soll, ob der Bund bis Ende Juni 2021 die Kosten eines Tests pro Bewohnerin und Bewohner alle zwei Wochen übernehmen kann. Die Kommission empfiehlt dem Bundesrat zudem, Prioritäten zu setzen beim Testen, Impfen, dem dazu gehörenden Datenmanagement sowie einer raschen und transparenten Information über alle Daten, die zur Beurteilung der Corona-Pandemie relevant sind, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten.

Eine Apothekerin rührt einen Abstrichstab in Flüssigkeit für einen Corona-Schnelltest . (3. November 2020)
Eine Apothekerin rührt einen Abstrichstab in Flüssigkeit für einen Corona-Schnelltest . (3. November 2020)
Foto: Gaetan Bally (Keystone)

An der Sitzung sprach sich die Kommission zudem für die Annahme mehrerer Motionen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie aus. In diesen geht es etwa darum, Lehren aus der Pandemie für das Schweizer Gesundheitssystem zu ziehen, die Digitalisierung im Gesundheitswesen zu beschleunigen oder die Leistungserbringer und die Gesundheitsfachpersonen zu verpflichten, sich einer Gesellschaft über das elektronische Patientendossier anzuschliessen.

Mit 7 zu 4 Stimmen empfiehlt die Kommission ihrem Rat, eine Motion von SP-Ständerätin Marina Carobbio Guscetti (TI) abzulehnen, die Sofortmassnahmen gegen das durch die Krise ausgelöste Armutsrisiko fordert.

An der Sitzung der Kommission nahmen auch Gesundheitsminister Alain Berset und Fachleute des Bundesamts für Gesundheit teil. Die Kommissionsmitglieder sprachen ihnen das Vertrauen in ihre Arbeit aus.

Geheimpapier des Bundes: Geimpfte sollen Privilegien geniessen

Der Bundesrat soll am Mittwoch laut «Blick» beschlossen haben, eine Sonderbehandlung nach Impfstatus zu ermöglichen. Die Zeitung zitiert aus einem Impfpapier des Innendepartements von Gesundheitsminister Alain Berset. Das Parlament wird voraussichtlich auch beim Papier mitreden wollen.

Restaurants sollen Geimpfte bevorzugt behandeln können

Private Gewerbe- und Kulturbetriebe sollen Geimpfte bevorzugt behandeln können. Wer belegen kann, dass er geimpft ist, soll nach den Plänen des Bundesrats wieder in Clubs und ins Theater dürfen, aber auch im Inneren eines Restaurants bewirtet werden können. «Betreiber und Veranstalter müssten in diesem Fall einen entsprechenden Nachweis einer vollständig durchgeführten Impfung verlangen», soll es in der vom Bundesrat genehmigten Lösung heissen.

Wer sich wegen Allergien oder einer Schwangerschaft nicht impfen lassen kann, soll nicht benachteiligt werden. Mit einem negativen Corona-Test soll man trotzdem in den Ausgang können.

Wie sieht es am Arbeitsplatz aus? Ein Spezialfall seien Spitäler und Heime, steht im vertraulichen Papier. Laut Epidemiengesetz ist es zudem möglich, für das Pflegepersonal eine Impfpflicht auszusprechen. Jedoch sind dafür die Kantone zuständig.

Maske im ÖV soll bleiben

Im Öffentlichen Verkehr sollen Geimpfte weiterhin Maske tragen müssen, weil der Aufwand riesig wäre, wenn bei jedem Fahrgast kontrolliert werden müsste, ob er geimpft wurde oder nicht.

Die Regelungen sollen ab Mai oder Juni in Kraft gesetzt werden, dann, wenn ein Grossteil der Bevölkerung sich impfen lassen konnte. Die Bevorzugung soll gelten, bis ein Grossteil der Bevölkerung gegen Corona immun ist, das könnte allenfalls bis Anfang September der Fall sein.

Schweiz Tourismus: Sonderweg bei Skigebieten hat sich bewährt

Trotz harscher Kritik aus dem Ausland hat sich der Sonderweg der Schweiz im Wintertourismus bewährt. Die Schutzkonzepte hätten funktioniert, sagte Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus, in einem Interview mit den Zeitungen der CH-Media-Gruppe.

Trotz offener Skigebiete seien keine grossen Ausbrüche des Coronavirus festgestellt worden. Es habe keine Hotspots gegeben. Und auch Befürchtungen, die Schweiz könnte wegen der Kritik des Auslandes einen Rufschaden erleiden, hätten sich nicht bewahrheitet.

Laut Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus, hat sich der Sonderweg der Schweiz im Wintertourismus bewährt.
Laut Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus, hat sich der Sonderweg der Schweiz im Wintertourismus bewährt.
Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Wo es Ansteckungen gegeben habe, wie in einzelnen Hotels, sei sehr gut und schnell reagiert worden. Die Fallzahlen bei den Neuinfektionen seien schweizweit in den letzten Wochen zurückgegangen. Das man in der Schweiz sicher Winterferien machen könne, gebe der Bevölkerung Mut und Zuversicht.

Der Wintertourismus habe gezeigt, das man auf ihn bauen könne. Nun sollte es den Gastronomiebetrieben auch erlaubt werden, wieder Terrassen und Aussenbereiche für Gäste öffnen zu dürfen. «Wir wünschen uns, dass Cafés, Hotels und Restaurants schweizweit ab dem 1. März mindestens draussen wieder öffnen können», sagte Nydegger.

2449 neue Fälle übers Wochenende

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem BAG am Montag innerhalb von 72 Stunden 2449 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 26 neue Todesfälle und 84 Spitaleinweisungen.

Vor Wochenfrist meldete die Behörde 2480 neue Ansteckungen, 40 Todesfälle und 99 Hospitalisationen.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag für die PCR-Tests bei 4,8 Prozent, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) weiter mitteilte. Bei den Schnelltests waren es 4,3 Prozent.

Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 169,36 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 12. Februar bei 0,91.

Insgesamt hat das BAG 7787 bestätigte Ansteckungen mit einer mutierten Coronavirus-Variante registriert. Davon entfielen 2928 auf die britische Variante, 128 auf die südafrikanische sowie fünf auf die brasilianische. 4736 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 4'916'472 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19. Insgesamt gab es 550'224 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

23'224 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 9226.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich laut Angaben des BAG 11'051 Menschen in Isolation und 18'725 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befanden sich 2913 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

Bis am 17. Februar sind insgesamt 884'025 Impfdosen in die Schweiz geliefert worden. Davon sind bereits 847'900 bei den Kantonen und im Fürstentum Liechtenstein. Die Zahl der verabreichten Impfdosen lag bei 613'346. Vollständig geimpft waren 137'734 Personen.

Mehrheit der Kantone fordert Restaurant-Öffnung bereits im März

Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren hat ihre Stellungnahme zu den geplanten Lockerungen des Bundestrates veröffentlicht. Die zwei wichtigsten Punkte:

  1. Die Kantone stellen sich hinter den Plan des Bundesrates, in Etappen aus den Massnahmen gegen die Corona-Pandemie auszusteigen.

  2. Knapp die Hälfte möchten aber je nach Entwicklung der Lage kürzere Zeitintervalle für Öffnungen.

Die Kantone stellen sich damit hinter den Plan, die Massnahmen in Schritten und gemäss epidemiologischer Lage aufzuheben. Auch wünscht sich die Mehrheit der Kantone ein national abgestimmtes Vorgehen, ohne kantonale Differenzierungen.

Schneller die Beizen öffnen

Eine knappe Mehrheit möchte, dass Aussenbereiche von Gaststätten ab 1. März statt wie der Bundesrat vorschlägt ab 1. April öffnen dürfen. Allerdings müssten dann strikte Auflagen gelten, etwa dass alle Gäste sitzen müssten, nur vier Personen pro Tisch erlaubt seien, Kontakte erhoben würden und allenfalls eine Sperrstunde gelten müsste.

Sehe der Bund von dieser Öffnung ab, müssten wenigstens in geöffneten Skigebieten die Terrassen geöffnet werden, damit Gäste ihre Mahlzeiten aus dem Takeaway dort verzehren könnten. So könnten Menschenansammlungen besser verhindert werden, heisst es in der Stellungnahme der GDK. Einige Kantone lassen dies bereits zu.

Die Stellungnahme ist damit keine Überraschung, sondern entspricht den Erwartungen. Lesen Sie dazu: Mehrheit der Kantone will rascher öffnen als der Bundesrat

Schwyzer Regierungsrat will raschere Lockerungen

Auch der Schwyzer Regierungsrat will eine raschere Lockerung der Coronamassnahmen, als es der Bundesrat vorgeschlagen hat. Restaurants sowie professionelle Kultur- und Sportveranstaltungen sollen bereits ab dem 1. März unter Einhaltung von Schutzkonzepten wieder möglich sein, teilte die Staatskanzlei am Montag mit.

Der Bundesrat möchte die Restaurants frühestens auf April und nur im Aussenbereich wieder öffnen. Am Wochenende forderten diverse Kantone in ihren Vernehmlassungsantworten aber eine raschere Lockerung. Definitiv entscheiden will der Bundesrat am Mittwoch.

Risikoliste: Zypern weg, Albanien, Serbien und Paris drauf

Das Bundesamt für Gesundheit hat die Risikoliste aktualisiert. Die Liste gilt ab dem 22. Februar. Von der Liste gestrichen wurde u.a. Zypern und die italienische Region Venetien; neu dazugekommen sind unter anderem Albanien, Serbien und die französische Region Île de France, zu der die Hauptstadt Paris gehört.

sda/reuters/red

5522 Kommentare
    Jason A.

    Danke Bundesrat. Ausnahmsweise scheint er in dieser Pandemie nämlich nicht den bequemsten Weg zu gehen, sondern den Richtigen. Statt reiner Vermittler zwischen den verschiedenen Lobbys, übernimmt er ausnahmsweise Mal Verantwortung für die Menschen in diesem Land. Was bis jetzt übrigens noch nicht an die grosse Glocke gehängt wurde: Es gibt Studien aus Frankfurt und den USA die nahelegen, dass von ALLEN Infizierten - auch Junge die top fit waren und nur leichte Symprome hatten - die meisten einen bleibenden Herzschaden von der Infektionen behalten. Man stelle sich vor: Auf einmal wird klar, dass 10% der Bevölkerung für den Rest ihres Lebens ein geschädigtes Herz haben wird. Und die Regierung wusste darüber Bescheid, aber wollte den Lockdown beenden damit wir uns alle 2 Monate früher in der Beiz amüsieren können. Ganz zu schweigen von den Kosten für die Krankenkassen. Wenn die Alten an Corona sterben, entlasten sie nur die AHV. Wenn hingegen ein 20-Jähriger gesundheitlich beeinträchtigt ist, dann belastet er damit die Krankenkasse und somit die Wirtschaft des Landes für die nächsten 60 Jahre. Dass sich auf einmal alle hinter Alain Berset stellen, könnte auch damit zu tun haben.