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Boxen im StadttheaterChervet steigt noch einmal in den Ring

Noch ein Kampf, dann ist Schluss: Alain Chervet tritt am 10. April im Berner Stadttheater an. Danach beendet der 29-jährige Berner seine Karriere.

 Alain Chervet tritt am 10. April im Berner Stadttheater an.
Alain Chervet tritt am 10. April im Berner Stadttheater an.
Iris Andermatt

Der letzte Kampf war so eigentlich nicht vorgesehen. Alain Chervet hatte nach der Niederlage am Boxing Day für sich beschlossen: Das wars. Aber nachdem der als Hauptkampf vorgesehene Genfer Profiboxer Yoann Kongolo des Dopings überführt worden war, stand Leander Strupler – Chervets Manager und Organisator des Anlasses vom 10. April im Stadttheater – plötzlich ohne Hauptkampf da. «Während andere Boxer sich jetzt für viel Geld anbieten, nützt Alain meine Situation nicht aus», erzählt Strupler. «Er hat sofort und von sich aus gesagt, dass er aushelfe. Das ist schön von ihm; damit macht er nicht nur mir sondern auch allen Fans eine Freude.»

Gegen wen Chervet antreten wird, steht noch nicht fest. Aktuell wird das Meeting «Boxen statt Theater» trotz Coronavirus mit einer Kapazität von 750 Zuschauern durchgeführt.

Rücktritt steht fest

Für Chervet ist klar, dass danach Schluss ist. Seit Sommer 2017 ist er Inhaber des Boxclubs Boxing Kings. Der 29-jährige Familienvater agiert als Geschäftsführer und Cheftrainer zugleich. Parallel bestreitet er, wie schon sein Onkel Fritz Chervet, mehrere Profikämpfe im Jahr. «Diese Mehrfachbelastung kann ich nicht langfristig durchziehen. Ich will in Zukunft mehr Zeit für meinen Job als Trainer und meine Familie haben», begründet Chervet seinen Rücktritt.

In seiner fast 8-jährigen Karriere bestritt Chervet 20 Profikämpfe: 16 Siege, 2 Unentschieden und 2 Niederlagen stehen im Palmarès. Zuletzt unterlag er im Berner Kursaal am Boxing Day vom 26. Dezember dem Chinesen Ju Wu knapp. «Unter den besten 100 ist das Niveau sehr ausgeglichen. Hier bereitet sich jeder für drei Monate komplett fokussiert auf einen Kampf vor. Ich hingegen absolviere meine zwei bis drei Trainingseinheiten pro Tag vor, zwischen und nach dem normalen Arbeitstag», erklärt Chervet.

Struplers Wunschszenario

Als Vorbereitung auf seinen letzten Kampf bleiben dem Zollikofer jetzt bloss vier Wochen. «Die Kondition kann er nicht mehr aufbauen, allerdings ist Alain immer fit», weiss Strupler. Trotzdem reagiert der Promoter: «Statt über zwölf oder zehn Runden wird sein Kampf nur über acht Runden gehen.» Und Strupler macht aus seinen Sympathien kein Geheimnis: «Ich wünsche mir, dass Alain mit einem Sieg im Stadttheater seine verdiente Abschlussgala kriegt.»

Am 13. März hat der Veranstalter den Anlass «Boxen statt Theater» vom 10. April nach den verschärften Massnahmen des Bundesrats wegen der Corona-Pandemie abgesagt.