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Nach EM-Bronze im ZeitfahrenSchaltprobleme bremsten Reusser

Marlen Reusser aus Hindelbank hat an der Europameisterschaft im französischen Plouay den dritten Platz im Einzelzeitfahren erreicht.

Nur die zwei Niederländerinnen waren auf der 25,6 km langen, welligen Strecke schneller als Marlen Reusser. Die Schweizerin sicherte sich in Plouay (FRA) mit 59 Sekunden Rückstand auf Siegerin Anna van der Breggen und 28 Sekunden hinter der zweitplatzierten Ellen van Dijk die Bronzemedaille. Die 28-jährige Bernerin aus Hindelbank war unmittelbar und damit eine Minute vor Van der Breggen gestartet, musste sich aber schon nach wenigen Kilometern von der niederländischen Meisterin einholen lassen. «Ich hatte so gute Beine wie noch nie, war in blendender Form, aber leider bremsten mich technische Probleme. Die Schaltung spukte, die Kettte blieb hängen. Die Reparatur durch den Mechaniker kostete mich mindestens 30 Sekunden.»

Reusser liess sich durch das Malheur nicht entmutigen und vermochte in der Folge das Tempo der späteren Siegerin zu halten. Dass sie dabei auch mal verdächtig nahe im Windschatten der Widersacherin fuhr, sanktionierte die Rennleitung letztlich nicht. Kurz vor dem Ziel überholte Reusser Van der Breggen wieder. Für Reusser bedeute die Bronzemedaille in der Bretagne den bisher grössten Erfolg. «Ich bin sehr glücklich mit dem dritten Rang, gleichzeitig aber wegen der Panne auch verärgert», beschrieb sie die gemischten Gefühle.

Die frühere Ärztin ist erst seit 2019 als Profifahrerin unterwegs. Vor einem Jahr gewann sie an den European Games in Minsk die Goldmedaille. Vor gut einem Monat verteidigte sie in Belp ihren Schweizer Meistertitel im Zeitfahren souverän. Die Emmentalerin wird am Donnerstag auch noch das EM-Strassenrennen in Plouay und am Freitag das Team-Zeitfahren bestreiten.