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Was ich eigentlich sagen will...

Von diplomatischen, typisch schweizerischen Floskeln und ihrer eigentlichen Bedeutung.

Wir Schweizer sind ja nicht bekannt dafür, Klartext zu reden. Wir verpacken Kritik in Watte, verstecken Appelle im Subtext oder flunkern gar. Ich schliesse mich davon nicht aus. Drei Beispiele:

Zum gefühlt hundertsten Mal hüpft ein übertrieben gut gelaunter Ethnologiestudent beim Bahnhof auf mich zu und flötet: «Schönen guten Tag der junge Herr, darf ich dich fragen, was du von Kinderarbeit in Kambodscha hältst?» Was ich sage: «Ähm, ja. Ein wichtiges Thema, aber leider bin ich gerade sehr in Eile. Tut mir leid.» Was ich eigentlich sagen will: «Kinderarbeit? Unbedingt! Dieses Modell kann man nicht genug würdigen. Denn seien wir ehrlich, Kinder sind egoistische, cholerische Kobolde ohne jeglichen gesellschaftlichen Nutzen. Ginge es nach mir, würde man diese verwöhnten Bälge gleich nach dem Abstillen bei körperlicher Schwerstarbeit einspannen. Ade, merci!»

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