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LeserreaktionenBlochers Propagandaaktion geht munter weiter

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen. Unter anderen auch zu Christoph Blochers Rentenforderung und was er damit bezwecken könnte.

Christoph Blocher, hier an der Albisguetli-Tagung in Zürich im Januar. Mit seiner Rentenforderung ziehe er die Aufmerksamkeit auf sich und die SVP,  schreibt eine Leserin.
Christoph Blocher, hier an der Albisguetli-Tagung in Zürich im Januar. Mit seiner Rentenforderung ziehe er die Aufmerksamkeit auf sich und die SVP, schreibt eine Leserin.
(Keystone/Walter Bieri)

Sie bewirkt etwas Grossartiges

Jeannine Küpfer tut bewundernswertes indem sie sich auf eine dunkle Zeit, in welcher sie in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Drogen stand, zurückerinnert und sich outet. Sie wolle damit Gutes bewirken, indem sie Jugendlichen mitteilt: Lasst die Finger von Drogen. Beginnt erst gar nicht diese zu konsumieren! Mit ihrem Einsatz bewirkt Jeannine Küpfer Grossartiges. Sie ist sich nicht zu schade sich eine entsprechende Ausbildung vorzunehmen, um ihr Ziel zu erreichen. Die Dankbarkeit der wiedergewonnenen, hart umkämpften Freiheit will sie weitergeben. Im Sinne einer Wiedergutmachung (auch an ihr selber). Jeannine Küpfer kann stolz auf sich sein – ich bin übrigens auch stolz auf sie. Barbara Siegenthaler, Schliern

Ein undemokratischer Beschluss

Unabhängig davon, ob der Entscheid der Gemeindeversammlung nun richtig oder falsch war, finde ich es sehr bedenklich, wenn 132 von über 8000 Stimmberechtigten kurzfristige Mehrausgaben in Millionenhöhe beschliessen können. Diese 1,6 Prozent, die zum Teil, wenn auch legitim, Eigeninteressen vertraten, bilden die Bevölkerung in keiner Weise ab. Daher ist dieser Beschluss ein undemokratischer, umso mehr, als viele Leute wegen Corona nicht an der Versammlung teilnehmen konnten oder wollten. Es zeigt sich einmal mehr, dass an Gemeindeversammlungen gutmobilisierte kleinste Minderheiten ihre Anliegen durchbringen können. Das ist sicher nicht im Interesse der Allgemeinheit. Daher plädiere ich einmal mehr für ein Gemeindeparlament, wie es eigentlich alle Gemeinden in der Grösse von Belp, und sogar wesentlich kleinere, haben. So wäre die Bevölkerungsstruktur gerecht abgebildet, Entscheide würden nicht von kleinen Gruppen, aber auch weniger nur vom Gemeinderat gefällt. Heinz Haussener, Belp

Verlierer ist wie immer die Natur

Sorry, aber in diesem Spiel spielt einer falsch, mit gezinkten Karten. Verlierer ist wie immer die Natur. Klar, die letzte naturnahe Mittellandflusslandschaft der Aare lässt einen Biologen nichts verdienen, wenn man Landschaft «gestalten» will. Denn sie ist gebildet, seit Jahrtausenden, von Wasser, Geschiebe, Flora und Fauna und auch dem Menschen. Wild und auf diesen letzten paar Restkilometerchen ungezähmt strömt die Aare hier durch eine, letzte Landschaft ihrer Art. Sie ist noch Aare hier, nicht Oberlauf-Reuss, was ihr Schicksal wäre, wenn das Stollenprojekt der Onyx verwirklicht werden könnte. Aus dem Mittellandfluss würde ein voralpines Gewässerchen, wie es viele gibt. Aber die letzte naturnahe Mittellandflussstrecke wäre unwiederbringlich zerstört. Helmut Barner, Wynau

Propagandaaktion geht munter weiter

Er hat auf sein Ruhegehalt verzichtet. Die damit verbundene Propaganda hat er während 14 Jahren wiederholt aufgewärmt. Nun will er das Geld doch noch, der Bundesrat sagt Ja (vorausblickend in eigener Sache?), die Finanzdelegation des Parlaments kann sich nicht entscheiden und empfiehlt ein Nein. Diverse Gutachten liegen vor, die Zuständigkeiten für die Frage bleiben unklar. Die Propagandaaktion geht also munter weiter. Der Bundesrat belegt Blochers These vom staatlichen Leerlauf 1:1. Und exakt vor der Abstimmung verschaffen sich Blocher und die SVP wieder mal die gewünschte Aufmerksamkeit. Was aber am meisten beelendet, ist, dass die Damen und Herren im Parlament üblicherweise Gesetze und Vorschriften jeweils akribisch detaillieren, Schlupflöcher und Juristenfutter für Millionen einbauen, aber offensichtlich nicht willens sind, selbst einfache Gesetze (das betreffende Gesetz hat 370, die Verordnung dazu knapp 900 Wörter) wasserdicht zu gestalten. Ernst Menet, Lyss