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Neues Gesetz in SchottlandBinden und Tampons bald kostenlos erhältlich

Als weltweit erstes Land stellt Schottland künftig Menstruationsprodukte gratis zur Verfügung. Das Land gilt als Vorreiter im Kampf gegen die sogenannte Perioden-Armut.

«Es ist Zeit»: Frauen sollen in Schottland künftig Binden, Tampons und ähnliche Artikel kostenlos erhalten.
«Es ist Zeit»: Frauen sollen in Schottland künftig Binden, Tampons und ähnliche Artikel kostenlos erhalten.
Foto: Andrew Milligan (Keystone)

In Schottland sollen Binden, Tampons und ähnliche Artikel künftig kostenlos erhältlich sein. Das Parlament in Edinburgh verabschiedete nach eigenen Angaben am Dienstagabend einstimmig einen entsprechenden Gesetzentwurf der Labour-Abgeordneten Monica Lennon.

Demnach muss die schottische Regierung ein landesweites Programm zur Bereitstellung von Menstruationsprodukten einrichten. Schulen und Universitäten sind verpflichtet, eine Auswahl dieser Artikel kostenlos in Toiletten anzubieten. Auch andere öffentliche Einrichtungen können künftig von der Regierung dazu veranlasst werden.

«(Ich bin) stolz darauf, für diese bahnbrechende Gesetzgebung gestimmt zu haben, die Schottland zum ersten Land der Welt macht, das kostenlose Menstruationsprodukte all denjenigen zur Verfügung stellt, die sie brauchen», twitterte Regierungschefin Nicola Sturgeon. Es sei eine wichtige Massnahme für Frauen und Mädchen.

Es handele sich um einen «praktischen und fortschrittlichen» Gesetzentwurf, der wegen der Corona-Pandemie umso wichtiger sei, zitierte die Nachrichtenagentur PA die Labour-Abgeordnete Monica Lennon. «Perioden hören nicht wegen Pandemien auf, und die Arbeit zur Verbesserung des Zugangs zu unerlässlichen Tampons, Binden und wiederverwendbaren Produkten war noch nie so wichtig wie heute.»

Kampf gegen Perioden-Armut

In Grossbritannien gilt vor allem Schottland als Vorreiter im Kampf gegen die sogenannte Perioden-Armut. Viele haben zu wenig Geld für solche Artikel und greifen während ihrer Periode zu alten Zeitungen, Stofflappen und Klopapier. Etliche Schulen und Universitäten stellen dort bereits kostenlos Binden und Tampons zur Verfügung.

Der am Dienstag verabschiedete Gesetzentwurf verpflichte die lokalen Behörden dazu, entsprechende Artikel unentgeltlich bereitzustellen, schrieb die BBC. Die jeweiligen Kommunalverwaltungen müssten nun entscheiden, welche praktischen Vorkehrungen getroffen werden, aber Tampons und Binden müssten «einigermassen leicht» und mit «angemessener Würde» zugänglich gemacht werden.

SDA

90 Kommentare
    max bernard

    Statt allen Frauen, auch die es sich durchaus leisten können, gratis Binden und Tampons abzugeben, wäre es angebrachter, das dafür aufzubringende Geld denen, die tatsächlich Not leisten, zur Verfügung zu stellen. Aber damit gewinnt man nur die Sympathien derjenigen, die sowieso nicht zur Wahl gehen und damit wäre der eigentliche Sinn dieses Regierungsgeschenkes verfehlt worden.