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Kolumne Katja FrühBin ich rückwärtsgewandt?

Unsere Autorin ist gegen die Totalrenovierung des Zürcher Schauspielhauses. Oder doch nicht?

Wer, wenn nicht ich, müsste ganz klar gegen die Totalrenovierung des Schauspielhauses sein? Denn mein Herz hängt seit frühester Kindheit heftig an diesem Haus. Und seit frühester Kindheit höre ich die Geschichten von der grossen Zeit, die es mal gehabt hat.

Das geht so weit, dass ich meinem Mann erzähle, ich hätte die Giehse und den Steckel und den Bassermann noch gekannt. Die Giehse, dieses Monument, die man anfangs für zu hässlich für die Bühne hielt, die aber fand: Ich will ja nicht schön sein, ich will zum Theater. Und der Steckel, der vielleicht ja ein Genie war, aber als Regisseur so autoritär, dass man von «Steckel-Leichen» sprach, weil einige Schauspieler, nachdem sie mit ihm gearbeitet hatten, nicht mehr spielen konnten. Und der Bassermann, von dem man sich erzählte, dass er hinter der Bühne eine schnelle Nummer mit der Garderobiere vollführte, was man «der kleine Bassermann» nannte. #MeToo lässt grüssen. Diese Geschichten liessen mich glauben, irgendwie dabei gewesen zu sein.

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