Zum Hauptinhalt springen

Podcast «USA: Entscheidung 2020»Biden, Klima-Kerry und die Frauen

Der neu gewählte Präsident setzt auf bewährte Kräfte. Diese Strategie birgt jedoch Risiken. Willkommen zu einer neuen Folge des Amerika-Podcasts.

Alte Bekannte: Joe Biden stellt sein aussen- und sicherheitspolitisches Team vor.
Alte Bekannte: Joe Biden stellt sein aussen- und sicherheitspolitisches Team vor.
Foto: Carolyn Kaster (Keystone)


Die «Entscheidung 2020» scheint doch noch gefallen zu sein. Donald Trump hat den Weg frei gemacht für die sogenannte Transition, die Übergabe der Amtsgeschäfte an die neue amerikanische Regierung. So bekommt inzwischen auch Joe Biden täglich ein Briefing der US-Geheimdienste.

Der gewählte neue Präsident hat seine Arbeit aber ohnehin längst aufgenommen und nun Personal für wichtige Posten nominiert. Er griff dabei auf altgediente Kräfte zurück, die er zum Teil seit Jahrzehnten kennt, etwa John Kerry, einen alten Freund aus gemeinsamen Senatszeiten. Der ehemalige US-Aussenminister wird Sonderbeauftragter fürs Klima. Ausserdem setzt Biden offensichtlich auf Frauen, die künftig in der amerikanischen Regierung Schlüsselpositionen einnehmen.

Obamas Team galt als elitär

Allerdings erinnert diese Personalpolitik stark an die Ära Obama. Ist das nicht riskant? Denn Barack Obamas Team galt als elitär und hat deshalb Donald Trumps Aufstieg begünstigt. Derweil ist immer noch unklar, ob dessen politische Karriere beendet ist. Oder legt er einen Zwischenspurt hin bis 2024?

Darüber unterhalten sich Martin Kilian, langjähriger USA-Korrespondent, und Christof Münger, Leiter des Ressorts International der Tamedia-Redaktion in Zürich, in einer weiteren Folge des Podcasts zu den amerikanischen Wahlen.

Die Sendung kann auch auf
Spotify oder Apple Podcasts gehört und abonniert werden.

16 Kommentare
    Heine Dietiker

    Unter den gesetzten Rahmenbedingungen macht Biden das einzig Richtige, das ihm noch bleibt. Eine Mehrheit im Senat ist mehr als ungewiss, die Mehrheit im Repräsentantenhaus ist knapp. Die USA sind in diversen Krisen, Vertrauenskrise intern und international, Corona, Wirtschaft, Finanzen, Handelskriege, Irankonflikt. Also macht Biden jene Leute zu Ministern, die unter Obama stellvertretende Minister waren und besetzt die Stellvertreterposten mit frischen Leuten. Daraus ergibt sich dann ein Mix aus Kontinuität und Erneuerung. Linke in herausgehobenen Positionen wird er sich nur wenige leisten können, stattdessen wird Biden wohl den einen oder anderen gemässigten Republikaner zum Minister machen. Sein Programm ist es ja, das Land zu versöhnen.