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USABerufungsgericht kippt Todesurteil gegen Boston-Bomber

Weil die Geschworenen vermutlich nicht unvoreingenommen gegenüber Dschochar Zarnajew waren, muss über das Strafmass für den Täter neu entschieden werden.

Dschochar Zarnajew muss mindestens lebenslang in Haft bleiben: Er hatte die Tat gestanden. (Archivbild)
Dschochar Zarnajew muss mindestens lebenslang in Haft bleiben: Er hatte die Tat gestanden. (Archivbild)
KEYSTONE

Ein US-Berufungsgericht hat das Todesurteil gegen den «Boston-Bomber» Dschochar Zarnajew gekippt. Wie aus Gerichtsunterlagen vom Freitag hervorgeht, hoben die Richter die Entscheidung von 2015 auf und ordneten an, dass über das Strafmass neu entschieden werden müsse. Dabei stellte das Gericht klar, dass Zarnajew trotzdem mindestens lebenslange Haft erwarte: «Dschochar wird seine verbleibenden Tage im Gefängnis verbringen. Die einzige Frage ist, ob er durch Hinrichtung sterben wird.»

Grund für die Entscheidung ist die Ansicht der Juristen, dass das Gericht im Prozess nicht sichergestellt habe, dass die Geschworenen tatsächlich unvoreingenommen gegenüber Zarnajew sind. «Das Bezirksgericht war nicht in der Lage, Vorurteile oder Befangenheit zu identifizieren, indem es sich weigerte, potenziellen Juroren inhaltsspezifische Fragen zu dem zu stellen, was sie (über den Fall) gelesen und gehört hatten.»

Zarnajew hatte im April 2013 gemeinsam mit seinem kurze Zeit später getöteten Bruder Tamerlan im Zieleinlauf des Boston-Marathons zwei Sprengsätze gezündet, durch die drei Menschen getötet und 260 verletzt wurden. Zarnajew hatte die Tat gestanden und sitzt heute in einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Bundesstaat Colorado.

SDA