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Vorstudie bestandenBerner Corona-Impfstoffkandidat überzeugt

Im Rennen um eine Impfung gegen Covid-19 beschleunigt die Pharmafirma Janssen die Entwicklung. Erste Resultate seien positiv.

Eine unscheinbare Pharmafirma in Bern-Bümpliz, die vielleicht bald weltweit bekannt wird.
Eine unscheinbare Pharmafirma in Bern-Bümpliz, die vielleicht bald weltweit bekannt wird.
Foto: Manuel Zingg

Es ist ein Zwischenerfolg bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus in Bern: «Die präklinischen Daten überzeugen.» Das sagt Paul Stoffels, der Forschungschef des amerikanischen Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson. Das Tochterunternehmen Janssen ist seit März daran, am übernommenen Standort des ehemaligen Impfstoffherstellers Berna Biotech in Bern-Bümpliz einen Wirkstoff zu entwickeln.

Nachdem der Impfstoffkandidat in der Vorstudie nun Hoffnung geschürt hat, beschleunigt Janssen die Entwicklung. Denn weltweit sind Dutzende Forschungsteams und Unternehmen daran, ebenfalls eine solche Impfung auf den Markt zu bringen. Statt wie ursprünglich geplant im September, soll die erste klinische Phase zur Erprobung des Wirkstoffs am Menschen bereits in der zweiten Hälfte Juli beginnen.

Tausend Freiwillige

Der Impfstoff, der mithilfe von Gentechnik hergestellt wird, soll an 1045 gesunden Erwachsenen im Alter von 18 bis 55 Jahren sowie an Erwachsenen im Alter von 65 Jahren und älter getestet werden. Dabei geht es nicht nur darum, ob er die Probanden gegen das Coronavirus immun macht. Sondern auch um mögliche gefährliche Nebenwirkungen.

In der ersten Phase wird üblicherweise eine sehr schwache Dosierung verabreicht. Diese Studie wird aber nicht in der Schweiz, sondern in den USA und in Belgien durchgeführt. Die Zulassungsbehörden haben den ersten Tests laut den Angaben des Unternehmens zugestimmt.

Janssen wird in Bern-Bümpliz den Impfstoff für die Phase 1 und die spätere Phase-3-Studie vorbereiten. Auf derselben viralen Produktionsplattform wurde in den letzten Jahren bereits ein Impfstoff gegen Ebola hergestellt. 2 Millionen Dosen wurden produziert, nachdem die lebensgefährliche Viruserkrankung 2014 in Westafrika und 2018 in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda ausgebrochen ist.

Eine Milliarde Dosen

Ob allerdings der Covid-19-Impfstoff in Bern in Massenproduktion gehen würde, das ist offen. Die Planung für die nötigen Produktionskapazitäten laufe weiter, heisst es beim Unternehmen. Forschungschef Stoffels sagt, Ziel von Johnson & Johnson bleibe es, der Welt einen Impfstoff zu liefern, um überall Menschen vor dieser Pandemie schützen zu können. Konkret sollen bis zum Jahr 2021 weltweit mehr als eine Milliarde Dosen bereit sein – vorausgesetzt, der Impfstoff erweist sich in den Studien als sicher und wirksam.