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Coronavirus in der Schweiz+++ Portugal, Grossbritannien und Teile Italiens: Diese Länder sind neu auf der Risikoliste +++ 372 neue Fälle

Das BAG hat die Liste der Risikoländer aktualisiert. Ab Montag gilt für 58 Staaten und 23 Gebiete eine Quarantänepflicht. Schweizer Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Wochen steigt die Zahl der Neuinfektionen in der Schweiz eher wieder an.
  • Trotzdem lässt der Bundesrat ab Oktober Grossanlässe mit mehr als 1000 Menschen zu, allerdings mit strengen Massnahmen und unter der Obhut der Kantone.
  • Mehrere Kantone haben die Schutzmassnahmen verschärft. U. a. wurde die Maskenpflicht in Läden eingeführt.

LIVE TICKER

Bund aktualisiert Liste der Risikostaaten

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Freitag die Liste der Länder mit erhöhtem Corona-Infektionsrisiko aktualisiert. Quarantänepflicht herrscht damit für 58 Staaten und 23 Regionen. Neu aufgenommen wurden folgende Länder und Gebiete:

  • Belgien
  • Dänemark
  • Ecuador
  • Irland
  • Island
  • Jamaika
  • Luxemburg
  • Marokko
  • Nepal
  • Niederlande
  • Oman
  • Portugal
  • Region Bretagne, Frankreich
  • Region Ligurien, Italien
  • Region Niederösterreich
  • Region Oberösterreich
  • Slowenien
  • Ungarn
  • Vereinigtes Königreich

Nicht mehr auf der als Risikostaaten gelten:

  • Kosovo
  • San Marino

Die neue Liste tritt am Montag, 28. September, in Kraft, wie das BAG mitteilte. Wer aus einem der Risikoländer einreist, muss zehn Tage in Quarantäne. Am Freitag war das bei insgesamt 10'148 Heimgekehrten der Fall. Bei der letzten Anpassung vom 11. September hatte das BAG 55 Staaten als Risikogebiete eingestuft.

Ebenfalls gestrichen hat das Bundesamt Aruba, die Britischen Jungferninseln, Gibraltar, Sint Maarten, die Turks- und Caicos-Inseln, dies weil diese zu den Niederlanden respektive dem Vereinigten Königreich zählen und bisher darunter subsummiert worden sind. Bei den USA wurde die Klammerbemerkung «inklusive Puerto Rico, Amerikanische Jungferninseln und Guam» gestrichen.

BAG meldet 372 Neuinfektionen

Aus der Schweiz und Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag 372 Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Bei 12'346 Tests entspricht dies einer Positivitätsrate von 3 Prozent. Zudem registrierte das Amt zwei neue Todesfälle. Zehn Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Am Freitag vor einer Woche waren es noch 488 Neuinfektionen. Das entsprach einer Positivitätsrate von 3,5 Prozent.

Solothurn verlängert Corona-Auflagen für Clubs und Bars

Der Kanton Solothurn hat die Regelungen für Bars und Clubs im Kampf gegen die Corona-Pandemie bis Ende Jahr verlängert. Es dürfen weiterhin höchstens 100 Gäste anwesend sein, wenn die Konsumation nicht ausschliesslich an einem fest zugewiesenen Platz erfolgt.

Bars und Clubs können jedoch mehrere, räumlich klar getrennte Gästebereiche mit je maximal 100 Personen betreiben, wie die Staatskanzlei Solothurn am Freitag mitteilte. Die Betriebe müssen zudem die Kontaktdaten der Gäste erheben. Dazu gehören auch die Ankunfts- und Weggangszeiten.

Ausserhalb der betreffenden Gästebereiche muss, sofern die Möglichkeit einer Durchmischung besteht, entweder der Mindestabstand eingehalten oder eine Schutzmaske getragen werden.

Situation ist «sehr labil»

Der Kanton begründet die Verlängerung der entsprechenden Allgemeinverfügung damit, dass die epidemiologische Gesamtsituation «sehr labil» bleibe. Während den kommenden Herbst- und Wintermonaten würden sich die Menschen zudem wieder vermehrt in Innenräumen aufhalten, was die Verbreitung des Coronavirus begünstigen werde.

In drei Bereichen sieht der Kanton jedoch kleine Lockerungen vor. So wurden Restaurants von der Pflicht ausgenommen, die Zahl der Gäste auf 100 Personen zu beschränken.

Das Gleiche gilt für private, nicht in öffentlich zugänglichen Einrichtungen oder in Betrieben stattfindenden Veranstaltungen, bei denen die anwesenden Personen den Organisierenden bekannt sind. Messen und Gewerbeausstellungen gelten nicht mehr als Veranstaltungen.

Für Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen ist im Kanton in jedem Fall eine Bewilligung des Departements des Innern notwendig. Solche Anlässe sind ab dem 1. Oktober wieder möglich.

Hoher Zuspruch für Maskenpflicht in öffentlichen Räumen

Sieben von zehn Personen befürworten laut einer neuen Umfrage eine Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen und wünschen sich einheitliche Regeln für die ganze Schweiz. Jeder Fünfte findet, die Behörden hätten überreagiert. Impfen wird es schwer haben.

Die Mitte September im Auftrag des «Migros-Magazin» durchgeführte Studie ist am Freitag veröffentlicht worden. Demnach befürworten 68 Prozent der 1031 repräsentativ befragten Personen eine Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen. 67 Prozent sind verwirrt über die unterschiedlichen Bestimmungen von Kanton zu Kanton.

Eine Frau mit Atemschutzmaske kauft Lebensmittel ein.
Eine Frau mit Atemschutzmaske kauft Lebensmittel ein.
Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Auffällig ist der hohe Anteil an Impfskeptikern. Lediglich 41 Prozent gaben an, sich impfen zu lassen, sobald das Bundesamt für Gesundheit einen Impfstoff freigibt.

Nur jeder und jede zweite hat Vertrauen in die Behörden, dass diese in der Coronakrise richtig und mit Augenmass handeln. 20 Prozent sind der Ansicht, dass die Behörden überreagiert haben, wobei dies namentlich Männer finden. 28 Prozent gaben an, die demokratischen Rechte seien in Gefahr. Nur jeder fünfte ist zuversichtlich, dass die Krise bald ausgestanden ist.

Angst vor einer Ansteckung und ihren Folgen haben 37 Prozent der Befragten. In der Westschweiz und im Tessin ist diese Angst deutlich ausgeprägter als in der Deutschschweiz. Frauen haben diesbezüglich grössere Ängste als Männer, Städter mehr als Menschen, die auf dem Land wohnen.

28 Prozent sind von den wirtschaftlichen Folgen der Krise betroffen oder haben entsprechende Ängste, wobei auch hier die lateinische Schweiz durch ein höheres Sorgenpotenzial auffällt. 36 Prozent haben die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten, insbesondere mit hoher Bildung.

Schüler in Visp positiv getestet

Vier Schüler der dritten Orientierungs-Klasse in Visp sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die 18 Schülerinnen und Schüler der Klasse stehen seit Mittwoch unter Quarantäne.

Die Ansteckung dürften ausserhalb der Schule, also im privaten Rahmen erfolgt sein, zitiert der «Walliser Bote» (Freitagausgabe) den stellvertretenden Kantonsarzt Frank Bally. Es gebe Verbindungen zu einem Ausbruch in Visperterminen.

Der Kantonsarzt setze seine Untersuchungen und das Contact Tracing fort, teilte der Kanton Wallis seinerseits auf seinem Portal im Internet mit. Das Verfahren befolge die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

Schüler aus Visperterminen seien wohl in dieser Klasse positiv getestet worden. Alle 18 Schülerinnen und Schüler werden nun auf das Coronavirus getestet. Die Lehrpersonen in Visp sind zunehmend besorgt. Sie fordern eine Maskenpflicht für alle Schüler.

Neue BAG-Direktorin übernimmt interimistisch die Task-Force

Die neue Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit, Anne Lévy, wird interimistisch die Corona-Taskforce leiten. Dabei handelt es sich nicht um die Task-Force, die der Bund eingerichtet hatte, um die Wissenschaft besser in die Bewältigung der Pandemie einbinden zu können.

Lévy wird dabei ab Oktober von Christine Kopp unterstützt, die vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) zum BAG stösst.

Anne Lévy.
Anne Lévy.
Foto: Anthony Anex (Keystone)

Mit der Leitung der Abteilung übertragbare Krankheiten, die bisher Stefan Kuster innehatte, wird in den kommenden Monaten Andrea Arz de Falco betraut, wie das BAG zu Berichten des Onlineportals Nau.ch bekannt gab. Die neue Direktorin werde in der ersten Oktoberhälfte über die neue Organisation detailliert informieren, heisst es

Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass Kuster, der die Leitung der Abteilung übertragbare Krankheiten von dem als «Mister Corona» bekannt gewordenen und inzwischen pensionierten Daniel Koch Ende März übernommen hatte, zurücktreten wird. Kuster will aber weiterhin auf Mandatsbasis für die Behörde arbeiten.Christine Kopp, die derzeitige stellvertretende Direktorin beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK), soll Leiterin des Corona-Krisenmanagements beim BAG werden. Dies berichtet das Newsportal nau.ch.

Christine Kopp
Christine Kopp
Foto: Peter Schneider (Keystone)

Unispital Basel: Mehr Lohn fürs Pflegepersonal

Am Universitätsspital Basel (USB) kommt ein Teil des von der Corona-Pandemie besonders geforderten Pflegepersonals im kommenden Jahr in den Genuss einer Lohnerhöhung. Im Budget 2021 des USB werden dafür 1,2 Millionen eingestellt.

Das Universitätsspital Basel
Das Universitätsspital Basel
Foto: Georgios Kefalas (Keystone)

Erhöht werden die Löhne der Pflegenden auf der Intensivstation und der Intermediate Care Unit, der Intensiv-Überwachungsstation, wie es in der Mitteilung heisst. Profitieren können rund 200 Mitarbeitende, wie es beim USB auf Anfrage hiess.

Erhöht werden auch die Ausbildungslöhne jener rund 80 Mitarbeitenden, welche die zweijährige höhere Fachausbildung zur Pflegefachperson HF absolvieren. Mit dieser Lohnerhöhung will das Spital gemäss Communiqué ein «klares Zeichen» setzten, um für diesen Teil des Pflegepersonals längerfristig die Attraktivität im Arbeitsmarkt zu erhalten und zu steigern.

Weiter haben der Verwaltungsrat des USB und die Spitalleitung beschlossen, 2021 für das gesamte dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstellten Personal 1,4 Millionen Franken für individuelle Lohnanpassungen zur Verfügung zu stellen. Das entspricht 0,3 Prozent der Lohnsumme von rund 425 Millionen Franken. Am USB fallen rund 4500 von insgesamt 7500 Mitarbeitenden unter den GAV.

Mit dieser Massnahme will das USB unter dem Eindruck der Covid-19-Pandemie aussergewöhnliche Leistungen der Beschäftigten im Gesundheitswesen honorieren, wie es in der Mitteilung heisst. Zugleich verweist das Unispital auf seine coronabedingt schwierige Ertragssituation. Gerechnet wird für das laufende Jahr laut einem USB-Sprecher mit einem Defizit in der Grössenordnung von 25 Millionen.

Flughafen Genf rechnet mit 100-Millionen-Franken-Verlust

Der Flughafen Genf befindet sich wegen der Coronapandemie weiterhin in einer schweren Krise. Nach dem Einbruch im Frühling sei es in den Monaten Juli und Anfang August zu einer Belebung gekommen, die jedoch Mitte August wieder abgeflacht sei, teilte der Flughafenbetreiber am Donnerstag mit.

Im September sei die Zahl der Passagiere um 75 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Angesichts dieser jüngsten Entwicklung rechnet der Flughafen Genf im laufenden Jahr mit einem Verlust von mindestens 100 Millionen Franken.

Durch Krise 56 Stellen weniger

Noch immer würden wegen der Krise mit Blick auf dieses und nächstes Jahr Sparmassnahmen umgesetzt, hiess es weiter. Im März hatte der Flughafen Kurzarbeit eingeführt. Es gab einen Einstellungsstopp und Abgänge werden nur noch streng begrenzt ersetzt. Zudem werden befristete Verträge nicht verlängert und Angestellte frühpensioniert. Insgesamt werde es im nächsten Jahr 56 Stellen weniger Vollzeitstellen geben, hiess es im Communiqué vom Donnerstag.

Zudem habe man Temporärbeschäftigte abgebaut und Ausbildungskosten gekürzt, Prämien reduziert oder abgeschafft sowie Lohnerhöhungen eingefroren. Diese Massnahmen führten im nächsten Jahr zu einer Verringerung der Lohnsumme um 10 Prozent oder 14 Millionen Franken.

75 Prozent weniger Passagiere im September: Ein Mann geht durch den Flughafen Genf.
75 Prozent weniger Passagiere im September: Ein Mann geht durch den Flughafen Genf.
Foto: Salvatore Di Nolfi/Keystone

Auch bei den Betriebsausgaben setzte der Flughafen die Schere an. Diese wurden mit einer Reihe von Massnahmen gar um 20 Prozent reduziert. Das sind 30 Millionen Franken.

Investitionen zusammengestrichen

Darüber hinaus hat der Flughafen Projekte eingefroren. Dies führt zu einer Verringerung der Investitionen um 71 Millionen Franken für die Jahre 2020 und 2021 und um 199 Millionen Franken für die Jahre 2022 bis 2024.

Mit all diesen Massnahmen könne man das derzeitige Einsparungsziel erreichen, ohne dass derzeit Massenentlassungen ins Auge gefasst werden müssten, hiess es. Damit wolle man «die Fähigkeit des Genfer Flughafens erhalten, den Aufschwung zu bewältigen, sobald er eintritt».

Sollte die Verkehrsentwicklung ungünstiger ausfallen als erwartet, wären aber zusätzliche Einsparungen notwendig, was sich unweigerlich auf den Personalbestand des Flughafens Genf auswirken würde. Die Situation werde Ende Jahr neu analysiert, hiess es weiter.

BAG meldet 391 Neuinfektionen

Aus der Schweiz und Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag 391 Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Bei 13'851 Tests entspricht dies einer Positivitätsrate von 2,8 Prozent. Neue Todesfälle registrierte das Amt drei. 11 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Am Donnerstag vor einer Woche waren es noch 530 Neuinfektionen. Das entsprach einer Positivitätsrate von 3,6 Prozent.

Am Mittwoch meldete das BAG 437 neue Ansteckungen. Am Dienstag waren es 286. Am Montag hatte das Amt erstmals die Zahlen für das ganze Wochenende und den Freitag bekannt gegeben. Insgesamt waren für die drei Tage 1095 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus in der Schweiz und in Liechtenstein gemeldet worden. Am Freitag der vergangenen Woche waren 488 Fälle registriert worden und am Donnerstag 530.

In Isolation und Quarantäne befanden sich 11'315 Personen, dazu kommen 13'497 Reiserückkehrerinnen und Reiserückkehrer. Insgesamt sind somit 24'813 Personen in der Schweiz in Quarantäne.

Stefan Kuster erklärt seinen Abgang als «Mister Corona»

«Es zeichnet sich ab, dass dieser Marathon noch eine Weile dauern wird», sagt Stefan Kuster zu seinem überraschenden Rücktritt als Leiter übertragebare Krankheiten. Deshalb werde die Arbeit innerhalb des BAG aufgeteilt. «Damit kann ich mich wieder meiner Stärke widmen — der Infektiologie», so Kuster.

Der 43-Jährige trat die Nachfolge von «Mister Corona» Daniel Koch Ende März an. Weitere Fragen zu seinem Abgang beantwortete Kuster bei der Pressekonferenz nicht.

Schweizweite Studie zu Antikörpern

Milo Puhan von der ETH Zürich präsentiert die Ergebnisse des Forschungsprojekts «Corona Immunitas». In der Studie wurde untersucht, wie viele Personen in der Schweiz Antikörper haben.

«Wir möchten einen Kompass sein für die Bewältigung der Pandemie», sagt Puhan. Dazu solle die Ausbreitung über die Zeit hinweg beobachten. Altersheime und Schule stünden im Zentrum, dazu auch die Planung und Durchführung von Impfprogrammen.

Laut Puhan besteht das Projekt mittlerweile aus zahlreichen Studien mit mehr als 30'000 Teilnehmern. Die Corona-Kurve liefere nur einen Teil der Antwort zur Ausbreitung des Virus. Das sei das Ziel von «Corona Immunitas».

«Wir konnten die Dynamik der ersten Welle nachzeichnen»

«Corona Immunitas» hat sich für einen Corona-Test der Uni Lausanne EPFL entschieden. Die bisherigen Resultate seien vielversprechend. «Wir konnten die Dynamik der ersten Welle nachzeichnen. Bis Ende April stieg der Anteil an Personen mit Antikörpern bei elf Prozent», so Puhan. Die Zahlen aus dem Kanton Genf stehen noch aus.

In der Studie wird auch das Ansteckungsrisiko von exponierten Berufsgruppen untersucht. So wurden im Kanton Waadt Mitarbeiter im Lebensmittelbereich, von Wäscherein, dem ÖV und der Post untersucht. «Die Seroprävalenz war bei Menschen im Lebensmittelbereich viel höher, als in der allgemeinen Bevölkerung», erklärt Puhan. Das gleiche könne jedoch nicht für Chauffeure gesagt werden.

Übertragung an den Schulen

Ebenso untersucht die Studie «Ciao Corona» als Teil des Projekts die Übertragungswege des Virus an Schulen. Bisher wurden dazu 2585 Schulkinder aus 55 Schulen sowie 2000 Eltern und 1600 Mitarbeiter von Schulen untersucht.

«Bis zum Zeitpunkt vor den Sommerferien konnten wir keine Häufung von Fällen an Schulen feststellen», sagt Puhan zu den vorläufigen Resultaten. Die Studie läuft aktuell noch.

Lesen Sie hier mehr zur Studie: Kinder stecken sich gleich häufig an wie Erwachsene

BAG wirbt auf Tinder für Corona-Massnahmen

Virginie Masserey stellt eine neue Kampagne vor: «Mach's einfach». Diese soll vor allem junge Menschen ansprechen. Geworben wird daher unter anderem auf Tinder und auf der Gamerplattform twitch.tv. In der Kampagne geht es um Corona-Verhaltensregeln wie Abstand halten, die Tracing App installieren oder die Einhaltung der Quarantäne.

Mehr Infizierte müssen ins Spital

Das BAG informiert heute Donnerstag über die aktuelle Corona-Lage. Laut Stefan Kuster, Leiter übertragbare Krankheiten des BAG, blieben die Fallzahlen der Neuansteckungen in den vergangenen zwei Wochen konstant. Nach wie vor seien 75 Prozent der Infizierten jünger als 40 Jahre. «Wir können jedoch einen Anstieg bei den Hospitalisierungen feststellen», so Kuster. Die meisten Fälle werden in den Kantonen Genf, Waadt und Zürich verzeichnet.

Hier geht es zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

Kuster wies darauf hin, dass die Reproduktionszahl immer noch knapp über eins liege, aber unter 1,1. «Von zehn Fällen müssten wir einen vermeiden, um eine Stabilisierung oder einen Rückgang verzeichnen zu können», sagte Kuster weiter.

Für Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle des BAG steht fest, dass die Corona-Massnahmen in den kommenden Monaten weiter eingehalten werden müssen. «Wir beobachten eine gewisse Laxheit der Bevölkerung dem Virus gegenüber». Das sei zwar verständlich nach all den Monaten der Krise. Trotzdem warnt Masserey: «Die kalte Jahreszeit kommt. Es ist wichtig, dass jetzt Abstandsregeln und Hygienemassnahmen eingehalten werden.»

Lesen Sie mehr zum Thema: Die meisten der kritisch erkrankten Jungen waren gesund

Intensivpatienten unter 40 haben häufig keine Vorerkrankung, zeigt eine neue Studie. «Das gibt einem zu denken», sagt Oberarzt Matthias Hilty.
Schwere Covid-Fälle
Intensivpatienten unter 40 haben häufig keine Vorerkrankung, zeigt eine neue Studie. «Das gibt einem zu denken», sagt Oberarzt Matthias Hilty.
Kanton Bern führt Maskenpflicht an Grossveranstaltungen ein

Im Kampf gegen steigende Coronazahlen führt der Kanton Bern die Maskenpflicht für Grossveranstaltungen ab 1000 Personen ein. Das gab die bernische Gesundheitsdirektion am Donnerstag bekannt.

Zuwarten will die Kantonsregierung mit der Maskenpflicht in Läden, anders als etwa die Nachbarkantone Freiburg und Solothurn. Der Zeitpunkt dafür sei noch nicht gekommen, sagte Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg am Donnerstag an einem Point de Presse.

Das könne sich aber rasch ändern. «Wir haben bereits eine Verordnung ausgearbeitet und verfolgen die weitere Entwicklung.»

Mit der Maskenpflicht an allen Grossveranstaltungen will Schnegg insbesondere das Contact Tracing «ein bisschen schonen». Wenn konsequent Masken getragen würden, könne die Anzahl angeordneter Quarantänen stark reduziert werden. Für Eishockey- und Fussballspiele ist die Maskenpflicht schon auf Bundesebene geregelt.

Der Bundesrat lässt bekanntlich ab 1. Oktober wieder Grossveranstaltungen ab 1000 Personen zu. Sie müssen einzeln bewilligt werden, im Kanton Bern von den Regierungsstatthaltern. Diese können sich dabei auf ein Ampelsystem der kantonalen Gesundheitsdirektion stützen.

Bei Grossveranstaltungen ab 1000 Personen gilt im Kanton Bern ab 1. Oktober eine Maskenpflicht – so etwa im Stadion Wankdorf.
Bei Grossveranstaltungen ab 1000 Personen gilt im Kanton Bern ab 1. Oktober eine Maskenpflicht – so etwa im Stadion Wankdorf.
Foto: Keystone

Koch überrascht vom Rücktritt seines Nachfolgers

Ende März trat Stefan Kuster die Nachfolge von «Mister Corona» Daniel Koch an. Nun gibt der Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten im BAG sein Amt bereits wieder ab. Er will künftig auf Mandatsbasis weiter für die Behörde arbeiten, wie das BAG am Mittwoch einen Bericht von Blick-Online bestätigte.

Auf seinen Wunsch hin werde der 43-Jährige spätestens ab dem 1. Dezember die Leitung der Abteilung übertragbare Krankheiten abgeben, bestätigte das BAG auf Anfrage.

Kuster hatte das Amt Mitten in der Corona-Krise übernommen. Die Nachricht vom Rücktritt kam auch für seinen Vorgänger Daniel Koch überraschend. In einem Interview mit SRF sagt Koch: «Ich kann mir vorstellen, dass das eine enorme Umstellung war, die ein bisschen plötzlich kam.» Er selber sei beim Ausbruch der Pandemie schon jahrelang im Amt gewesen, ergänzt Koch. «Ich hatte schon mehrere Krisen durchgemacht und bin quasi in diese Rolle hinein gewachsen.»

Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten des BAG. (9. Juli 2020)
Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten des BAG. (9. Juli 2020)
Foto: Peter Schneider/Keystone

Vor seinem Amtsantritt beim BAG war Stefan Kuster zuletzt als Leitender Arzt der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene am Universitätsspital Zürich. Zu seinem Rücktritt hat er sich bisher noch nicht geäussert.

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Grippe-Impfstoff wird in der Schweiz knapp

Um diesen Winter das Gesundheitswesen zu entlasten, lancierte der Bund eine neue Grippekampagne. Schon halbjährige Babys sollen gegen Grippe geimpft werden. Doch nun zeigt sich: Die Schweiz hat nicht genügend Impfstoff bestellt.

Mitte Juni hatte ein BAG-Vertreter in der NZZ das Ziel ausgegeben, die Zahl auf rund 2,5 Millionen zu verdoppeln. Wie «CH Media» berichtet, hat sich das Bundesamt für Gesundheit (BAG) aktuell nur 1,2 Millionen Impfdosen gesichert — gleich viel wie in früheren Jahren.

Laut Recherchen des «Blick» reicht diese Anzahl Dosen jedoch nicht einmal, um alle Personen aus Risikogruppen und alle über 65-Jährigen – total 2,7 Millionen Personen – zu impfen.

In diesem Herbst besonders gefragt: Eine Grippeimpfung wird in einer Apotheke einer Patientin verabreicht.
In diesem Herbst besonders gefragt: Eine Grippeimpfung wird in einer Apotheke einer Patientin verabreicht.
Foto: Christian Beutler/Keystone

Den Berichten zufolge ist der Bund in Verhandlungen, um zusätzlichen Impfstoff zu besorgen. Derzeit gebe es aber keinerlei Zusicherung für weitere Lieferungen. Zudem braucht die Herstellung und Lieferung von Impfdosen mehrere Monate. Die Impfung wird idealerweise zwischen Mitte Oktober und Anfang Dezember durchgeführt.

Im Fall einer Knappheit hätten laut BAG jene Personen Priorität, für die eine Empfehlung besteht. Dies gilt für 65-Jährige, schwangere Frauen, Frühgeborene bis zwei Jahre und an Personen mit chronischen Erkrankungen sowie deren privates und berufliches Umfeld.

Lesen Sie auch dazu: Schweiz liegt im Wettlauf um Grippeimpfungen zurück

2500 Studenten der Hotelfachschule Lausanne in Quarantäne

Quarantäne für 2500 Studierende an der Hotelfachschule Lausanne (EHL). Es betrifft somit den gesamten Bachelor-Studiengang, etwa drei Viertel der Hochschule. Die Quarantäne gilt bis 28. September, wie die Behörden des Kantons Waadt am Mittwochabend mitteilten.

Die Entscheidung zu diesem Schritt sei in Absprache zwischen kantonalem Gesundheitsamt, Gesundheitsdepartement und Erziehungsdepartement getroffen worden, hiess es vom Kanton weiter.

Nach ersten Erkenntnissen werde davon ausgegangen, dass die Infektionsherde auf eines oder mehrere Feste und Partys noch vor der Verschärfung der kantonalen Massnahmen vom 15. September gegen die Ausbreitung des Coronavirus zurückgehen, präzisierte die Waadtländer Regierung in Lausanne.

Lesen Sie dazu: Corona-Fallzahlen in der Waadt explodieren

Nach Angaben von Kantonsarzt Karim Boubaker wurde bei elf Studierenden eine Ansteckung mit dem Coronavirus festgestellt. Die Quarantäne sei am vergangenen Samstag verfügt worden, für zehn Tage. Man werde die Ansteckungsfälle rigoros verfolgen und stehe in täglichem Austausch mit der Hotelfachschule, sagte Boubaker gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Der Unterricht an der Hotelfachschule soll ungehindert weitergeführt werden, wie die Direktion der EHL betonte. Das werde via Internet (online) geschehen. Die Schule habe zudem alle notwendigen Hygiene-Massnahmen in die Wege geleitet.

Schweizweit standen nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) vom Mittwoch 3610 Personen in Isolation, und 7351 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 13'115 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

Der Unterricht an der Hotelfachschule soll ungehindert weitergeführt werden.
Der Unterricht an der Hotelfachschule soll ungehindert weitergeführt werden.
Keystone

Koch-Nachfolger Kuster geht schon wieder

Stefan Kuster tritt als Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG) bereits wieder ab. Er will künftig auf Mandatsbasis weiter für die Behörde arbeiten, wie das BAG am Mittwoch einen Bericht von Blick-Online bestätigte.

Kuster werde auf seinen Wunsch hin spätestens ab dem 1. Dezember die Leitung der Abteilung übertragbare Krankheiten abgeben, bestätigte das BAG auf Anfrage. Er werde sich auf Mandatsbasis auf die epidemiologischen Aspekte der Krisenbewältigung konzentrieren.

Kuster hatte Ende März die Leitung der Abteilung übertragbare Krankheiten von dem als «Mister Corona» bekannt gewordenen Daniel Koch übernommen. Koch führte seine Aufgabe als Covid-19-Delegierter dann noch bis Ende Mai weiter, bevor er definitiv in Rente ging.

Lesen Sie dazu: Ein oberster Arzt soll durch die Corona-Krise führen

Stefan Kuster geht schon wieder.
Stefan Kuster geht schon wieder.
Keystone

Berset offen für Impfobligatorium

Gesundheitsminister Alain Berset zeigt sich im «Rundschau Talk» von SRF offen für ein Corona-Impfobligatorium.

Dieses sieht Berset zum Beispiel als Möglichkeit für Pflegende in Alters- und Pflegeheimen. Wenn die Kantone dies wollten, dann sei er dafür, sagt er. Ein Obligatorium könne bedeuten, «dass das Personal in einem Altersheim geimpft werden soll, um weiterhin mit älteren Menschen arbeiten zu können». Wolle das eine Mitarbeiterin nicht, werde sie woanders arbeiten müssen – ohne Kontakt mit älteren Menschen oder besonders gefährdeten Menschen.

Alain Berset ist offen für ein Impfobligatorium
Gesundheitsminister Alain Berset befürwortet obligatorische Impfungen für Pflegende. Mehr dazu heute Abend im SRF-Rundschau-Talk um 20.05 Uhr.
SRF

Berset betont, dass es sich bei einem Obligatorium nicht um einen Impfzwang handle, bei dem Leute gegen ihren Willen geimpft würden. «Es gibt gar keinen Impfzwang. Das ist sogar verboten im Gesetz.»

«Die Pflegenden dürfen nicht als Testgruppe ausgenutzt werden»

Die Geschäftsführerin des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner reagiert prompt auf Bersets Äusserung: «Der Bundesrat hat die Kompetenz ein allfälliges Impfobligatorium zu erlassen. Dabei sind Verträglichkeit und Sicherheit der Impfung für den SBK elementar. Die Pflegenden dürfen nicht als Testgruppe ausgenutzt werden. Der SBK wird sich für die Rechte seiner Mitglieder einsetzen, auch für diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen.» Sie fordert jedoch, dass das Gesundheitspersonal prioritären Zugang bekommen soll, «sobald eine sichere und wirksame Impfung zur Verfügung steht.»

Weltweit wird seit Monaten mit Hochdruck für einen Corona-Impfstoff geforscht. Der Gesundheitsminister erwartet im «Rundschau-Talk» einen Ansturm auf eine Corona-Impfung, sobald diese verfügbar sei. «Ich glaube, es wird am Anfang Probleme geben, genug Dosen zu haben.» So weit sei die Schweiz aber noch nicht: «Wir haben im Moment keine Impfung. Und ohnehin müsste sie zunächst zugelassen sein. Das das wird nur der Fall sein, wenn sie sicher ist.»

Impfgegner wehren sich bereits seit Monaten gegen ein allfälliges Corona-Impfobligatorium. Eine Volksinitiative namens «Stopp Impfpflicht» soll schon bald in den Startlöchern sein. Diese fordert in der Verfassung das Grundrecht, dass jeder Mensch selbst über eine Impfung bestimmten kann.

Berset betont, dass es sich bei einem Obligatorium nicht um einen Impfzwang handle, bei dem Leute gegen ihren Willen geimpft würden.
Berset betont, dass es sich bei einem Obligatorium nicht um einen Impfzwang handle, bei dem Leute gegen ihren Willen geimpft würden.
Keystone

437 Neuinfektionen am Mittwoch gemeldet

Das BAG meldet am Mittwoch 437 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus. Bei 12'896 Tests entspricht dies einer Positivitätsrate von 3,4 Prozent. Neue Todesfälle registrierte das Amt nicht. 15 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden. Am Mittwoch vor einer Woche waren es noch 514 Neuinfektionen. Das entsprach einer Positivitätsrate von 2,9 Prozent. Die durchschnittliche Positivitätsrate der letzten beiden Wochen liegt bei 3,9 Prozent.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 51'101 laborbestätigte Infektionen, wie das BAG am Mittwoch weiter mitteilte.

Hier gelangen Sie zu unserem Corona-Dashboard mit weiteren Daten zur Pandemie in der Schweiz und weltweit.

sda/reuters/red