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Fords Türöffner

Das neuartige Türkonzept des Minivans B-Max ist das eine, das Ziel von Ford, damit 40 Prozent Neukunden zu gewinnen, das andere.

Raffiniert:
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Ford
Das Türkonzept des Ford B-Max kommt ohne B-Säule aus...
Das Türkonzept des Ford B-Max kommt ohne B-Säule aus...
Ford
...und macht den Einstieg besonders bequem.
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Dieser Anspruch ist fast schon verwegen. 40 Prozent Neukunden will Ford mit dem Minivan B-Max generieren – ein Potenzial, von dem andere Hersteller bei der Lancierung eines neuen Modells bestenfalls träumen. Wenn überhaupt.

Was mit dem Iosis begann . . .

Woher nimmt Ford dieses Selbstbewusstsein? Vielleicht ist es so: Die Kölner sehen im B-Max die bislang wohl konsequenteste Umsetzung eines Konzepts, das sie vor exakt sieben Jahren mit dem Iosis initiiert haben. Der so benannte Concept-Car stand im September 2005 allein deshalb auf der IAA in Frankfurt, um an der weltweit grössten Automesse aufzuzeigen, welchen Weg Ford künftig beim Design einschlagen will: Weg von der Biederkeit und hin zu einer eigenen Formensprache. Flankiert, selbstredend, von entsprechenden Innovationen.

Ganz so extrovertiert und dynamisch, wie der Iosis das neue Gesicht der Marke damals zur Schau trug, entwickelte sich die Formensprache dann beim Mondeo, beim Focus und selbst beim Fiesta nicht. Oder zumindest nicht so schnell und nicht so prägnant, wie angesagt. Aber das wäre wohl auch vermessen gewesen. Denn der wirklich grosse Hingucker beim Iosis waren damals seine zwei sich gegenläufig öffnende Türen. Den Scheren eines Hummers gleich schwenkten sie spektakulär nach oben.

. . . macht Ford im B-Max perfekt

Und doch: Wenn Ford mit dem B-Max ab September in ein für die Marke völlig neues Segment einsteigt und den Minivan dazu als Türöffner benutzt, dann spielt auch hier das Türkonzept eine besondere Rolle. Optisch fallen die Türen des B-Max im Gegensatz zum Iosis zwar nicht sonderlich spektakulär aus, dafür sind sie in ihrem Zusammenspiel und vor allem in ihrer Wirkung umso beeindruckender.

Der Grund: Das von Ford entwickelte Konzept mit konventionell angeschlagener Vordertür und hinterer Schiebetür macht in seiner europaweit exklusiven Ausführung die B-Säule überflüssig. Das ermöglicht im vier Meter kurzen Auto den ungehinderten Zustieg auf beide Sitzreihen auf einer Breite von eineinhalb Metern und entspricht damit dem Doppelten von dem, was üblicherweise Norm ist. Und was in etwa die direkte Konkurrenz mit dem Opel Meriva, dem Hyundai i2o, dem Citroën Picasso oder dem Honda Jazz zu bieten hat.

Bequem rein, mühelos raus

Bequemer lässt sich derzeit wohl in keinen anderen Minivan einsteigen – und schon gar keine Kindersitze fixieren. Und, natürlich, kommen die Insassen selbst aus der engsten Parklücke, in die sich der Klein(st)van hat hineinmanövrieren lassen, ebenso mühelos wieder heraus. Der Aufwand, den Ford für diese Art von Praktikabilität betrieben hat, ist allerdings beträchtlich. Um optimale Crashsicherheit trotz fehlender B-Säule in gleichem Mass zu garantieren, setzten die Entwickler auf ultrafeste Boron-Stähle bei den Türrahmen. Zudem mussten sie den Verriegelungsmechanismus von konventioneller Tür und Schiebetür aufwendig optimieren. Sind alle Türen geschlossen, verspricht Ford bei einem seitlichen Crash einen Insassenschutz «ohne Abstriche».

Apropos Crash: Über das sprachgesteuerte Multimediasystem Sync, welches elektronische Geräte wie Handys oder MP3-Geräte via Bluetooth oder USB-Anschluss einbindet, lassen sich selbsttätig Notrufe absetzen. Das entsprechende Assistenzsystem peilt dabei nach einem Unfall die nächstgelegene Rettungsstation an und meldet den exakten Standort des verunglückten Fahrzeuges. Ein ausgelöster Airbag oder eine unterbrochene Benzinzufuhr genügen bereits, um das von Ford entwickelte System zu aktivieren. Weder Lenker noch Beifahrer müss(t)en im Notfall selber eingreifen.

Fortschritt auch unter der Haube

Wenn Ford – nicht unbescheiden, aber auch nicht unbegründet – beim B-Max vom derzeit «fortschrittlichsten Fahrzeug im B-Segment» spricht, dann hat das auch mit den Motoren zu tun. Vor allem mit einem Aggregat: Dem 1-Liter-Ecoboost-Benziner. Ohne spürbare Anfahrschwäche bringt der 120 PS starke 3-Zylinder den 1,3 Tonnen wiegenden 5-Plätzer flott in Schwung. Laut Ford soll der Normverbrauch dennoch unter fünf Litern liegen – auch wenn sich ein solcher Wert in der Praxis selbst bei gezügelter Fahrweise natürlich nicht erreichen lässt. Für Fahrspass sorgt aber in jedem Fall das sehr gut abgestimmte Fahrwerk.

Neben dem als «Motor des Jahres 2012» ausgezeichneten 3-Zylinder mit wahlweise 100 oder 120 PS liefert Ford seinen dritten Max nach C- und S-Max auch mit 1,6-LiterBenziner mit 105 PS und Doppelkupplung sowie mit 1,6-Liter-Diesel aus. Der Selbstzünder soll im Schnitt nur 4 Liter verbrauchen und lediglich 104 g/km CO2 emittieren. Auf der Testfahrt wirkte er allerdings eher flau als flott.

Mit Eurobonus ab 22 850 Franken

Und die Preise? Je nach Ausstattungsvariante beginnt die Spanne laut der offiziellen Liste bei 25 850 Franken für den Ecoboost-3-Zylinder mit 100 PS und endet bei 33 200 Franken für den 1,6-LiterBenziner in der Topversion Titanium X. Auf allen Modellvarianten gewährt Ford Schweiz mit der Markteinführung im September allerdings einen Eurobonus von 3000 Franken

Peter Hegetschweiler fuhr den B-Max am 22./23. August auf Einladung von Ford Schweiz in Deutschland.

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