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Wo Christen am meisten verfolgt werden

Die weltweit am stärksten diskriminierte Glaubensgemeinschaft sind die Christen. Vor allem in einigen afrikanischen Staaten nimmt die Gewalt stark zu. An der Spitze der Rangliste steht jedoch ein anderes Land.

Nordkorea behält seine Spitzenposition auf der Liste jener Länder, in denen Christen verfolgt werden. Seit zwölf Jahren führt Pyongyang den Weltverfolgungsindex an, welchen die Schweizer Organisation Open Doors jährlich aufstellt. Auf Platz zwei und drei folgen Somalia und Syrien.

Die Machtübernahme des jungen Kim Jong-un vor zwei Jahren habe «Hoffnungen geweckt, dass sich die Situation in Nordkorea ändern könnte», schreibt die Nichtregierungsorganisation Open Doors in einer Medienmitteilung. Diese Hoffnungen seien 2013 aber enttäuscht worden. Wegen verstärkter Kontrollen an den Grenzen und Hausdurchsuchungen sei es sehr schwierig, den christlichen Glauben zu praktizieren.

Auf dem zweiten Rang des Weltverfolgungsindexes figuriert Somalia. Somalia ist der erste afrikanische Staat, welcher so weit oben auf der Liste steht.

Veränderte Hauptbedrohung in Syrien

Obwohl zurzeit moderate Muslime in der Hauptstadt Mogadiscio regierten, sei, «Christ zu sein in diesem Land, eine Frage von Leben und Tod», schreibt Open Doors. Wird ein Bürger beschuldigt, ein Konvertit zu sein, werde er von der Bevölkerung gelyncht. Denn diese folge den Clanchefs, welche dem Christentum feindlich gesinnt seien.

Lag Syrien im letztjährigen Index noch auf Platz elf, ist es nun auf Platz drei vorgerückt. Die Hauptbedrohung in Syrien habe sich geändert, schreibt die Organisation. Früher hätten die Christen vor allem die Repressionen des Vorkriegsregimes fürchten müssen. Jetzt erlebten sie Gewalt von lokalen und internationalen jihadistischen Milizen.

Radikaler Islam als Hauptgrund

Unter den Top Ten der Länder, in denen Christen verfolgt werden, finden sich ausserdem der Irak, Afghanistan, Saudiarabien, die Malediven, Pakistan, der Iran und der Jemen. Wie in den vorangegangenen Jahren «ist der radikale Islam der Hauptgrund für die Verfolgung von Christen», schreibt die Organisation.

Aber auch in Ländern wie Vietnam, Burma, Indien, Sri Lanka und Kolumbien kommt es immer wieder zu Christenverfolgungen. In Südostasien «spielen sich Verfolgungen verstärkt auf lokaler Ebene und im Verborgenen ab», schreibt Open Doors. So würden Behörden neue Gesetze erlassen, «die auf den ersten Blick nichts mit Religion zu tun haben, aber das Kirchenwachstum beschneiden».

Verfolgungsindex seit 24 Jahren

Die Organisation Open Doors wurde 1955 gegründet und hat ihren Sitz im waadtländischen Romanel-sur-Lausanne. Sie bezeichnet sich als unabhängig und unpolitisch. Seit 24 Jahren publiziert Open Doors jährlich einen Weltverfolgungsindex, der eine Übersicht über die Situation von Christen in der ganzen Welt liefern will.

Wenn ein Land für diese schwarze Liste infrage kommt, füllen mehrere Hundert organisationsinterne und -externe Experten Fragebögen zur Situation aus. Fünf Spezialisten untersuchen anschliessend die Ergebnisse.

Nach Schätzungen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte sowie weiterer Nichtregierungsorganisationen sind etwa 80 Prozent der Menschen, die derzeit wegen ihres Glaubens verfolgt werden, Christen.

SDA/ajk

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