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Liste der Probleme ist «länger als jemals zuvor»

Vertreter der sieben grossen Industrienationen treffen sich an einem spirituellen Ort in Japan. Der Gastgeber Shinzo Abe sieht die G7-Staaten vor zahlreichen Herausforderungen.

G-7 wünscht sich einen Verbleib Grossbritanniens in der EU: Der britische Premierminister David Cameron (links) im Gespräch mit seinem kanadischen Amtskollegen Justin Trudeau. (27. Mai 2016)
G-7 wünscht sich einen Verbleib Grossbritanniens in der EU: Der britische Premierminister David Cameron (links) im Gespräch mit seinem kanadischen Amtskollegen Justin Trudeau. (27. Mai 2016)
Carolyn Kaster, AFP
Wollen Fluchtursachen bekämpfen: Barack Obama, Angela Merkel und die anderen Präsidenten der G-7-Gruppe. (27. Mai 2016)
Wollen Fluchtursachen bekämpfen: Barack Obama, Angela Merkel und die anderen Präsidenten der G-7-Gruppe. (27. Mai 2016)
Michael Kappeler, Keystone
Der Ort des Treffens ist Ise-Shima, wo seit mehr als einem Jahrtausend im Ise-jingu, dem heiligsten aller Schreine der Ur-Religion Shinto, die Sonnengöttin Amaterasu-omikami verehrt wird.
Der Ort des Treffens ist Ise-Shima, wo seit mehr als einem Jahrtausend im Ise-jingu, dem heiligsten aller Schreine der Ur-Religion Shinto, die Sonnengöttin Amaterasu-omikami verehrt wird.
KIYOSHI OTA, Keystone
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Bei ihrem rund 24-stündigen Treffen in Japan wollen die G7-Staaten eine Vielzahl von Themen beraten: Auf der Tagesordnung des am Donnerstag beginnenden Gipfels stehen neben der unsicheren Lage der Weltwirtschaft auch der Kampf gegen den Terrorismus sowie eine Reihe internationaler Krisen. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte intensive Beratungen an: Die Liste der Probleme sei «länger als jemals zuvor».

Die Staats- und Regierungschefs der sieben grossen Industriestaaten Japan, Deutschland, USA, Grossbritannien, Frankreich, Italien und Kanada beraten am Donnerstag und am Freitag in einem abgelegenen Edelhotel auf einer kleinen Insel vor der Küste von Ise-Shima. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Begleitung ihres Mannes Joachim Sauer erst kurz vor Gipfelbeginn am Donnerstagmorgen eintrifft, begann der von vielen Japanern mit Spannung erwartete Besuch von US-Präsident Barack Obama in ihrem Land bereits am Mittwoch.

Obama besucht Hiroshima

Es ist nicht nur die letzte Teilnahme des aus dem Amt scheidenden Obamas an einem G7-Gipfel. Er reist im Anschluss auch noch als erster amtierender US-Präsident nach Hiroshima, um dort der Opfer des US-Atombombenabwurfs 1945 zu gedenken. Am Mittwochabend kam Obama zudem mit Abe zu einem bilateralen Treffen zusammen.

Der mit der schwächelnden japanischen Konjunktur kämpfende Gastgeber Abe will die Lage der Weltwirtschaft ins Zentrum der Gipfel-Beratungen rücken. «Die grösste Frage ist, wie wir jetzt mit der globalen Wirtschaftslage umgehen», sagte er am Mittwoch vor Journalisten in Tokio. Er erhoffe sich eine «klare und starke Botschaft», dass die G7 bereit seien, «zu einem nachhaltigen und kraftvollen Wachstum der Weltwirtschaft beizutragen». Abe sähe gerne ein gemeinsames Gegensteuern in Form staatlicher Konjunkturprogramme - das lehnt Merkel jedoch ab.

«Terrorismus kennt keine Grenzen»

Neben Wirtschaftsthemen befassen sich die G7-Vertreter auch mit einer Reihe von aussenpolitischen Krisen. «Terrorismus kennt keine Grenzen», beklagte Abe in einem Beitrag für «The Japan News», der englischsprachigen Ausgabe der regierungsnahen Zeitung «Yomiuri Shimbun». «Flüchtlinge setzen ihr Leben aufs Spiel, um dem Terror zu entfliehen.» Er kündigte an, dass die G7 einen «Aktionsplan» gegen Terrorismus und gewalttätigen Extremismus beschliessen werden.

Die G7, die sich Mitte der 1970er Jahre als damals führende Industrienationen zusammen taten, sehen sich zunehmend als Vertreter gemeinsamer Werte auf internationaler Ebene. Sie schlossen Russland 2014 wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim aus dem zur G8 erweiterten Kreis aus.

Abe: Internationale Ordnung unter Druck

Die auf Regeln fussende internationale Ordnung sei unter Druck, warnte Abe auch im Hinblick auf die Territorialstreitigkeiten in Asien. Japan streitet sich mit China um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Ausserdem beansprucht China fast das gesamte Südchinesische Meer, was für Spannungen mit mehreren asiatischen Ländern sorgt.

Im Gebiet der umstrittenen Spratly-Inseln lässt Peking derzeit künstliche Inseln aufschütten, um Hafenanlagen und Flugplätze zu bauen. Als weitere Krisenthemen für den Gipfel nannte Abe zudem den Klimawandel, die in den traditionellen Industriestaaten alternde Bevölkerung sowie den Kampf gegen Korruption und Steuerhinterziehung.

AFP/woz

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