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Pussy Riot wurden in Sotschi ausgepeitscht

Eine Protestaktion der Band Pussy Riot in Sotschi endet in einem Kampf mit einer Truppe Kosaken. Die Behörden kündigen eine «gründliche Untersuchung» an.

Russische Kosaken haben in Sotschi mit Pferdepeitschen und Pfefferspray die regierungskritische Punkband Pussy Riot angegriffen. Als Mitglieder der Band - fünf Frauen und ein Mann - heute vor einem Olympiaplakat ihre Skimützen aufsetzten sowie eine Gitarre und Mikrofon herausholten, schritten mindestens zehn Kosaken ein, um den Auftritt zu verhindern. Eine Miliz der Kosaken gehört zu den offiziellen russischen Sicherheitskräften, die bei den Olympischen Spielen im Einsatz sind.

Mindestens ein Kosak setzte Pfefferspray ein, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AP. Ein anderer schlug mit einer Peitsche um sich, auch auf die am Boden liegende Nadeschda Tolokonnikowa. Andere versuchten, Bandmitgliedern die Skimützen herunter zu reissen. Das Ganze dauerte knapp drei Minuten und ein Bandmitglied, ein Mann, hatte danach ein blutüberströmtes Gesicht.

Erst gestern waren die Musikerinnen Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina von der Polizei in Sotschi verhört worden. Sie waren zusammen mit sieben anderen Verdächtigen in der Innenstadt des Olympia-Orts festgenommen worden, nach offiziellen Angaben, um zu einem Diebstahl in dem Hotel befragt zu werden, in dem sie wohnen.

Bis vor zwei Monaten im Straflager

Der Gouverneur der Region Krasnodar, Alexander Tkatschew, kündigte eine «gründliche Untersuchung» des Vorfalls an, wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtete. Die Ansichten von Pussy Riot würden zwar von der Mehrheit der Menschen in der Region nicht geteilt, doch sei es wichtig, dass das Gesetz eingehalten werde, erklärte er.

Pussy Riot ist ein Kollektiv von Performance-Künstlern mit wechselnden Mitgliedern. International berühmt wurde die Band mit einem Auftritt in einer Moskauer Kathedrale, bei dem sie Kritik an Präsident Wladimir Putin und der russisch-orthodoxen Kirche übte. Erst vor knapp zwei Monaten waren Tolokonnikowa und Aljochina nach einer Amnestie vorzeitig aus der Haft entlassen worden, zu der sie wegen «Rowdytums» in der Moskauer Kirche verurteilt worden waren.

(SDA)

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