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Zuma kann Ghadhafi nicht zum Rücktritt bewegen

Muammar al-Ghadhafi zeigte sich erstmals seit dem 11. Mai wieder in der Öffentlichkeit. Nach ihrem Treffen hatte der südafrikanische Präsidenten Jacob Zuma allerdings nicht viel zu sagen.

Der libysche Machthaber Muammar al-Ghadhafi ist nach den Worten von Südafrikas Präsident Jacob Zuma zur Umsetzung des Friedensfahrplans der Afrikanischen Union bereit. Ghadhafi habe gestern einen sofortigen Waffenstillstand angeboten, an den sich allerdings alle Parteien halten müssten. Laut Zuma forderte Ghadhafi zudem, «dem libyschen Volk die Möglichkeit einzuräumen, seine Probleme selbst zu lösen».

Ghadhafi hatte bereits mehrfach einen Waffenstillstand angeboten. Er weigert sich aber bisher, auf die Macht zu verzichten. Die libyschen Rebellen lehnen jede Friedensinitiative ab, die Ghadhafi an der Macht belässt. Auch die «Road Map» der AU, die neben einem sofortigen Waffenstillstand eine Übergangsperiode bis zu demokratischen Wahlen vorsieht, stösst beim Nationalen Übergangsrat in Benghazi auf Ablehnung.

Ghadhafi am Fernsehen

Zuma war gestern im Auftrag der AU nach Tripolis gereist, um mit Ghadhafi über eine Lösung des Konflikts zu verhandeln. Das libysche Staatsfernsehen zeigte Aufnahmen Ghadhafis, wie er Zuma am Eingang eines Gebäudes empfängt.

Es war der erste öffentliche Auftritt des libyschen Machthabers seit Wochen. Ein AFP-Korrespondent berichtete, dass Zuma nach zwei Stunden wortlos Ghadhafis Residenz in Tripolis verlassen habe. Am Abend reiste er wieder aus Tripolis ab.

Zuma kritisiert Nato

Vor seinem Treffen mit Ghadhafi hatte Zuma die Nato-Angriffe in Libyen scharf kritisiert. Sie behinderten die Bemühungen der Afrikanischen Union um einen Frieden in dem nordafrikanischen Land. Das Bombardement durchkreuze die Versuche der AU, eine Lösung auszuhandeln, sagte Zuma dem südafrikanischen Fernsehen.

Der Beginn der Mission habe sich wegen der Angriffe verzögert. Die AU habe zudem um «Erlaubnis» bitten müssen, nach Libyen einzureisen. Dies untergrabe die Integrität des afrikanischen Staatenbundes.

Nach Angaben des libyschen Staatsfernsehens setzte die Nato auch in der Nacht zum Dienstag ihre Luftangriffe fort. Nato-Kampfjets hätten «zivile und militärische Ziele» in Tripolis, dem Vorort Tadschura sowie in der 600 Kilometer weiter südlich gelegenen Stadt El Dschafra bombardiert.

Ein AFP-Korrespondent in der libyschen Hauptstadt berichtete, er habe gegen Mitternacht (MESZ) Flugzeuge und entfernte Explosionen gehört.

Neuer Name, neuer Sender

Die Führung der libyschen Rebellen hat unterdessen ihre Kämpfer zur Nationalen Befreiungsarmee (NLA) umbenannt. Der neue Name solle die wachsende Professionalität der vorwiegend aus jungen Freiwilligen bestehenden Truppen im Kampf gegen Gaddafis Anhänger widerspiegeln, teilte der Nationale Übergangsrat mit.

Gleichzeitig ging der erste Fernsehkanal der Rebellen am Abend auf Sendung. «Libya El Hurra» werde von nun an jeden Abend vier Stunden lang aus der Rebellenhochburg Benghazi senden, sagte Direktor Suheir el Barasi.

SDA/mrs, rub

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