Vierter Syrienbeauftragter kommt aus Norwegen

Geir Pedersen wird neuer Syrienbeauftragter der UNO. Er ist der vierte Mann für dieses Amt in sieben Kriegsjahren.

Bereits für die UNO im Einsatz: Geir Pedersen (l.) bei einer Mission im Libanon im Jahr 2007. (Archiv)

Bereits für die UNO im Einsatz: Geir Pedersen (l.) bei einer Mission im Libanon im Jahr 2007. (Archiv)

(Bild: Reuters Ali Hashisho)

Die Ernennung von Geir Pedersen wurde durch UNO-Generalsekretär António Guterres vollzogen. Guterres machte den Norweger am Mittwoch zum Nachfolger von Staffan de Mistura. Dieser tritt Ende November nach vier Jahren und ohne nennenswerte Fortschritte bei der Suche nach einer Friedenslösung für das Bürgerkriegsland zurück.

Pedersen war früher bereits im UNO-Auftrag als Vermittler im Einsatz, unter anderem für den Libanon. 2012 war er UN-Botschafter seines Landes, bevor er 2017 nach Peking wechselte.

Pedersen, 63-jähriger Vater von fünf Kindern, soll nach mehr als sieben Jahren Bürgerkrieg mit mehr als 400'000 Toten und Millionen Flüchtlingen in Syrien Frieden stiften. Am Wochenende hatten sich Kremlchef Wladimir Putin, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Istanbul darauf geeinigt, den festgefahrenen Friedensprozess wieder in Gang zu bringen.

Ein Kommen und Gehen

De Mistura hatte vor rund zwei Wochen seinen Rückzug erklärt. Hintergrund seien «ausschliesslich persönliche Gründe», hatte der 71 Jahre alte italienisch-schwedische Spitzendiplomat mitgeteilt. Er wolle seiner Familie «etwas Aufmerksamkeit» schenken. «Es geht mir gut und ich bin nicht einmal müde, denn diese Art von Einsatz hat mir viel Adrenalin gegeben.»

Spekulationen darüber, ob gesundheitliche Gründe ihn zu dem Entschluss trieben, räumte er aus. De Mistura war im Juli 2014 nach einer vier Jahrzehnte umfassenden Laufbahn bei den Vereinten Nationen vom damaligen UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf den Posten berufen worden.

Vor de Mistura hatten sich bereits der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan und der algerische Diplomat Lakhdar Brahimi um eine Lösung des Syrienkonflikts bemüht, beide hatten aber schon nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Der Norweger Pedersen ist nun der vierte Sonderbeauftragte in sieben Kriegsjahren.

fal/sda

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