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USA führen Gespräche mit den Taliban in Europa

Die USA wollen den Krieg in Afghanistan möglichst bald beenden und verhandeln deshalb mit den Taliban. Mindestens eines der Treffen soll kürzlich in Europa stattgefunden haben.

Die Taliban zeigen sich offenbar gesprächsbereit: Kämpfer im Grenzgebiet von Pakistan und Afghanistan.
Die Taliban zeigen sich offenbar gesprächsbereit: Kämpfer im Grenzgebiet von Pakistan und Afghanistan.
Keystone

Die USA stecken offenbar mitten in Geheimverhandlungen mit den Taliban. In den vergangenen Wochen hätten sich US-Vertreter mindestens dreimal mit den Taliban getroffen, schreibt die «Washington Post» unter Berufung auf einen afghanischen Offiziellen. Die Treffen hätten in Deutschland und Katar stattgefunden. Die Taliban, die an den Gesprächen teilgenommen hätten, stünden dem Führer der Gruppierung, Mohammed Omar, nahe. Das letzte Treffen sei vor acht oder neun Tagen über die Bühne gegangen.

Von offizieller Seite gibt es dafür aber keine Bestätigung: Gegenüber der US-Zeitung wollte Regierungssprecher Michael A. Hammer nicht konkret Stellung nehmen. Die USA hätten eine ganze Bandbreite von Kontakten mit Afghanistan «auf verschiedenen Ebenen». Dass die USA das Gespräch mit den Taliban suchen, ist schon länger bekannt. Im Herbst fielen sie allerdings auf einen Schwindler herein, der sich als Taliban-Anführer ausgegeben hatte und damit Geld machen wollte. Dieses Mal soll es sich aber um einen sicheren Kontakt handeln.

Taliban verlangen Truppenabzug

Allerdings soll es sich gemäss der «Washington Post» erst um Sondierungsgespräche handeln. Offenbar haben die Taliban mehrere Bedingungen gestellt. Unter anderem sollen die USA 20 Kämpfer, die sich in Guantánamo befinden, freilassen. Acht von ihnen haben die Amerikaner angeblich als «besonders wertvoll» klassifiziert. Bei zwei Kämpfern handelt es sich offenbar um Männer, die vor ein Militärgericht kommen sollen. Weiter verlangen die Taliban, dass sich sämtliche ausländische Truppen aus dem Land zurückziehen, zudem wollen sie eine bedeutende Rolle in der neuen afghanischen Regierung spielen.

Schliesslich wünschen sich die Taliban eine offizielle Vertretung – zum Beispiel in Kabul oder in Katar. Was es mit dieser Vertretung auf sich hat, ist zurzeit noch unklar. Gerüchten zufolge geht es den Taliban aber darum, vom Einfluss der Pakistani wegzukommen. Den USA wiederum ist es wichtig, möglichst bald Ergebnisse zu erzielen. Im Juli will US-Präsident Barack Obama die Öffentlichkeit über den geplanten Truppenauszug aus Afghanistan informieren. Am liebsten, so die «Washington Post», würde er dann auch über erste Fortschritte berichten.

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