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UNO-Hilfskonvoi mit Granaten beschossen

Trotz einer ausgehandelten Waffenruhe gehen wieder Granaten auf Homs nieder. Teilweise schlagen sie direkt neben UNO-Mitarbeitern ein, die Menschen aus der Stadt und Hilfslieferungen hinein bringen wollen.

Unter Beschuss: UNO-Mitarbeiter versorgen einen geschwächten Syrer – zuvor waren vier Helfer durch einen Granatenangriff verletzt worden. (8. Februar 2014)
Unter Beschuss: UNO-Mitarbeiter versorgen einen geschwächten Syrer – zuvor waren vier Helfer durch einen Granatenangriff verletzt worden. (8. Februar 2014)
Keystone
Schwach und erschöpft: Syrische Zivilisten machen sich auf den Weg zum Evakuierungs-Treffpunkt in Homs. (7. Februar 2014)
Schwach und erschöpft: Syrische Zivilisten machen sich auf den Weg zum Evakuierungs-Treffpunkt in Homs. (7. Februar 2014)
Reuters
An Bord der Busse befinden sich Frauen, ältere Menschen und Verletzte. (7. Februar 2014)
An Bord der Busse befinden sich Frauen, ältere Menschen und Verletzte. (7. Februar 2014)
Keystone
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In der seit eineinhalb Jahren belagerten Altstadt von Homs im Westen von Syrien haben die Zivilisten erstmals Hilfslieferungen mit Lebensmitteln und Medikamenten erhalten. Mindestens zwei Lastwagen der Vereinten Nationen erreichten am Samstagnachmittag die Stadt. Allerdings wurden sie laut dem syrischen Roten Halbmond von Granaten beschossen.

Vertreter des Regimes von Präsident Baschar al-Assad und der Rebellen beschuldigten sich am Samstag in Homs gegenseitig, eine seit dem Vortag geltende Waffenruhe gebrochen zu haben.

Der Gouverneur der Provinz Homs, Talal al-Barasi, erklärte, die Aufständischen hätten aus ihrer Zone Mörsergranaten abgefeuert. Der Aktivist Omar Homsi aus dem belagerten Teil von Homs sagte der Nachrichtenagentur dpa, Heckenschützen des Regimes hätten Schüsse auf den Zugang zur Altstadt abgegeben, um die Einfahrt der Hilfskonvois zu sabotieren.

Vier UNO-Helfer leicht verletzt

Bei der Fahrt in die Stadt wurden nach offiziellen syrischen Angaben vier UNO-Helfer durch den Beschuss leicht verletzt. Die Organisation Syrischer Roter Halbmond teilte mit, die UNO-Mitarbeiter seien durch Rebellenangriffe leicht verletzt worden, wie die staatliche Agentur Sana meldete. Die Verletzten würden in einem Spital der Stadt Homs behandelt. Es blieb unklar, ob die UNO-Lastwagen direkt angegriffen wurden.

Zuvor hatte ein UNO-Vertreter gesagt, nach Homs würden Notrationen für 2500 Menschen, Medikamente, Bettzeug, Bargeld und andere Hilfsgüter geliefert. Sie seien sowohl für diejenigen bestimmt, die die Stadt verlassen, als auch für diejenigen, die dort bleiben wollten.

Voraussetzung für Friedensgespräche

Die Umsetzung der Homs-Vereinbarung gilt als wichtige Voraussetzung für die zweite Runde der Genfer Friedensgespräche. Sie soll am Montag beginnen. Die erste Runde dieser Gespräche war Ende Januar ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Der Homs-Kompromiss war erst vor wenigen Tagen erzielt worden.

Die Situation der dort eingeschlossenen Menschen gilt als kritisch. Viele litten an Hunger, berichten Aktivisten.

Am Freitag hatten die ersten rund 80 Zivilisten – Frauen, Kinder, ältere Menschen – die Altstadt verlassen können. Der Hilfsaktion war eine Einigung zwischen der Regierung in Damaskus, den Aufständischen und den Vereinten Nationen vorausgegangen.

SDA/fko

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