Zum Hauptinhalt springen

Tunesierin zündet sich selbst an

Eine Protestaktion vor dem Gouverneurssitz in Tunesien endete mit dem Suizid einer Frau. Die Aktion erinnert an eine Selbstverbrennung vom 17. Dezember, die den Umsturz vom damaligen Machthaber Ben Ali einleitete.

mrs
Bei einem Angriff auf die US-Botschaft in Tunis kommen mindestens vier Menschen ums Leben. Eine aufgebrachte Menschenmenge hatte aus Protest gegen ein amerikanisches Schmähvideo über den Propheten Mohammed die Botschaft attackiert.
Bei einem Angriff auf die US-Botschaft in Tunis kommen mindestens vier Menschen ums Leben. Eine aufgebrachte Menschenmenge hatte aus Protest gegen ein amerikanisches Schmähvideo über den Propheten Mohammed die Botschaft attackiert.
Keystone
Ein Militärgericht in Tunis verurteilt Ben Ali wegen seiner Mitschuld am Tod von Demonstranten in Abwesenheit zu lebenslanger Haft.
Ein Militärgericht in Tunis verurteilt Ben Ali wegen seiner Mitschuld am Tod von Demonstranten in Abwesenheit zu lebenslanger Haft.
Keystone
Moncef Marzouki wird als erster demokratisch gewählter Präsident Tunesiens vereidigt. Seine säkuläre Partei (Kongress für die Republik) war bei den Wahlen zweitstärkste Kraft hinter Ennahda, mit der sie sich verbündet hat.
Moncef Marzouki wird als erster demokratisch gewählter Präsident Tunesiens vereidigt. Seine säkuläre Partei (Kongress für die Republik) war bei den Wahlen zweitstärkste Kraft hinter Ennahda, mit der sie sich verbündet hat.
Keystone
Die unter Ben Ali als extremistisch verbotene Bewegung Ennahda (Wiedergeburt) um Rachid Ghannouchi gewinnt die Parlamentswahlen. Die islamistische Partei erreicht 90 von 217 Sitzen in der verfassungsgebenden Versammlung.
Die unter Ben Ali als extremistisch verbotene Bewegung Ennahda (Wiedergeburt) um Rachid Ghannouchi gewinnt die Parlamentswahlen. Die islamistische Partei erreicht 90 von 217 Sitzen in der verfassungsgebenden Versammlung.
Keystone
In einem Prozess ohne Angeklagten verurteilt ein Gericht den Ex-Präsidenten wegen Veruntreuung von Staatsvermögen zu 35 Jahren Haft sowie einer Geldstrafe und Schadenersatz von umgerechnet fast 60 Millionen Franken. Weitere Verurteilungen folgen.
In einem Prozess ohne Angeklagten verurteilt ein Gericht den Ex-Präsidenten wegen Veruntreuung von Staatsvermögen zu 35 Jahren Haft sowie einer Geldstrafe und Schadenersatz von umgerechnet fast 60 Millionen Franken. Weitere Verurteilungen folgen.
Keystone
Aussenminister Minister Kamel Morjane tritt zurück.
Aussenminister Minister Kamel Morjane tritt zurück.
Keystone
Justizminister Lazhar Karoui Chebbi teilt mit, dass Tunesien einen internationalen Haftbefehl gegen Ben Ali beantragt hat.
Justizminister Lazhar Karoui Chebbi teilt mit, dass Tunesien einen internationalen Haftbefehl gegen Ben Ali beantragt hat.
Keystone
Vor der ersten Kabinettssitzung: Premierminister Mohamed Ghannouchi (l.) soll vorerst im Amt bleiben.
Vor der ersten Kabinettssitzung: Premierminister Mohamed Ghannouchi (l.) soll vorerst im Amt bleiben.
Keystone
Übergangspräsident Mebazaa kündigt die Nationale Einheit an.
Übergangspräsident Mebazaa kündigt die Nationale Einheit an.
Keystone
Bern blockiert die Schweizer Konten von Tunesiens Ex-Präsident Ben Ali. Zudem nimmt Tunesiens Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf.
Bern blockiert die Schweizer Konten von Tunesiens Ex-Präsident Ben Ali. Zudem nimmt Tunesiens Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf.
Keystone
Übergangspräsident Fouad Mebazaa verspricht den Bruch mit der Vergangenheit.
Übergangspräsident Fouad Mebazaa verspricht den Bruch mit der Vergangenheit.
Keystone
Die Proteste gegen die Übergangsregierung gehen in Tunis weiter.
Die Proteste gegen die Übergangsregierung gehen in Tunis weiter.
Keystone
Tunesiens Präsident  Fouad Mebazaa (links) und Regierungschef Mohamed Ghannouchi treten aus Ben Alis Partei aus. Sie reagieren damit auf den Druck der Opposition, die zuvor drei Minister abgezogen hatte.
Tunesiens Präsident Fouad Mebazaa (links) und Regierungschef Mohamed Ghannouchi treten aus Ben Alis Partei aus. Sie reagieren damit auf den Druck der Opposition, die zuvor drei Minister abgezogen hatte.
Keystone
Die Tunesier sind unzufrieden mit der Übergangsregierung und gehen erneut auf die Strasse.
Die Tunesier sind unzufrieden mit der Übergangsregierung und gehen erneut auf die Strasse.
Keystone
Tunesiens Oppositionspolitiker Moncef Markouzi kehrt aus seinem französischen Exil zurück.
Tunesiens Oppositionspolitiker Moncef Markouzi kehrt aus seinem französischen Exil zurück.
Keystone
Tunesiens Premierminister stellt das Übergangskabinett vor. Mehrere Minister aus der Ära Ben Alis bleiben im Amt.
Tunesiens Premierminister stellt das Übergangskabinett vor. Mehrere Minister aus der Ära Ben Alis bleiben im Amt.
Keystone
Tagsüber beruhigt sich die Lage zunächst. Doch vereinzelt kommt es zu Scharmützeln zwischen der Polizei und den Demonstranten.
Tagsüber beruhigt sich die Lage zunächst. Doch vereinzelt kommt es zu Scharmützeln zwischen der Polizei und den Demonstranten.
Keystone
Die Armee geht gegen Mitglieder der ehemaligen Leibgarde von Ben Ali vor.
Die Armee geht gegen Mitglieder der ehemaligen Leibgarde von Ben Ali vor.
Keystone
Libyens Machthaber al-Ghadhafi, der sich vor einer Signalwirkung auf sein eigenes Regime fürchtet, sendet eine Videobotschaft nach Tunesien.
Libyens Machthaber al-Ghadhafi, der sich vor einer Signalwirkung auf sein eigenes Regime fürchtet, sendet eine Videobotschaft nach Tunesien.
Keystone
In Tunis herrscht weiterhin Anarchie. Es fallen erneut Schüsse.
In Tunis herrscht weiterhin Anarchie. Es fallen erneut Schüsse.
Keystone
Tunesien hat einen Übergangspräsidenten, Fouad Mebazaa.
Tunesien hat einen Übergangspräsidenten, Fouad Mebazaa.
Keystone
Nach der Flucht von Ben Ali gehen die Ausschreitungen weiter.
Nach der Flucht von Ben Ali gehen die Ausschreitungen weiter.
Keystone
Ministerpräsident Mohamed Ghannouchi übernimmt vorübergehend die Amtsgeschäfte.
Ministerpräsident Mohamed Ghannouchi übernimmt vorübergehend die Amtsgeschäfte.
Keystone
Die Situation eskaliert, es kommt zu gewalttätigen Ausschreitungen. Ben Ali setzt sich ins Exil nach Saudiarabien ab.
Die Situation eskaliert, es kommt zu gewalttätigen Ausschreitungen. Ben Ali setzt sich ins Exil nach Saudiarabien ab.
Keystone
: Aus den Massendemonstrationen in Tunis wird ein Volksaufstand. Der Präsident löst die Regierung auf, kündigt vorgezogene Neuwahlen an und ruft den Ausnahmezustand aus.
: Aus den Massendemonstrationen in Tunis wird ein Volksaufstand. Der Präsident löst die Regierung auf, kündigt vorgezogene Neuwahlen an und ruft den Ausnahmezustand aus.
Keystone
Die Polizei verhängt eine nächtliche Ausgangssperre in Tunis.
Die Polizei verhängt eine nächtliche Ausgangssperre in Tunis.
Keystone
Es gibt mehrere Tote in verschiedenen Orten des Landes, unter ihnen zwei Doppelstaatsbürger aus der Schweiz und aus Frankreich.
Es gibt mehrere Tote in verschiedenen Orten des Landes, unter ihnen zwei Doppelstaatsbürger aus der Schweiz und aus Frankreich.
Keystone
Ben Ali entlässt den Innenminister, verspricht die Freilassung festgenommener Demonstranten und eine Anti-Korruptions-Kommission.
Ben Ali entlässt den Innenminister, verspricht die Freilassung festgenommener Demonstranten und eine Anti-Korruptions-Kommission.
AFP
Die Unruhen greifen auf Tunis über: Ein Autowrack in der Innenstadt von Tunis.
Die Unruhen greifen auf Tunis über: Ein Autowrack in der Innenstadt von Tunis.
Keystone
Ben Ali beklagt «terroristische Akte» und kündigt 300'000 neue Arbeitsplätze bis 2012 an. Die Lage beruhigt sich nicht.
Ben Ali beklagt «terroristische Akte» und kündigt 300'000 neue Arbeitsplätze bis 2012 an. Die Lage beruhigt sich nicht.
Keystone
Dutzende von Menschen sind bei den Anschlägen bisher gestorben. Die Behörden sprechen von 21 Toten, Gewerkschafter von mehr als 50.
Dutzende von Menschen sind bei den Anschlägen bisher gestorben. Die Behörden sprechen von 21 Toten, Gewerkschafter von mehr als 50.
Reuters
Gewaltsame Zusammenstösse zwischen Demonstranten und Polizei in mehreren Orten des Landes wie hier in den Strassen von Regueb.
Gewaltsame Zusammenstösse zwischen Demonstranten und Polizei in mehreren Orten des Landes wie hier in den Strassen von Regueb.
Reuters
Die Demonstrationen weiten sich auf weitere Städte wie Thala aus.
Die Demonstrationen weiten sich auf weitere Städte wie Thala aus.
Keystone
Ben Ali beklagt eine «politische Instrumentalisierung» der Proteste und wirft ausländischen Medien vor, Lügen zu verbreiten.
Ben Ali beklagt eine «politische Instrumentalisierung» der Proteste und wirft ausländischen Medien vor, Lügen zu verbreiten.
Keystone
Die Polizei schiesst auf Demonstranten in einem Ort in der Nähe von Sidi Bouzid. Es gibt die ersten beiden Toten. Danach kommt es zu einer Demonstration vor der Polizeikaserne von Sidi Bouzid.
Die Polizei schiesst auf Demonstranten in einem Ort in der Nähe von Sidi Bouzid. Es gibt die ersten beiden Toten. Danach kommt es zu einer Demonstration vor der Polizeikaserne von Sidi Bouzid.
Keystone
Wegen Arbeitslosigkeit und hoher Lebensmittelpreise kommt es im gesamten Land zu Unruhen und Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften.
Wegen Arbeitslosigkeit und hoher Lebensmittelpreise kommt es im gesamten Land zu Unruhen und Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften.
Keystone
1 / 38

In Tunesien hat sich erneut ein Mensch in einer Protestaktion selbst in Brand gesetzt. Eine Frau zündete sich am Donnerstag vor dem Gouverneurssitz in der Stadt Monastir selbst an, wie die staatliche Nachrichtenagentur TAP berichtete.

Die Frau aus Sfax, der zweitgrössten Stadt Tunesiens, habe Verbrennungen dritten Grades erlitten und schwebe in Lebensgefahr, berichtete die Agentur unter Berufung auf Mediziner. Nach Angaben ihrer Schwester hatte die Frau Probleme, Medikamente für ihren krebskranken Mann zu bekommen.

Selbstverbrennung als Auslöser

Die Unruhen in Tunesien, die Mitte Januar zum Sturz von Präsident Zine al-Abidine Ben Ali geführt hatten, waren am 17. Dezember durch die Selbstverbrennung eines jungen Tunesiers ausgelöst worden.

Der arbeitslose Akademiker Mohamed Bouazizi hatte sich in der Stadt Sidi Bouzid selbst angezündet, nachdem ihn die Polizei daran hinderte, Gemüse und Obst für seinen Lebensunterhalt zu verkaufen.

Der Mann, der später seinen Verletzungen erlag, löste damit wochenlange Proteste gegen Arbeitslosigkeit, Korruption und politische Unterdrückung aus. In mehreren arabischen Ländern löste die Revolte in Tunesien ebenfalls regierungskritische Proteste aus.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch