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Tschad vermeldet Tod «des Einäugigen»

Im Kampf gegen die Russen soll er einst ein Auge verloren haben. Nun wurde der Islamistenführer Mokhtar Belmokhtar offenbar im Norden Malis getötet. Er war für das algerische Geiseldrama verantwortlich.

Im Norden Malis ermordet? Mokhtar Belmokhtar in einer undatierten Aufnahme der mauretanischen Informationswebseite ANI.
Im Norden Malis ermordet? Mokhtar Belmokhtar in einer undatierten Aufnahme der mauretanischen Informationswebseite ANI.

Der Tschad meldet einen Doppelschlag gegen islamistische Topterroristen in Nordmali: Nach Al-Qaida-Führer Abou Zeid sei nun auch der Terrorist Moktar Belmoktar getötet worden, erklärte Tschads Armeechef Zakaria Ngobongue. Belmoktar wird für den Überfall auf ein algerisches Gasfeld im Januar mit 37 Toten verantwortlich gemacht.

Die Tötung Abou Zeids hatte Tschads Präsident Idriss Deby am Freitag bekanntgegeben. Bestätigen sich die Informationen, würde dies bedeuten, dass zwei der wichtigsten Köpfe von Al-Qaida im Maghreb bei der Offensive gegen Islamisten in Nordmali ausgeschaltet worden wären. In beiden Fällen gab es aber zunächst keine Bestätigung der französischen Truppen, die die Offensive führen.

Lokalpolitiker in der nordmalischen Stadt Kidal äusserten Zweifel an der Darstellung des Tschad. Der PR-Coup diene dazu, die erheblichen Verluste in den vergangenen Tagen vergessen zu machen. Soldaten des Tschad kämpfen zusammen mit malischen und französischen Truppen gegen die Islamisten, die den Norden Malis monatelang unter ihrer Kontrolle gehabt hatten.

Geiselnahme europäischer Touristen

Tschads Armeechef Ngobongue verkündete die Tötung von Belmoktar im Staatsfernsehen des Landes. Er verlas eine Erklärung, wonach seine Truppen einen Stützpunkt von islamischen Extremisten in den Bergen Nordmalis zerstört haben. Dabei seien Belmoktar und mehrere andere Terroristen getötet worden.

Der Algerier Belmoktar gilt als Partner und Rivale von Abou Zeid. Beide wandten sich nach der Annullierung der von Islamisten gewonnenen Wahl in Algerien 1991 dem Terrorismus zu, zunächst in der Bewaffneten Islamischen Gruppe GIA, später in deren Ableger GSPC, die in Algerien Selbstmordattentate ausgeführt haben soll.

Etwa im Jahr 2003 sollen sich beide Männer nach Mali abgesetzt haben. Dort sollen sie mit Geiselnahmen europäischer Touristen, Entwicklungshelfer, Regierungsbeamten und Diplomaten begonnen haben, um Lösegelder in Millionenhöhe zu erpressen. Mit einer gut gefüllten Kriegskasse schloss sich die dortige Terrorzelle 2006 dem Netzwerk al-Qaida an und benannte sich in al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQMI) um.

Bis Dezember führten Belmoktar und Abou Zeid getrennte Brigaden der AQMI. Doch sollen sich die beiden zerstritten haben. Belmoktar gab die Gründung seiner eigenen Terroreinheit bekannt. Diese überfiel - angeblich als Vergeltung für die französische Militärintervention in Mali - im Januar die BP-Gasförderanlage im Südosten Algeriens. Belmoktar übernahm für den Angriff die Verantwortung.

AFP/AP/mrs

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