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Taliban zünden Autobombe und befreien 350 Häftlinge

In Afghanistan haben die Taliban ein Gefängnis gestürmt. Beim Angriff sind mehrere Personen umgekommen, darunter vier Wächter.

Hier kam es zum Taliban-Überfall: Sicherheitskräfte vor dem Gefängnis in der afghanischen Provinz Ghazni. (14. September 2015)
Hier kam es zum Taliban-Überfall: Sicherheitskräfte vor dem Gefängnis in der afghanischen Provinz Ghazni. (14. September 2015)
Keystone

Die radikalislamischen Taliban haben am Montag ein Gefängnis in Afghanistan gestürmt. Sie befreiten beim Angriff in den frühen Morgenstunden mehrere Hundert Häftlinge.

148 der befreiten Häftlinge seien Aufständische, teilte das Innenministerium in Kabul mit. Die restlichen 207 Gefangenen seien Kriminelle. Nach Angaben aus dem Rat der Provinz Ghazni wurden bei dem Angriff in der Nacht auf Montag mindestens acht Menschen getötet.

Mindestens zehn Extremisten

Provinzratsmitglied Nasir Ahmad Fakiri sagte, mindestens zehn Extremisten hätten das Gefängnis angegriffen. Zunächst habe sich ein Selbstmordattentäter in einem Auto vor dem Gefängnistor in die Luft gesprengt, um neun Mitkämpfern das Eindringen zu ermöglichen. Beim anschliessenden Feuergefecht seien drei Angreifer und vier Wächter getötet worden.

Das Innenministerium teilte mit, drei Geflohene seien gefasst worden. Aus Sicherheitskreisen hiess es, die Angreifer hätten Uniformen der afghanischen Sicherheitskräfte getragen. Das Innenministerium hatte zunächst von über 400 Befreiten gesprochen. Insgesamt sassen in dem Gefängnis laut Ministerium 436 Häftlinge ein.

Taliban: Angriff ist Teil der Frühjahrsoffensive

Die Taliban teilten mit, der Angriff sei Teil ihrer im April begonnen Frühjahrsoffensive. Ein Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters, drei Selbstmordattentäter hätten das Gefängnis angegriffen. 40 Angehörige der Sicherheitskräfte seien getötet und wichtige Gesinnungsgenossen befreit worden.

Die Taliban greifen immer wieder Gefängnisse des Landes an. Deren Wachpersonal ist häufig schlecht ausgebildet und ausgerüstet. Die Taliban bekämpfen die vom Ausland unterstützte Regierung von Präsident Ashraf Ghani und verlangen den Abzug aller internationalen Truppen im Land.

Harter Schlag für Sicherheitskräfte

Der neuste Angriff ist ein harter Schlag für die afghanischen Sicherheitskräfte, die seit Jahresbeginn ohne Unterstützung von Nato-Kampftruppen auskommen müssen. Allerdings haben die Taliban auch schon früher Gefängnisse überfallen und Insassen befreit.

2011 gelang es ihnen, fast 500 inhaftierte Taliban aus einem Gefängnis in der südlichen Provinz Kandahar herauszuholen. 2008 flüchteten rund tausend Häftlinge, darunter Hunderte Taliban, aus einem Gefängnis in Kandahar, als Selbstmordattentäter die Tore aufsprengten.

SDA/woz

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